20 Nationalspieler stellt Borussia Dortmund ab, fast der komplette Kader ist unterwegs. Wie der BVB damit umgeht, was Marcel Sabitzer und Maximilian Beier vorhaben und von wo Niko Kovac arbeitet.
Alle Feldspieler außer Sabitzer und Beier unterwegs
Rund um den Wendehammer auf der Adi-Preißler-Allee in Dortmund-Brackel ist auch am Mittag unter der Woche oft einiges los. Meist stehen die Fans auf dem Bürgersteig und warten darauf, dass BVB-Spieler von ihrem Parkplatz kommen und vor der Abfahrt mit viel PS möglicherweise noch kurz Zeit für ein schnelles Selfie oder ein Autogramm aufs Trikot haben. In dieser Woche allerdings wird sich das Warten nicht lohnen, denn auf dem Profi-Abschnitt des Trainingsgeländes von Borussia Dortmund wird wenig bis gar nichts passieren.
Bis auf den für Österreich pausierenden Marcel Sabitzer und den von Jürgen Klopp nicht nominierten Maximilian Beier sind alle gesunden Feldspieler des BVB mit ihren Nationalmannschaften unterwegs, insgesamt 20 Dortmunder wurden nominiert. Eine Ausnahmesituation für den Klub, die in eher ungewöhnlichen Maßnahmen mündet. Denn in der laufenden Woche wird fast der komplette Profi-Betrieb heruntergefahren, erst am kommenden Montag geht der langsam wieder los. Das gilt für Sabitzer und Beier, die erst mit individuellen Laufplänen arbeiten sollen und dann in der kommenden Woche bei der U 23 einsteigen, für das verbliebene Torwart-Team, aber auch für einen Großteil des Teams ums Team aus Trainern, Physiotherapeuten und vielen anderen Mitarbeitenden. Die Rekonvaleszenten wie Emre Can oder Justin Lerma werden unterdessen weiter regulär in der Reha arbeiten.
Und Trainer Niko Kovac? „Homeoffice“, sagt der auf die Frage, wie er die Zeit nutzen wird: „Ist ja modern inzwischen.“ Der Coach wird aus der Wahl-Heimat Salzburg arbeiten. „Ich werde schon vieles vorbereiten, vieles nachbereiten“, erklärt er. Kein Problem für dessen Vorgesetzten. „Niko ist immer bereit und wenn ich anrufe, kann er auch relativ schnell da sein“, findet Geschäftsführer Lars Ricken. Und ein bisschen erholsam soll die ungewohnt lange Pause auch für alle sein, hofft der Kroate. „Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten verdammt viele Spiele haben. Das wird viel Energie, viel Kraft kosten.“ Ein kleines Durchatmen für einige also, bevor danach in rund vier Wochen satte neun Spiele anstehen, darunter die Reisen nach Bodö, Berlin und Baku innerhalb von sieben Tagen.
Schlotterbeck bleibt länger beim DFB
Dass dabei der Rhythmus verloren geht, glaubt Sportdirektor Ole Book allerdings nicht. Für die Nationalspieler gilt das angesichts von weiteren Partien ohnehin nicht, und auch Beier und Sabitzer bekämen „einen guten Plan, das haben wir schon geregelt. Danach ist ein Trainingsbetrieb, also so lange ist die Pause nicht“. Nico Schlotterbeck, der gerade erst zwei Spiele seit seinem Comeback bestritten hat, bleibt sogar trotz der DFB-Blockbildung länger bei der Nationalmannschaft, um dort weiter reguläre Einheiten auf hohem Niveau bestreiten zu können.
Die meisten Nationalspieler werden dann erst am Montag oder Dienstag (5./6. Oktober) wieder einsteigen, allerdings auch nicht alle. Mathis Alberts US-Nationalteam spielt noch am 7.10. gegen Kanada, unter anderem Keeper Gregor Kobel mit der Schweiz in der Nations League gegen Nordmazedonien und Ramy Bensebaini mit Algerien gegen Niger in der Afrika-Cup-Qualifikation sind noch am 6. Oktober gefragt.
Das ist insofern äußert knapp, als am Freitag danach schon das nächste Ligaspiel ansteht, der bis dahin nicht mehr so neue Spitzenreiter Dortmund empfängt Werder Bremen am Abend. „Am Ende des Tages trifft es immer irgendeine Mannschaft, ich versuche mir darüber nicht zu viele Gedanken zu machen, wir können das nicht ändern“, bleibt Sportdirektor Book allerdings gelassen: „Ich glaube, wir haben eine sehr gute Mannschaft und freuen uns, dass wir dann zu Hause in unserem Stadion als Tabellenführer antreten dürfen.“

