Auch in Berlin erwartet Werder einen Gegner, mit dem man sich zuletzt schwergetan hat – was aus Trainer-Sicht jedoch nicht verwunderlich ist. Ole Werner geht mit großer „Lust“ in den Europa-Endspurt, der bis zum 34. Spieltag anhalten soll.
Werder auf Europa-Kurs? „Wäre doch geil“
VfL Bochum, FC St. Pauli – jetzt also Union Berlin. Und wenn es nach Ole Werner geht, „kann dieses Spiel ähnlich werden wie die letzten beiden“, so der Trainer des SV Werder Bremen. Ob das nun gut ist, bleibt Ansichtssache. Dem äußerst zähen 1:0-Sieg gegen den VfL folgte am Sonntag ein 0:0 gegen die Hamburger – nach schwacher erster Spielhälfte von Werder.
Tut sich seine Mannschaft gegen derlei Teams, die laut Werner eben nicht für „attraktive und schöne Spiele“ stehen, möglicherweise besonders schwer? „Ich glaube“, antwortete er, „es ist die Art von Gegner, mit der sich fast alle Mannschaften schwerer tun, wenn man sich die Ergebnisse anschaut, die diese Mannschaften zuletzt hatten.“
In der Regel befasse er sich mit den drei zurückliegenden Spielen des kommenden Gegners – und im Fall von St. Pauli etwa sei es zumindest nicht so gewesen, dass sich Borussia Mönchengladbach oder Bayer Leverkusen (jeweils 1:1) unbedingt mehr Chancen gegen den Aufsteiger erspielt hätten als Werder. „Gleiches gilt für den VfL Bochum“, so Werner.
Werner: „Dann kann man sich bei mir melden“
Worum es gegen solche Gegner theoretisch geht, das weiß der Werder-Coach ja: „Dass du dich selber nicht von einer Hektik anstecken lässt, die dann Räume öffnet, die diese Mannschaften mit langen Bällen, mit zweiten Bällen und mit Umschaltmomenten für sich nutzen können.“
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Insbesondere mit dem Bochum-Spiel – das als „gute Orientierung“ für die Partie am Samstagnachmittag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) an der Alten Försterei dienen könne – sei er ja auch „nicht unzufrieden“ gewesen, er rief in diesem Zusammenhang gar zu Einsendungen an ihn auf, sollte jemand etwas anderes erwartet haben.
„Wer noch ein Spiel des VfL findet in diesem Jahr, wo der Gegner wahnsinnig gut aussah und das super-attraktiv war“, meinte der Werder-Coach, „der soll es mir gerne mal zuschicken. Ich lerne auch gerne dazu.“ Zwar befürchte Werner, „dass man dafür weit ins Archiv eintauchen müsste“, hinterließ für diesen Fall dann aber noch seine Mail-Adresse: „ole.werner… – dann kann man sich bei mir melden.“
Werner: „Wir bezahlen wie ein Abstiegskandidat“
Dass der Trainer am Mittwoch ziemlich gut aufgelegt war, dürfte sicherlich auch damit zusammenhängen, „dass wir aus den letzten sieben Spielen 16 Punkte geholt haben“ – und dass sich daraus weiterhin vielversprechende Bremer Aussichten vor den letzten drei Saisonspielen (zudem gegen Leipzig und in Heidenheim) ergeben.
Noch ist als aktueller Tabellen-Achter nichts erreicht, doch es bleibt dabei: Werder will das Maximale, sprich Europa (aktuell nur zwei Punkte entfernt): „Wir stehen jetzt im Wettbewerb um internationale Plätze – obwohl wir hier seit drei Jahren bezahlen wie ein Abstiegskandidat“, betonte Werner und erinnerte zugleich daran, „dass wir mit Mannschaften um diese Plätze mitspielen, die das Doppelte an Geld ausgeben können“.
Trotzdem schaffen es die Bremer „durch Arbeit, durch Zusammenhalt, durch Qualität“ in diesem Tabellensegment mitzuhalten – weshalb Werner mit großer „Lust“ in die letzten Spiele geht. Der Erfolgskurs soll nun möglichst bis Saisonende fortgesetzt werden: „Wir versuchen es hinzukriegen, dass es bis zum letzten Spieltag um etwas geht“, so Werner: „Das wäre doch geil – und sicherlich mehr, als man der Mannschaft vor der Saison zugetraut hätte.“

