Linton Maina war beim 1:0-Sieg der Kölner gegen Wolfsburg der entscheidende Mann. Nach dem Spiel sprach der Torschütze über sein Formhoch. Außerdem bekam er Sonderlob von seinem Kapitän und sein Trainer ordnete die Situation ein.
Kwasniok hofft auf den „Dauerzustand“
Nachdem der 1. FC Köln beim 1:0 gegen den VfL Wolfsburg das erste Mal seit Anfang Oktober (1:0 in Hoffenheim) und überhaupt erst das zweite Mal in dieser Saison zu null gespielt hatte, wurde FC-Kapitän Marvin Schwäbe gefragt, wer denn für ihn der Spieler des Spiels war. Die Antwort war eindeutig: „Mit seinem zauberhaften linken Fuß, heute Linton“, sagte er bei Sky.
Schwäbe selbst, der mit starken Paraden die drei Punkte festgehalten hatte, war natürlich auch ein Kandidat für den Titel des Man of the Match. Und der Torhüter bekam auch von allen Seiten Lob, aber es waren sich trotzdem alle einig, dass Linton Maina, der den entscheidenden Treffer erzielt und damit seinen dritten Scorerpunkt in den vergangenen vier Spielen verbucht hatte, der Mann der Stunde ist: „Er ist einfach da und das freut mich. Ich hoffe, dass aus einer Phase ein Dauerzustand wird“, sagte Köln-Trainer Lukas Kwasniok.
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Maina stand in der Hinrunde nur zweimal in der Startelf
Dabei war es für Maina in dieser Saison bisher nicht immer einfach gewesen. In der Hinrunde stand der 26-Jährige nur zweimal in der Startelf. Sein Trainer betonte dahingehend aber, dass das nicht nur an Maina selbst lag: „Linton hatte das Pech, dass drei, vier Jungs in der Offensive das sehr gut gemacht haben und wir mit El Mala einen guten Einwechsler hatten. Dann sind sie ihm so ein bisschen davongelaufen. Aber er hat sich einfach festgebissen und die Winterpause genutzt.“
Man müsse da sein, wenn die anderen schwächeln, erklärte Kwasniok. Und genau das war Maina. Er war im neuen Jahr gleich mehrmals zur Stelle, wenn es darauf ankam. Gegen den FC Bayern (1:3) erzielte er die zwischenzeitliche Führung, beim SC Freiburg (1:2) legte er das Eigentor, das zum 1:0 für den FC führte, auf und jetzt gegen Wolfsburg war es seine Einzelaktion, die letztlich das Spiel entschied. Woher kommt dieser plötzliche Leistungssprung? „Ich bin gerade im Flow. Da klappt dann ganz viel“, ordnete der Spieler selbst sein Formhoch mit einem Lächeln im Gesicht ein.
Kwasniok bemängelt den Umgang von außen
Und die Wahl zum Spieler des Spiels, die ihm sein Kapitän Schwäbe ja ausgesprochen hatte, nahm Maina artig an: „Wenn’s vom Kapitän kommt, muss man es ja annehmen.“ Die Hinrunde sei für ihn nicht einfach gewesen, aber jetzt wolle er seine Hochphase „so lange wie möglich halten“. Denn – das war dem Außenbahnspieler anzusehen: „Es macht gerade riesig Spaß.“
„Wir neigen dazu, Spieler in Phasen, in denen es nicht ganz so gut läuft, recht schnell abzuschreiben.“ (Lukas Kwasniok)
Kwasniok wollte das Thema aber nicht ohne eine übergeordnete Einordnung stehen lassen. Der Coach gab zu bedenken, dass solche unterschiedlichen Phasen innerhalb einer Saison völlig normal seien und vielleicht der Umgang von außen damit überdacht werden sollte: „Wir neigen dazu, Spieler in Phasen, in denen es nicht ganz so gut läuft, recht schnell abzuschreiben, weil wir als Fan eine gewisse Emotionalität an den Tag legen. Und eben auch die Erwartungshaltung haben, dass sie funktionieren wie Roboter.“
Maina bekommt auch manchmal Druck von Kwasniok
Gleichzeitig sei die Erwartung in den guten Phasen – wie Maina sie gerade durchlebt -, dass in jedem Spiel auf höchstem Niveau performt werde. „Ich glaube, in der Mitte liegt die Wahrheit“, sagte Kwasniok. Und zur Wahrheit gehöre auch, dass Maina zwar „ein astreiner Junge“ sei und „das Herz am rechten Fleck“ habe, aber von Zeit zu Zeit auch eine etwas deutlichere Ansage vom Trainer benötige: „Er ist jemand, der ab und zu auch mal einen freundlichen Tritt in den Allerwertesten braucht. Da haben wir eine ordentliche Mischung gefunden.“
Ob Mainas Flow auch gegen die Top-Teams der Liga anhält, wird sich in den kommenden Wochen zeigen, wenn der FC es mit Leipzig (8. Februar), Stuttgart (14. Februar) und Hoffenheim (21. Februar) zu tun bekommt. Die Kölner könnten seinen zauberhaften linken Fuß bei diesem Programm sicherlich in Top-Form gebrauchen.

