2024/25 avancierte Elias Baum während seiner Leihe zur SV Elversberg zum besten Außenverteidiger der 2. Liga. In Frankfurt droht ihm ein verlorenes Jahr, auch unter Trainer Albert Riera spielt er kaum.
Verlorenes Jahr für das Eigengewächs?
Hinter Elias Baum liegt bislang eine Spielzeit zum Vergessen. Zu Saisonbeginn schenkte ihm Ex-Trainer Dino Toppmöller kein Vertrauen, im Oktober zog er sich bei der U-21-Nationalmannschaft eine Muskelverletzung zu und kurz vor Weihnachten erlitt er in Hamburg eine Innenbandverletzung im Knie – ausgerechnet in seinem ersten Saison-Einsatz.
Nach der Verletzung des etatmäßigen Rechtsverteidigers Rasmus Kristensen schrieb der kicker: „In den kommenden Wochen dürfte Baum vermehrt zum Zug kommen.“ Ein Trugschluss. Unter dem neuen Trainer Albert Riera kam Baum nur zu einem Kurzeinsatz: bei der 2:3-Niederlage in München wurde er in der 77. Minute eingewechselt.
Baums Trainingsleistungen lassen sich nicht seriös bewerten, da Riera die Schotten bis auf ganz wenige Ausnahmen dicht macht. Doch offensichtlich gibt es taktische Gründe, die erklären, weshalb Baum einen schweren Stand hat.
Baums Elversberg-Rolle gibt es nicht
In Elversberg interpretierte er seine Rolle als rechter Außenverteidiger sehr offensiv, flitzte die Linie entlang und hatte mit drei Toren und sieben Assists großen Einfluss aufs Offensivspiel. Diese Rolle existiert in Frankfurt aktuell nicht. Nathaniel Brown, als Leistungsträger ohnehin gesetzt, rückt im Aufbauspiel ins Mittelfeld. Dort will Riera für Dominanz sorgen.
Der andere Außenverteidiger, Nnamdi Collins, rückt ein und bildet mit den Innenverteidigern Robin Koch und Aurele Amenda eine Dreierkette. Diese Aufgabe passt zu Collins, der gelernter Innenverteidiger ist und mit seiner Robustheit und Schnelligkeit die Tiefe absichern kann. Im Aufbauspiel hat Collins zwar Probleme, zumal der Rechtsfüßer in den vergangenen beiden Partien ungewohnt auf der linken Seite begann. Doch diesen Nachteil nimmt Riera in Kauf. Zuletzt lief der Aufbau vor allem über Amenda.
Abschied im Sommer?
Die Zeit wird zeigen, ob es mit dieser Herangehensweise gelingen wird, Jonathan Burkardt besser in Szene zu setzen. Am Millerntor hing der Stürmer in der Luft und wartete vergeblich auf brauchbare Zuspiele von außen. Dort konnten sich die Flügelspieler Arnaud Kalimuendo und Jean-Matteo Bahoya kaum durchsetzen. Möglicherweise hätte ein hinterlaufender Außenverteidiger wie Baum das Offensivspiel beleben und für mehr Hereingaben sorgen können. Doch das bleibt hypothetisch. Klar ist: Aus dem zentralen Mittelfeld entstand keine Torgefahr. Das soll sich mit der Rückkehr von Can Uzun ändern.
Sollte Riera an seiner taktischen Herangehensweise festhalten, dürfte es für Baum auch in den kommenden Wochen schwierig werden, über sporadische Joker-Einsätze hinauszukommen. Es droht ein verlorenes Jahr – und ein Abschied des Eigengewächses im Sommer. Dabei ruhten auf Baum große Hoffnungen, nachdem er im vergangenen Sommer sogar die Rangliste der 2. Liga angeführt hatte. Mit Baum sollte endlich mal wieder ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs den Durchbruch schaffen. Diese Hoffnung schwindet.

