Dass Leverkusens Granit Xhaka Begehrlichkeiten von Seiten Milans geweckt hat, ist bekannt. Doch das Paket inklusive zweistelliger Millionenablöse hat das Interesse offensichtlich rapide abkühlen lassen.
Paket offensichtlich zu teuer
Anfang Juni berichtete der kicker darüber, dass die AC Mailand Interesse an Leverkusens Mittelfeld-Strategen Granit Xhaka bekundet. Der im September 33 Jahre alt werdende Schweizer Rekordnationalspieler steht vor allem bei Milans neuem Sportdirektor Igli Tare hoch im Kurs, der sich also an die Arbeit machte und die Lage sondierte.
Es entstand das Bild von einem Transfer, der auf Hochtouren läuft
Seitdem überschlugen sich in Italien die Berichte über Leverkusens letzten verbliebenen Leader und dessen baldige Zukunft in Mailand. Der Spieler habe Milan schon zugesagt. Von einer Einigung über einen Dreijahresvertrag plus Option auf eine vierte Saison war die Rede. Und von Ablöseverhandlungen zwischen den Klubs wurde berichtet. So entstand das Bild von einem Transfer, der auf Hochtouren vorangetrieben wurde.
Doch ganz so weit ist der von Milan angedachte Wechsel nie vorangeschritten. Als es die ersten Berichte von Verhandlungen zwischen den Klubs gab, hatte sich Milan konkret nämlich nicht wegen Xhaka bei Bayer zwecks eines Angebots gemeldet. Wofür es einen guten Grund gibt.
Über Sondierungsgespräche ging der Deal nicht hinaus
Ist doch das Interesse Milans an dem Routinier, der noch bis 2028 in Leverkusen unter Vertrag steht, offensichtlich extrem abgekühlt. Und das, nachdem Tare die finanziellen Dimensionen des Deals ausgelotet hatte.
In den Sondierungsgesprächen erfuhr der ehemalige Bundesliga-Profi, dass sich für Xhakas Gehalt über eine Laufzeit von mindestens drei Jahren und die Ablöse ein Paket im Bereich von 40 Millionen Euro bilden würde. Alleine die Ablöse für Xhaka, der nach seinem Transfer vom FC Arsenal im Sommer 2023 bei Bayer 04 noch mit etwa zwölf Millionen Euro in den Büchern stehen müsste, hätte sich mindestens bei diesem Betrag bewegt, eher höher.
Akut gibt es keine Indikatoren, dass Xhaka Bayer verlässt
Seitdem dieses Volumen für einen Transfer im Raum steht, ist es von Milans Seite ruhig geworden. Offenbar hatte man mit einem deutlich günstigeren Paket gerechnet. Eine Gesamtinvestition von um die 40 Millionen Euro für einen bald 33-Jährigen entspricht offenbar nicht den Vorstellungen der Milan-Bosse.
Dass die Norditaliener nun doch noch mit einem konkreten Angebot in Leverkusen aufschlagen, gilt als genauso unwahrscheinlich wie ein Wechsel Xhakas zur AC Mailand, die sich inzwischen um Brügges hochtalentierten und zehn Jahre jüngeren Sechser Ardon Jashari bemühen soll.
Derzeit gibt es also keinerlei Indikatoren dafür, dass Xhaka Leverkusen verlässt. Auch für türkische Klubs wie Galatasaray, die immer wieder als Interessenten aufploppen, erscheint das Paket als (zu) schwer. Dennoch ist ein Verbleib des Mittelfeldspielers in der Bundesliga nicht final gesichert.
Saudi-Arabien und Klub-WM könnten die Lage noch ändern
So könnte ein unmoralisches Angebot aus Saudi-Arabien Xhaka aus Leverkusen weglocken. Zudem wird der Spielermarkt im Laufe oder im Anschluss an die Klub-WM verstärkt in Bewegung geraten. Dann könnte Xhaka im Zuge des Wechsels eines Top-Sechsers natürlich noch für einen zahlungskräftigen Großklub interessant werden. Gleiches gilt im Fall eines langfristigen verletzungsbedingten Ausfalls eines hochkarätigen Sechsers bei einem Topklub. Doch aktuell spricht alles dafür, dass Xhaka im Juli wieder das Training bei Bayer 04 aufnimmt.