Torwart-Frage „schwierig für mich“: Was Hjulmand zwischen den Zeilen sagt

Marek Flekken steht vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining und damit Kasper Hjulmand vor der Entscheidung, wer dann die Nummer 1 ist. Am Freitag äußerte sich der Bayer-Trainer erstmals zu dem Thema.

Nach Flekkens Rückkehr

Verantwortliche und Vereine ziehen immer mehr und immer mehr verfeinerte Statistiken heran, um Spieler zu durchleuchten. Dem Daten-Scouting kommt eine immer größere Bedeutung zu. Und dennoch sind Zahlen alleine nicht das einzig entscheidende Kriterium, um Fußballer zu bewerten. Doch manche Entscheidung lässt sich so deutlich sicherer treffen als ohne statistische Unterstützung.

Bei Gegentoren und Paraden spricht die Statistik für Blaswich

Doch gilt dies auch für die Leverkusener Torwart-Entscheidung? Trainer Kasper Hjulmand steht vor der Frage: Bleibt Stellvertreter Janis Blaswich im Kasten oder bekommt Mark Flekken, der nach einer Innenbandverletzung im Knie vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining steht, seinen Status als Nummer 1 zurück?

Zieht man einfach nur die Statistik zurate, wäre die Antwort ganz einfach. Darf Janis Blaswich doch mit 85,2 Prozent auf die mit Abstand beste Paradenquote in der Bundesliga (der Mainzer Daniel Batz folgt mit 73,8 Prozent) hinweisen. Flekkens Quote liegt bei ebenfalls starken 70,2 Prozent, die von den Stammkeepern der Liga einzig Dortmunds Gregor Kobel (70,6 %) überbietet.

Blaswich weist in der Bundesliga Bestwerte vor

Der 34-jährige Blaswich, der im Sommer aus Leipzig kam, kassiert zudem nur alle 165 Minuten einen Gegentreffer – auch hier ist er der Liga-Konkurrenz weit voraus. Münchens Jonas Urbig (alle 98 Minuten) kommt ihm noch am nächsten. Beim 32-jährigen Flekken schlug es hingegen alle 60 Minuten ein.

Und auch auch bei den xGoals gegen sich ist Blaswich der Liga-Primus: 6,25 xGoals weist die Statistik in der Liga gegen ihn aus, doch Blaswich musste in der Realität nur vier Mal hinter sich greifen. Flekken liegt in dieser Statistik (20,67 xG gegen sich, aber 25 Gegentreffer) hingegen weit hinten in der Liga.

„Es ist sehr, sehr gut für das Team, dass es kompliziert und schwierig für mich ist.“ (Kasper Hjulmand)

Wer denkt, dass damit die Antwort auf die Torwart-Frage klar ist, liegt allerdings daneben. „Es ist sehr, sehr gut für das Team, dass es kompliziert und schwierig für mich ist“, antwortete Kasper Hjulmand am Freitag, „es ist nicht einfach. Mal sehen.“

Diese Aussage jetzt als ausbleibendes Bekenntnis des Trainers zu dem im Sommer für elf Millionen Euro vom FC Brentford als neue Nummer 1 geholten Flekken zu interpretieren, wäre allerdings naiv. Schließlich könnte Flekken, der vor der Rückkehr ins Teamtraining steht, wohl bestenfalls am Samstag nächster Woche gegen Bayern München wieder spielen. Und selbst das ist eher auszuschließen, hat Hjulmand doch bislang bei zuvor verletzten Akteuren eher eine oder zwei Wochen länger mit deren Einsatz gewartet, als es die meisten seiner Kollegen getan hätten.

Jetzt einen Torwartwechsel anzukündigen, wäre ein Fauxpas gewesen

Im Umkehrschluss heißt dies, dass Blaswich nicht nur am Samstag in Freiburg, sondern wahrscheinlich zumindest auch in beiden Champions-League-Spielen gegen den FC Arsenal in der nächsten und der darauffolgenden Woche sowie gegen den Rekordmeister im Leverkusener Kasten stehen wird. Und vor diesem Viererpack – auch noch öffentlich – zu erklären, dass der 34-Jährige dann wieder sein Platz räumen muss, wäre ein psychologischer Fauxpas ersten Ranges gewesen.

Interessanter war es, wenn man Hjulmands Worte aufmerksam verfolgte, die er zu beiden Kandidaten sowie zum kompletten Torhüter-Team sprach. Bei diesen konnte man durchaus Nuancen heraushören. So erteilte er Flekken einen Ritterschlag, als er sagte: „Mark ist ein großartiger Torhüter, ich habe großes Vertrauen in ihn.“

Hjulmand steckt Blaswich in ein Paket mit den anderen Ersatz-Keepern

Zu Blaswich äußerte sich der Trainer natürlich auch durchweg positiv. „Janis hat es sehr gut gemacht, nicht nur seitdem er im Tor angefangen hat“, sagte Hjulmand, um die aktuelle Nummer 1 dann aber in ein Paket mit den beiden anderen Ersatzkeepern zu stecken. „Aber ich war die ganze Saison über so glücklich mit ihm und Lombo (Niklas Lomb, aktuell die Nummer 3, Anm. d. Red.), die Art, wie sie alles für das Team geben.“ Außerdem sei er auch „sehr zufrieden mit Jonas Omlin. Er könnte auch im Tor stehen.“

Blaswich bekam also ein Lob für die Art und Weise, wie er seinen Stellvertreter-Job verrichtet. Flekken hingegen für die Klasse, die er mitbringt und die ihn vor allem als den besten Fußballer unter den Leverkusener Torhütern auszeichnet. Eine Qualität des niederländischen Nationalspielers, die für den Spielansatz von immenser Bedeutung ist, weshalb Flekken unter anderem auch verpflichtet wurde. Und ein Bereich, in dem Blaswich nicht frei von Schwächen ist.

Eine Entscheidung gegen Flekken wäre eine Überraschung

Noch muss Hjulmand keine Entscheidung fällen. Vieles spricht dafür, dass diese frühestens zum Spiel in Heidenheim vor der Länderspielperiode getroffen wird oder erst gar nach dieser beim Wiederauftakt gegen Wolfsburg Anfang April. Und trotz aller herausragender Werte Blaswichs wäre es eine Überraschung, wenn diese Entscheidung gegen Flekken ausfallen würde.

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