St. Pauli: Eine Pleite, die Fragen aufwirft

Die Gefühlslage bei den Protagonisten und die Reaktion der Anhänger passten nicht zusammen. St. Paulis Fans feierten auch nach dem 0:5 gegen den FC Bayern und demonstrierten Zusammenhalt, Spieler und Verantwortliche aber wirkten geradezu geschockt vom eigenen Auftritt.

Zerfallserscheinungen wie noch nie

Sportchef Andreas Bornemann suchte am Sky-Mikrofon nach Erklärungen, Trainer Alexander Blessin wirkte noch lange nach Spielschluss auf der Pressekonferenz sichtbar angefasst und Keeper Nikola Vasilj fasste treffend zusammen, was dem FC St. Pauli nach dem zweiten Münchner Treffer kurz nach der Pause widerfahren ist: „Wir sind kollabiert.“ Das ist etwas Ungewöhnliches für eine Mannschaft, die selbst in Krisenzeiten nur selten jegliche Stabilität verliert. Und es gibt allen Beteiligten eine große Aufgabe auf vor dem anstehenden Kellerduell mit Köln.

„Das war noch nie so zu sehen, das schmerzt“

Verloren hat der Vorjahres-Aufsteiger seit dem Samstagabend nun 16 Mal in dieser Spielzeit. Nur einmal jedoch, beim 0:4 gegen Mönchengladbach Anfang November, waren vergleichbare Symptome wie dieses Mal erkennbar. „Wir haben nach der Pause teilweise lethargisch gewirkt“, sagt Blessin und empfand die Art und Weise gar als Novum. „Das“, erklärt der Coach, „war noch nie so zu sehen, seit ich da bin. Das schmerzt und tut extrem weh.“

Sein Sportchef findet ähnlich klare Worte. „Es ist keine Schande, gegen den FC Bayern zu verlieren“, sagt Bornemann, „aber in dieser Höhe war es völlig unnötig. Wir haben Geschenke verteilt. Unsere Stärke ist eigentlich Kompaktheit, aber jetzt haben wir nicht nur keine Punkte geholt, sondern auch wichtige Tore hergeschenkt, weil es am Ende vielleicht auch um die Tordifferenz geht, die kann am Ende einen Punkt wert sein.“

Vier Zähler liegt St. Pauli als 16. aktuell vor dem Vorletzten Wolfsburg, dem Gegner am letzten Spieltag. Bis zum Samstagabend war der Kiez-Klub zudem sechs Tore besser, nun ist es nur noch ein einziges Törchen. Bornemann kritisiert: „Es ist fahrlässig, das herzuschenken. Und es ist auch untypisch.“

Zum dritten Mal nacheinander in der zweiten Hälfte eingebrochen

In den Tagen bis zum ersten Endspiel gegen den direkten Konkurrenten Köln geht es am Millerntor darum, zu erörtern, weshalb der Auftritt gegen den Rekordmeister derart untypisch geriet, warum die Mannschaft so zerfallen ist. Unmittelbar nach der Partie wusste der Trainer noch nicht, „was uns da geritten hat.“ Das einzige für ihn erkennbare Muster ist: St. Pauli brach nun zum dritten Mal nacheinander in der zweiten Hälfte ein: Gegen Freiburg gab es nach einer 1:0-Pausenführung ein letztlich chancenloses 1:2, beim 1. FC Union nach einem 1:0 ein 1:1 und einen deutlichen Abfall.

  • Das Restprogramm der 18 Bundesligisten

Gegen die Bayern lag Blessins Elf zwar auch schon nach 45 Minuten 0:1 zurück, war aber im ersten Durchgang wehrhaft, stabil – und Mitte der Hälfte sogar zwischenzeitlich gefährlich. „Wir haben jetzt dreimal nacheinander nach der Pause nachgelassen, darüber müssen wir reden“, kündigt Blessin an und will keinen Monolog halten: „Ich muss da auch die Jungs fragen, was sie für ein Gefühl haben.“

Das Gefühl nach München ist getrübt. Weil gegen den Rekordmeister zwar eine Niederlage eingepreist sein musste, die Art und Weise aber ungewohnt war.

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