Dass der VfB Stuttgart am Karsamstag mit komplett leeren Händen dastehen sollte, war nicht unbedingt vorauszusehen gewesen. Dementsprechend fielen die ersten Reaktionen nach Spielschluss aus – Erklärungen für die späten Rudelbildungen nach offenbar provokantem Jubel der Dortmunder inklusive.
Ein Stuhl fliegt am Ende
Sebastian Hoeneß sprach kurz nach Spielschluss an diesem Karsamstag beim Interview mit Sky das aus, was auch dem neutralen Zuschauer durch den Kopf gegangen sein dürfte: „Diese Niederlage fühlt sich ganz, ganz bitter an.“
Woran das der VfB-Trainer im Anschluss an das kuriose 0:2 gegen Dortmund festmachte? „Allein schon aufgrund der Tatsache, dass wir in der ersten Hälfte gar keinen Torschuss zugelassen haben … Das tut weh und fühlt sich nicht richtig an mit den Gegentoren in der Nachspielzeit. Das müssen wir uns aber am Ende auch vorwerfen lassen, dass wir aus unserer Dominanz nicht genug gemacht haben. Es waren genug Möglichkeiten da, um die Führung zu erzielen (auch wenn sein Team sicherlich mehr Richtung Gehäuse von Gregor Kobel hätte kreieren können; Anm. d. Red.). Wir haben es aber nicht geschafft, das Tor zu treffen.“ Und das eben trotz anfänglicher Dominanz mit über 70 Prozent Ballbesitz zur Pause und quasi gar keinen zugelassenen BVB-Chancen.
„Ich glaube, da gab es eine Misskommunikation“
„Wir waren über das ganze Spiel die bessere Mannschaft“, pflichtete auch der wenig zu Abschlussaktionen gekommene und zuletzt im Kontext der Nationalmannschaft fleißig diskutierte Deniz Undav seinem Coach bei. „Uns haben die Details gefehlt. Gegen so ein Team, das sich fast nur hinten reinstellt, wirst du am Ende eiskalt bestraft.“ Dabei haben die Schwarz-Gelben aus seiner Sicht „selbst nicht mal mehr dran geglaubt, aber das zeichnet den BVB in dieser Saison aus“.
- Die aktuelle Tabelle
Redebedarf herrschte beim unterlegenen VfB, der seit der Übernahme von Hoeneß erstmals überhaupt ein Pflichtspiel gegen die Dortmunder verloren hatte (vier Siege, zwei Remis und das Weiterkommen im DFB-Pokal-Achtelfinale 2023/24), auch noch wegen der Szenen kurz nach den beiden Gegentoren durch Karim Adeyemi (90.+4) und Julian Brandt (90.+6). Hier hatten sich viele Stuttgarter Anhänger provoziert gezeigt und waren sogar in Scharen in den Innenraum gen Werbebande eingedrungen – auch ein Stuhl war in diesem Zusammenhang auf den Rasen geflogen.
Hintergrund dessen laut Undav: „Es war ein provokanter Jubel – anscheinend. Das hatten wir gegen Porto auch schon. Der Adeyemi macht dann so (Undav hält sich bei seinen Ausführungen den Finger vor den Mund; Anm. d. Red.) – mit der Begründung, dass ich das in Dortmund (bei seinem Dreierpack beim wilden 3:3; Anm. d. Red.) auch gemacht hätte. Dann sind die Fans aufgebracht gewesen. Wir sind mit ein paar Spielern hingegangen. Ich glaube, da gab es eine Misskommunikation.“
„Wir hatten eine kleine Meinungsverschiedenheit.“ (Niko Kovac über die Diskussionen mit Sebastian Hoeneß nach Spielschluss)
In Folge dieser Szenen mitsamt Rudelbildungen zwischen etlichen Spielern auf dem Rasen nach beiden Treffern sowie nach Spielschluss hatten sich übrigens auch noch die beiden Trainer Hoeneß und Niko Kovac beim eifrigen Diskutieren gezeigt. Das Thema kochten beide im Anschluss aber routiniert herunter. „Dass so ein Spiel viele Emotionen mit sich bringt, das hat sich angedeutet – und sich am Ende beim Dortmunder Jubel entladen“, sagte etwa Hoeneß, der den Inhalt des leidenschaftlichen Streitgesprächs für sich behielt. „Das haben wir dann mal ganz kurz ausdiskutieren müssen.“
Und sein Gegenüber Kovac („Wir haben heute sicherlich keinen Leckerbissen gesehen“) meinte: „Wir hatten eine kleine Meinungsverschiedenheit. Aber das ist auch ok, wir sind am Fußballplatz, das gehört dazu.“

