Lernt Xabi Alonso aus der Pleite in Bielefeld? „Wenn nicht, bin ich sehr dumm“

Beim Pokal-Aus in Bielefeld wurde Bayer 04 durch konsequentes Pressing verdient besiegt. Auch weil Xabi Alonsos Matchplan nicht passte. Am Samstag beim 1. FC Heidenheim droht ein schnelles Dé­jà-vu. Leverkusens Trainer hat aber die Lehren aus dem Tiefschlag gezogen. Das ist seine Reaktion.

Drohendes Dé­jà-vu

Auch einen Tag vor dem Bundesliga-Spiel in Heidenheim ist beim Double-Gewinner aus Leverkusen die 1:2-Niederlage in Bielefeld noch sehr präsent. Der Stachel sitzt tief nach dem Halbfinal-Aus gegen den Drittligisten. Gerade deshalb, weil nicht die Faktoren Glück und Schiedsrichter, sondern die eigene unzureichende Leistung der Grund für das Ausscheiden war.

Dieses hatte Geschäftsführer Simon Rolfes im späteren Nachklang mit kritischen Worten über sein LinkedIn-Profil den Spielern angekreidet. „Wir haben uns aber nicht so präsentiert, wie wir es uns vorgestellt hätten. Bielefeld hingegen schon. Sie spielten zielstrebig, präsent und mit dem Willen, jedes Duell zu gewinnen. Respekt für ihre Leistung. Gegen eine Mannschaft zu verlieren, die es schlichtweg verdient hatte – das trifft einen anderen Nerv“, schrieb der Manager, der damit eindeutig die Einstellung der Bayer-Profis monierte.

Xabi Alonso hingegen nahm am Freitag mit etwas mehr Abstand einen anderen Blickwinkel bei der Aufarbeitung der Pokal-Pleite ein. „Ich habe mir das Spiel nochmal angeschaut. Natürlich hätten wir mehr Energie gebraucht, aber wir konnten nicht. Wir haben nicht gut gespielt, viele fußballerische Dinge nicht gut gemacht. Individuell, kollektiv – es war ein Tag, an dem nichts gut geklappt hat“, sagte der Leverkusener Trainer, „das waren die wichtigsten Gründe, warum wir das Finale nicht erreicht haben. Ich glaube nicht, dass es an der Einstellung lag.“

Nein, dass Bayer so schlecht spielte, lag auch entscheidend mit daran, dass der Matchplan nicht passte. Für Xabi Alonso eine lange Zeit ungewohnte Erfahrung, die sich allerdings  zuletzt bei den beiden ernüchternden Niederlagen im Achtelfinale der Champions League gegen Bayern München (0:3 und 0:2) sowie eben bei der 1:2-Pleite in Bielefeld häuften. Bittere Stunden, aus denen der Baske seine Lehren zieht. Bereits  nach dem 0:3 in München hatte der 43-Jährge erklärt: „Ich kann auch lernen.“

„Ich vergesse nicht so schnell, was in Bielefeld passiert ist.“ (Xabi Alonso)

Ob ihn diese Negativ-Erfahrungen helfen bei seiner Entwicklung als Trainer, wurde Xabi Alonso jetzt gefragt. Seine Antwort fiel offen wie ehrlich aus. „Ich hoffe es. Wenn nicht, bin ich sehr dumm. Ich lerne aus jedem schlechten Moment. Das ist für mich ein guter Unterricht“, sagte der Spanier, „ich vergesse nicht so schnell, was in Bielefeld passiert ist.“

Und Xabi Alonso ist bewusst, dass er schnell aus den 90 Minuten von Bielefeld lernen muss. Weiß er doch, dass sonst ihm und seiner Mannschaft schon in Heidenheim ein Dé­jà-vu vom Dienstagabend droht. Und damit ist nicht der Bielefelder Trick gemeint, dass die Arminia den Rasen auf der Alm schon am Morgen und nicht mehr kurz vor dem Spiel gewässert hatte.

Heidenheim dürfte dieselbe Taktik wie Arminia wählen

Dass dadurch der Ball auf dem staubtrockenen Geläuf im Pokalspiel nicht so schnell lief wie gewohnt, lässt der Trainer nämlich nicht als Alibi gelten. Während Klub-Boss Fernando Carro sich wegen des Bielefelder Vergehens nach dem Abpfiff massiv über die Maßnahme beschwert hatte, betonte Xabi Alonso am Freitag: „Der Platz war für alle gleich.  Das ist keine Ausrede für uns. Wir finden nicht, dass das der Grund war.“

Vielmehr lagen Bayers Probleme im Bielefelder Pressing begründet, auf das die Mannschaft mit viel zu vielen langen Pässen keine richtige Antwort fand. In Heidenheim rechnet Xabi Alonso mit einem Gegner, der dasselbe Stilmittel gegen Bayers Kombinationsspiel wählen wird, also sehr aggressiv, sehr  mannbezogen verteidigen und versuchen wird, die Leverkusener Schaltzentrale um Chef-Stratege Granit Xhaka zu erdrücken.

Xabi Alonso hat die Lehren gezogen – der Praxistest für seine Profis wird schwieriger

„Das kann passieren“, räumt Xabi Alonso ein, „in Wolfsburg (Heidenheim gewann 1:0 und ließ nur zwei Chancen zu, Anm. d. Red.) haben sie es so gemacht. Wir erwarten sie so, mit guter Energie, dass sie uns pressen, dass sie uns nicht so viel Zeit mit dem Ball geben.“ Seine Lehren hat der 43-Jährige aus dem Pokal-Aus in dieser Hinsicht gezogen. „Wir müssen eine gute Positionierung haben, Vertrauen haben mit dem Ball, öfter versuchen, kurze Pässe zu spielen, nicht nur lange. Dass wir einen guten Mix haben, nicht nur mit Pässen in den Fuß, sondern auch in die Tiefe.“

Auch – und nicht ausschließlich. Eben anders als in Bielefeld. Den theoretischen Teil der Lehrstunde auf der Bielefelder Alm haben Xabi Alonso und Bayer 04 erfolgreich absolviert. Am Samstag auf der schwäbischen Hochalb dürfte der Praxistest den deutlich schwierigeren Part für seine Spieler darstellen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Neue Wettanbieter
Kyngs

JAHRESUMSATZ: 1.000.000€
BESITZER: Liernin Enterprises LTD
LIZENZ: Curacao

Boomerang Bet

JAHRESUMSATZ: 5.000.000€
LIZENZ: Komoren (Anjouan)

Stakes

JAHRESUMSATZ: 5.000.000€
BESITZER: Tobique
LIZENZ: Kanada

Betkin

JAHRESUMSATZ: 1.000.000€
BESITZER: StepX B.V.
LIZENZ: Curacao

Welle

JAHRESUMSATZ: 1.000.000€
BESITZER: JER-TEAM N.V.
LIZENZ: Curacao