Die TSG Hoffenheim hat wieder eine handlungsfähige Vereinsführung. Auf der Mitgliederversammlung am Montagabend wurden in Anwesenheit von Vereinspatron Dietmar Hopp aus insgesamt zehn Bewerbern der Hoffenheimer André Kreuzwieser zum 1. und Florian Beil zum 2. Vereinsvorsitzenden gewählt.
Ex-Profi Beil Stellvertreter
1150 stimmberechtigte Mitglieder waren zu der Versammlung in der PreZero-Arena erschienen, um der bisher nur eingeschränkt geschäftsfähigen TSG Hoffenheim einen neuen Vereinsvorsitz zu geben. Bis auf den 3. Vorsitzenden Frank Engelhardt waren die Führungsämter verwaist. Hintergrund: Der vormalige Vorsitzende Jörg Albrecht hatte aus gesundheitlichen Gründen sein Amt aufgegeben, dessen Stellvertreter Christoph Henssler war vorübergehend eingesprungen. Aber auch der aus der Fanszene stammende Henssler war zuletzt nach einem gescheiterten Putschversuch gegen Sportgeschäftsführer Andreas Schicker zurückgetreten.
Von den vom Ehrenrat zugelassenen drei Kandidaten für den Vereinsvorsitz setzte sich André Kreuzwieser mit 759 Stimmen gegen seine Mitbewerber Florian Beil (126) und Uwe Heiss (122) durch. Er wird die TSG in den kommenden drei Jahren führen. Von den verbliebenen neun Anwärtern für die Wahl zum Stellvertreter setzte sich der Ex-Profi Florian Beil durch, der als Teammanager in der TSG-Akademie tätig ist.
„Ich bin überwältigt von dem Zuspruch, damit hätte ich nicht gerechnet“, erklärte Kreuzwieser, ein gebürtiger und dort lebender Hoffenheimer, einstiger Fußballer der U-23-Mannschaft in der Verbandsliga, der in der Softwarebranche tätig und als Mitgesellschafter an einem Unternehmen beteiligt ist. „Ich bin mir der Verantwortung bewusst, das Miteinander sollte künftig wieder im Vordergrund stehen. Es ist wichtig, dass wieder Ruhe einkehrt in den Verein.“
Das neue Führungsgremium ist zugleich die mächtigste Schaltstelle beim Kraichgauer Bundesligisten. Denn nach der Rückgabe der Stimmrechtemehrheit seitens Mäzen Dietmar Hopp an den Stammverein (50+1) ist der e.V. pro forma derjenige Gesellschafter, der im Zweifels- oder Streitfall am Ende das letzte Wort hat.
Schicker dankt Hopp
Noch in dieser Woche sollen erste Gespräche zum gegenseitigen Kennenlernen und über die künftige Ausrichtung des Klubs zwischen dem neuen Gremium und dem verbliebenen Geschäftsführer Andreas Schicker stattfinden. Schicker ringt um eine Ausgewogenheit zwischen den zuweilen unterschiedlichen Interessen und Sichtweisen der Fanszene, des Vereins und von Geldgeber Hopp.
Ilzer gegen Wolfsburg wieder an der Linie
Schicker bedankte sich in seiner Ansprache bei Hopp. „Es besteht ein großes Vertrauen zwischen uns.“ Zudem warb Schicker um Einigkeit im Klub: „Es darf keine verschiedenen Lager geben im Verein, keine Gewinner und keine Verlierer. Wir alle sind gut beraten, das Lebenswerk von Dietmar Hopp zu bewahren und gut in die Zukunft zu führen.“
In diesem Sinne verkündete Schicker die erste Neuverpflichtung für die kommende Saison: Stürmer Alessandro Vogt kommt aus St. Gallen. Und der Geschäftsführer kündigte an, dass der zuletzt erkrankt fehlende Trainer Christian Ilzer im Laufe der Woche seinen Job wieder aufnehmen wird.

