Die grundsätzliche Strategie von Hoffenheims Trainer Christian Ilzer zeigt einige Parallelen zu dem Ansatz, den sein Augsburger Kollege Sandro Wagner beim FCA verfolgt.
Ilzers Lob für Wagners Wirken
Geschenke wird es keine geben, stellt Christian Ilzer vorab klar, auch wenn sein Kollege Sandro Wagner am Samstag seinen 38. Geburtstag feiert, weder sportlich noch persönlich. „Ich werde ihm auf alle Fälle gratulieren“, versichert Hoffenheims Cheftrainer, der immerhin auf den Kandidaten trifft, der in der Vorsaison zeitweilig als sein Nachfolger gehandelt worden war, „ich habe persönlich noch nichts mit ihm zu tun, es ist die erste Begegnung.“ Und für Wagner ist es die Rückkehr an seine einstige Wirkungsstätte, an der er als wuchtiger Angreifer von Juli 2016 bis Dezember 2017 unter Coach Julian Nagelsmann in 42 Partien 15 Tore erzielte.
Augsburg ist Hoffenheims Lieblingsgegner
Nicht nur wie Ilzer über Wagners Wirken in Augsburg spricht, erinnert an seine eigenen Anfänge und Probleme im Kraichgau. „Fußballidee, Hierarchie, Personal – es ist ein Umbruch, den Sandro Wagner eingeleitet hat und mitträgt“, erkennt Ilzer und weiß aus eigener Erfahrung, „immer wenn man Dinge verändert, gibt es auch Widerstand, der dann moderiert gehört und eine gewisse Hartnäckigkeit braucht.“
Auch inhaltlich offenbaren sich im Quervergleich einige parallele Ansätze im Spielstil beider Fußballlehrer. „Aus meiner Beobachtung macht es der Trainer dort sehr gut, es ist erkennbar, was er vorhat“, lobt Ilzer, „sie sind sehr fleißig und aggressiv im Anlaufen, haben immer wieder hohe Ballgewinne. Da brauchst du ein sehr präzises Spiel, um Lösungen zu finden gegen ihre erste Linie. Sie haben auch eine klare Grundidee und Struktur, was sie mit Ball wollen, aber das zu schildern, ist hier nicht der richtige Platz, das muss ich an meine Mannschaft bringen.“
Freude über Schickers Verbleib
Das verspricht auch taktisch ein interessantes Duell zu werden. Der Österreicher will die Erfolgsserie von zuletzt vier Siegen und einem Remis fortsetzen gegen den Hoffenheimer Lieblingsgegner. Gegen keinen anderen Klub gewannen die Kraichgauer in der Bundesliga so häufig (15-mal), zudem ging auch nur ein einziges Heimspiel gegen den FCA verloren (8 Siege/5 Remis).
Obendrein hat sich das Umfeld wieder beruhigt, nach dem Verbleib von Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker und dessen Absage an den VfL Wolfsburg. „Er ist über viele Jahre erfolgreich ein Vertrauter, der die Rahmenbedingungen für Erfolg herstellt, Spieler maximal zu entwickeln“, schildert Ilzer, „wo immer diese Voraussetzungen gegeben sind, fühle ich mich wunderbar, deshalb war diese Nachricht für mich und für viele im Verein sehr positiv.“ Zugleich verweist der 48-Jährige auf die sportliche Konstanz trotz all der Turbulenzen drumherum. „Die Mannschaft hat auf dem Platz mit ihren Leistungen gezeigt, dass unsere Mission größer ist, als Dinge, die auf anderen Ebenen des Vereins passieren.“
Zudem kann diese Truppe nun auch noch mit zusätzlicher Verstärkung rechnen. Denn neben Valentin Gendrey (nach Knöchelbruch) meldet sich nun auch Stürmer Adam Hlozek nach seinem Mittelfußbruch zurück. „Er war die gesamte Woche im Training und ist ab sofort bereit für den Kader“, versichert Ilzer. Das muss für den Gegner wie eine Drohung klingen. Denn nach wie vor ist der erst 23 Jahre alte Tscheche nicht nur Hoffenheims Rekordtransfer (18 Mio. plus Boni an Leverkusen), sondern in Topform auch eine weitere Waffe für die TSG-Offensive, in der es nun aber immer enger wird. Grundsätzlich sieht Ilzer „einen guten Konkurrenzkampf als Motor unseres Werkes“.

