Ablösestreit um Werner: Leipzig und Werder nähern sich an

In den festgefahrenen Verhandlungen zwischen RB Leipzig und Werder Bremen um Trainer Ole Werner haben beide Seiten nach tagelanger Funkstille am Mittwoch wieder die Gespräche aufgenommen. Von einer Einigung aber ist man noch ein gutes Stück entfernt.

Neue Bewegung in Verhandlungen

Vor zwei Jahren diskutierten Marcel Schäfer und Clemens Fritz Seite an Seite und in harmonischer Stimmung auf der Sportbusiness-Konferenz SPOBIS in Düsseldorf über das Thema: „Wie die neue Manager-Generation die Bundesliga verändert.“ Seit dem Wochenende liefern sich der Sport-Geschäftsführer von RB Leipzig und sein Kollege von Werder Bremen indes ein zähes Ringen um Trainer Ole Werner, in das nach zwei Tagen Stillstand am Mittwoch zumindest wieder etwas Bewegung kam. Dem Vernehmen nach bewegen sich beide Seiten aufeinander zu. Eine Lösung liegt im beiderseitigen Interesse, der gordische Knoten ist aber noch nicht gelöst.

Für Leipzig ist Werner nach den gescheiterten Bemühungen um Cesc Fabregas (Como 1907), Sebastian Hoeneß (VfB Stuttgart), Roger Schmidt (vereinslos), Oliver Glasner (Crystal Palace) und Jacob Neestrup (FC Kopenhagen) der erklärte Wunschkandidat, auch wenn zuletzt die Fühler nach dem in Saudi-Arabien bei Al-Ahly beschäftigten Matthias Jaissle als mögliche Alternative ausgestreckt wurden. Und Werder kann angesichts der wirtschaftlich angespannten Situation kein Interesse haben, die Gehaltskosten von insgesamt rund 2,5 Millionen Euro für ein beurlaubtes Trainerteam – neben Werner sollen auch dessen Assistenten Patrick Kohlmann und Tom Cichon nach Leipzig folgen – zu stemmen.

Bonus-Zahlungen als Kompromiss?

Von der ursprünglichen Forderung von sechs Millionen Euro für den vor drei Wochen freigestellten und von RB umworbenen Coach ist man bei Werder inzwischen abgerückt. RB hatte diese Summe als indiskutabel zurückgewiesen, in Leipzig hält man eine Ablöse zwischen zwei und drei Millionen Euro für angemessen. Denkbar ist, dass sich beide Seiten auf der Suche nach Kompromissen auf Bonus-Zahlungen verständigen, die im Erfolgsfall fällig wären.

Werder hatte Werner vor drei Wochen freigestellt, nachdem dieser sich geweigert hatte, seinen bis 2026 datierten Vertrag zu verlängern. Werner hatte diese Entscheidung damit begründet, dass er nach knapp vier Jahren als Werder-Coach in Bremen keine Perspektive sehe, um sportlich ambitionierte Ziele wie das Erreichen eines internationalen Wettbewerbes verfolgen zu können. Sollte er in Leipzig unterschreiben, wäre dies kein Ziel, sondern Pflicht.

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