Kontinuität auf der Trainerbank: Ein Kieler „Push“ im Klassenkampf?

Kann die vorzeitige Vertragsverlängerung mit dem Trainerstaff noch einen wichtigen Schub für die letzten sieben Spiele geben? Darauf hofft Bundesliga-Schlusslicht Holstein Kiel vor dem schweren Auswärtsgang zu Mainz 05.

Holstein in Mainz ohne Pichler

Mit Harmonie in Richtung Abstieg? Ein für den Profifußball eher untypisches Szenario. Doch das Bundesliga-Schlusslicht Holstein Kiel bleibt auch in stürmischen Zeiten seiner Linie treu. Anderenorts regiert in der sportlichen Krise die Hoffnung, mit einer Trainerentlassung neue Impulse setzen und damit im Optimalfall letzte Kräfte mobilisieren zu können. Die Störche hingegen verkündeten am Mittwoch die vorzeitige Verlängerung der ursprünglich bis 2026 datierten Verträge mit Chefcoach Marcel Rapp sowie dessen Assistenten Dirk Bremser und Alexander Hahn bis 2028.

„Kontinuität, Vertrauen und Ehrgeiz“

Am Donnerstag untermauerten Rapp und Sportchef Carsten Wehlmann (52) auf dem Podium vor Pressevertreten auch persönlich das Bild einer unerschütterlichen Einheit. Sie wirkten wie Botschafter des speziellen Kieler Weges mit den Eckpfeilern „Kontinuität, Vertrauen und Ehrgeiz“. Wehlmann ist nach eigenen Worten zutiefst überzeugt von der menschlichen und fachlichen Qualität des Trainerstaffs, sprach von sehr angenehmen Gesprächen im Rahmen der Vertragsverhandlungen.

Der gebürtige Pforzheimer Rapp, immerhin schon seit Oktober 2021 in seiner nördlichen Wahl-Heimat im Amt, fühlt auch dank des familiären Rückhaltes sowie des ruhigen Umfeldes noch genug Energie, dem Verein „etwas geben und die Spieler weiter erreichen zu können“. „Ich habe Bock auf die Geschichte. Lass‘ uns weitermachen!“ Mit diesen Worten beschrieb der 45-Jährige das finale Resultat seiner Überlegungen.

Als Nebeneffekt dieses für ihn positiven Signals für den ganzen Klub hofft Wehlmann auch „auf einen Push für die letzten sieben Spiele der Saison“. Fünf Punkte Rückstand haben die Störche nach mittlerweile 18 Niederlagen aktuell auf Relegationsplatz 16. Um am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) ausgerechnet beim Champions-League-Anwärter Mainz 05 einen Überraschungscoup landen zu können, bedarf es laut Rapp vor allem eines im Vergleich zum massiv ernüchternden 0:3 gegen Bremen in der Vorwoche deutlich verbesserten Zweikampfverhaltens (Bilanz gegen Werder: 26 Prozent!): „Das ist der springende Punkt. Gerade gegen einen Gegner wie Mainz, der über seine Intensität und Aggressivität kommt.“

Verzichten muss Rapp gegen die 05er, die bereits beim 3:0-Hinspielsieg turmhoch überlegen waren, neben Andu Kelati (Reizung der Quadrizepssehne), Patrick Erras (Folgen einer Gehirnerschütterung), Colin Kleine-Bekel (Aufbau nach Kreuzbandriss) und Ivan Nekic (Schambeinverletzung) auch auf Benedikt Pichler, der sich gegen Bremen eine noch nicht näher definierte Muskelverletzung im Oberschenkel zugezogen hat.

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