Die von Merlin Polzin erhoffte Punktlandung zum Heimspiel gegen Köln (1:1) hatte Nicolas Capaldo nicht geschafft. Nun bangt der HSV-Trainer auch noch vor der nächsten Partie in Dortmund um seinen wichtigsten Energiespender.
Heilungsprozess beim Argentinier stagniert
Nicolas Capaldo, seit dem Herbst vom Mittelfeldspieler überaus erfolgreich zum Innenverteidiger umfunktioniert, hatte Anfang März im Heimspiel gegen Leipzig (1:2) eine Bauchmuskelblessur erlitten. Seitdem ist dem HSV spürbar Energie verloren gegangen. Purer Zufall oder eine Folge vom Fehlen des Argentiniers? Der Trainer will keine Alibis suchen, sieht aber einen gewissen Zusammenhang.
„Capi“, sagt Merlin Polzin, „zeichnet seine Energie im Spiel extrem aus. Wenn so ein Spieler nicht auf dem Platz steht, vermisst du ihn zwangsläufig, weil du dich auf seine Energie eben verlassen kannst. Das soll aber keine Ausrede sein, dass die anderen diese nicht auch einbringen können.“
Polzin: „Die anderen Jungs interpretieren die Rolle anders“
Hinzu kommen Capaldos Laufwege in die Offensive, die dem HSV-Spiel mit dem Kapitän auf dem Platz eine enorme Variabilität verschaffen. Warmed Omari beispielsweise garantiert diese nicht, obwohl er sich zuletzt gegen Köln (1:1) deutlich stabilisiert hatte. „Die anderen Jungs“, erklärt der Coach, „interpretieren die Rolle anders.“
Stand Dienstag, zeichnet sich ab, dass auch am Samstagabend beim BVB (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) „die anderen Jungs“ nochmal gefragt sein dürften. Denn: Zum Start in die neue Trainingswoche trainierte Capaldo noch individuell und Polzin verrät: „Die letzten Tage verliefen nicht so positiv wie erhofft.“ Zur Erinnerung: Nach den ersten Eindrücken hatte der Trainer bereits auf ein Comeback des 27-Jährigen am vergangenen Wochenende gehofft.
„Capi hatte schnell gute Schritte gemacht, deshalb waren wir in der letzten Woche sehr optimistisch“, erläutert Polzin, „dann hat es etwas stagniert. Es hat sich nicht ganz so entwickelt, wie wir es uns gewünscht hatten.“ Die Verletzung könne sich zwar nicht verschlimmern, in erster Linie gehe es um das Schmerzempfinden. „Er spürt immer noch einen Schmerz und will unbedingt über diesen Punkt gehen“, sagt der Trainer, will jedoch ausdrücklich Vorsicht walten lassen, damit sein Spieler nicht in eine Fehlbelastung kommt.
Wie vor Köln hofft Polzin mit Blick auf den Samstag abermals „auf eine Punktlandung.“ Ein realistisches Szenario aber ist ein Comeback im kommenden Heimspiel gegen den FC Augsburg. Das ist wegen der in der kommenden Woche anstehenden Länderspielpause erst am 4. April (15.30 Uhr). Capaldo hätte also ausreichend Zeit, ohne Restrisiko vollständig fit zu werden.

