Seit sechs Spielen wartet der 1. FC Köln auf einen Sieg, am Samstag bietet sich der Mannschaft von Lukas Kwasniok im Derby gegen Borussia Mönchengladbach die nächste Chance. Verbesserungspotenzial sieht der Trainer besonders in der Zweikampfführung.
Köln peilt die Revanche an
Die vierte Minute der Nachspielzeit beim 1:1 in Hamburg hatte Lukas Kwasniok fünf Tage später auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach noch gut vor Augen. Erst ließen Felipe Chavez und Kristoffer Lund auf der linken Defensivseite Fabio Baldé viel zu leicht passieren, Sekunden später setzte sich Otto Stange im Strafraum mit einem einfachen Haken gegen Isak Johannesson durch. Zwar entschärfte Rav van den Berg im Fünfmeterraum gerade noch zur einzigen Hamburger Ecke des Spiels, diese führte aber beinahe zum 1:2 aus Kölner Sicht.
Es sind diese Situationen, in denen der Trainer des 1. FC Köln aktuell die meiste Luft nach oben sieht. „Wenn wir in einer Sache zulegen können, da bin ich ganz transparent, dann ist es die Zweikampfführung in Duellen“, erklärte Kwasniok und betonte mit Blick auf das anstehende Heimspiel gegen die Fohlen: „Ich habe den Jungs gesagt, dass es darauf im Derby ankommen wird.“
„Ein Moment kann alles verändern“
Rein statistisch sieht es dabei für den FC gar nicht so schlecht aus, entscheidet er doch über die gesamte Saison 52 Prozent der Zweikämpfe für sich. Auch in Hamburg sah Kwasniok, wie sein Team „in den meisten Momenten voll da“ war – aber eben nicht über die volle Distanz. „Im Fußball ist es halt so, dass ein Moment alles verändern kann.“
Einen solchen gilt es am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) zu verhindern. „Es geht darum, diese Duelle zu gewinnen, – und wenn ich sie nicht gewinnen kann, dann verliere ich sie zumindest nicht“, forderte Kwasniok und deutete damit die Option an, auch mal ein Foul zu ziehen. „Die fußballerischen Elemente dürfen nicht zu kurz kommen, aber im Derby geht es erst mal um Emotion und um die Bereitschaft, dagegenhalten zu wollen und zu können.“
Kein Mittelfeld wie im Hinspiel
Ein spielstarkes Dreiermittelfeld wie das aus dem Hinspiel (1:3) mit Johannesson, Denis Huseinbasic und Florian Kainz wird es entsprechend im Rückspiel nicht geben. „Das geht zulasten einer gewissen Konterabsicherung, da sie auch irgendwann mal einen Ball verlieren“, sagte Kwasniok und führte seinen Ansatz aus: „Wenn man das Spiel nicht komplett dominieren kann, bringt man oftmals die guten Fußballer erst hinten raus und arbeitet das Spiel zuvor mit einer gewissen Physis, Körperlichkeit, Geschwindigkeit und Robustheit ab.“
Gegen die Gladbacher komme es neben jener „extrem guten Konterabsicherung“ auch darauf an, „den Gegner zu bedrohen und die Abwehr zu stressen“, schätzte Kwasniok ein. „Wir haben das im Hinspiel ordentlich gemacht, aber es war zu behäbig im Spiel mit dem Ball und leider in zwei, drei Momenten zu fehlerhaft.“
„Wir wollen das Spiel gewinnen. Und wenn das Wort Revanche dafür herhalten muss, dann nenne ich das so.“ (Lukas Kwasniok)
Das soll vor heimischem Publikum anders laufen. „Wir wollen das Spiel gewinnen“, sprach Kwasniok das Selbstverständliche aus, „und wenn das Wort Revanche dafür herhalten muss, dann nenne ich das so.“ Eine geglückte Revanche wäre jedenfalls nicht nur Balsam für die Kölner Fanseele, sondern auch ein wichtiges Argument für Kwasniok, um die Mission Klassenerhalt selbst fortsetzen zu dürfen.

