Anton: Erst schwierige Phase, jetzt Allrounder

Nach Wochen mit wenig Spielminuten hat sich Waldemar Anton zurück in die Startelf von Borussia Dortmund gespielt – inzwischen sogar wieder auf seiner Stamm-Position.

Dortmunds Verteidiger ist wieder Stammspieler

Die Frage war absehbar, die Replik auch. Welche Position ihm denn am besten gefalle, wurde Waldemar Anton nach dem wichtigen 3:1-Sieg gegen Mainz 05 am Sonntag gefragt. Und der Defensiv-Allrounder ist erfahren genug, sich nicht festzulegen und die Antwort mit einem Schmunzler zu versehen: „Auf dem Platz zu stehen.“

Denn genau das war eine Zeit lang nicht selbstverständlich. Im ersten Spiel unter Niko Kovac erwischte Anton ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein VfB Stuttgart einen schwarzen Tag, erzielte unter anderem ein Eigentor und verlor seinen Platz in der Innenverteidigung danach an Emre Can, der dort danach erstaunlich stabile Leistungen ablieferte.

Im Training immer an die Grenzen

Für Anton blieb nur die Rolle als Zuseher. Doch der EM-Teilnehmer gab nicht auf, ging trotzdem voran, trainierte gut und etablierte sich in der Führungsrolle, für die er im vergangenen Sommer geholt wurde. „In jeder Trainingseinheit geht er an die Grenzen“, lobte Kovac. Intern wurde dem Verteidiger stets hoch angerechnet, wie er sich gab, so verbesserte er seinen Status auch in der Zeit ohne Einsätze.

Und er erhöhte den positiven Druck auf seinen Coach, ihn auch spielen zu lassen. Zwar nicht auf seiner angestammten Position innen, aber immerhin als Rechtsverteidiger in den Spielen beim OSC Lille und bei RB Leipzig. Alles gelang ihm in diesen beiden Partien zwar nicht, die wertvolle Spielpraxis aber war spätestens am Sonntag gegen Mainz wichtig. Da nämlich verhalf ihm eine Umstellung in der Grundordnung zum Comeback als Innenverteidiger.

Dreierkette mit Nebeneffekten

Die Dreierkette mit und gegen den Ball, die schon in der zweiten Halbzeit in Leipzig gut funktionierte, spülte nicht nur Yan Couto und Salih Özcan in die Startelf und Maximilian Beier in seine Lieblings-Rolle als Teil einer Doppelspitze, sondern eben auch Anton in die letzte Reihe. Dort agierte er fehlerfrei, gut im Aufbau, wenn auch offensiv nicht ganz so spektakulär wie seine Nebenmänner Nico Schlotterbeck und Can.

Das ausdrückliche Lob seines Trainers unter der Woche verdiente er sich damit also auch rückwirkend. Die Wochen ohne Einsätze seien „nicht ohne für mich“ gewesen, befand Anton anschließend: „Es gibt immer mal solche Phasen in einer Karriere und es ist wichtig, einfach weiter dran zu bleiben, weiter Gas zu geben, alles dafür zu tun, um da sein zu können, wenn der Zeitpunkt kommt.“ Und das sei das Ziel in den Wochen gewesen, „in denen ich nicht so oft zum Zug gekommen bin“.

Ein Zeichen für den Endspurt

Und so war Anton Teil einer sehr stabilen Defensive. „Es hat sehr gut funktioniert. Wir haben bis auf das Gegentor kaum etwas zugelassen. Ich glaube, das spricht für sich“, analysierte er: „Jeder hat sich sehr, sehr wohl gefühlt. So nach vorne zu verteidigen, das war gefühlt ein Pressing Mann gegen Mann.“ Und es war ein Zeichen für die letzten Wochen. „Wenn die Laufbereitschaft stimmt, das Zweikampfverhalten, man kompakt verteidigt, kompakt auch angreift, dann wird alles besser. Das müssen wir einfach weiter durchziehen und in den nächsten Spielen genauso machen.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert