Der HSV und die Kardinalfrage

Der Hamburger SV will und wird den Aufstiegskader im Verlauf der Vorbereitung noch verändern. Davon sind auch Schlüsselpositionen und damit Schlüsselspieler der Vergangenheit betroffen. Diese machen sich intensiv Gedanken über die Planspiele der Bosse.

Wieviel Umbau braucht und verträgt der Aufstiegskader

Robert Glatzel hat das erste Wochenende der neuen Saison zu Statements genutzt. Dem sportlichen, einem Dreierpack am Samstag gegen Bezirksligist Elstorf (8:1), folgte nach dem 2:1 in Oldenburg ein verbales. Für seine Position wird intensiv mit Leipzigs Yussuf Poulsen verhandelt, und der amtierende Mittelstürmer sagt: „Wir wollen die Liga halten und brauchen Verstärkung. Eine neue Konkurrenzsituation gehört dazu, damit komme ich klar.“ Doch wie viel Umbau tut dem HSV gut und wie viel geht womöglich zulasten der Homogenität, die in der Vorsaison ein großes Plus war?

Für Meffert geht es um „eine Philosophiefrage“

Wie Glatzel hat sich auch Jonas Meffert intensive Gedanken über diese Thematik gemacht, nachdem er die Schlagzeilen nach den ersten Trainingstagen verfolgt hat. Der 30-jährige Mittelfeldstratege sagt: „Es ist eine Philosophiefrage.“ Und er blickt auch in die Vergangenheit anderer Aufsteiger. „Manchmal ist es ein unfassbarer Vorteil, mit dem Aufstiegskader in die nächste Saison zu gehen, weil man Sachen zusammen erlebt hat, die die neue Truppe so nicht zusammen erleben wird. St. Pauli ist im letzten Jahr zum Beispiel zusammengeblieben und hat es gut gemacht. Aber auf der anderen Seite braucht es natürlich auch frische Qualität.“

Sportvorstand Stefan Kuntz und Sportdirektor Claus Costa suchen diese frische Qualität vor allem für die zentrale Achse, weil die Analyse von Merlin Polzin und seinem Trainerteam ergeben hatte, dass der HSV mehr Tempo und Intensität braucht. Meffert gesteht: „Ich bin froh, dass ich diese Entscheidungen nicht treffen muss.“ Aber sie könnten am Ende ihn betreffen.

Glatzel: „Ich nehme den Konkurrenzkampf an“

Der gebürtige Kölner gibt sich zuversichtlich, dass die Beantwortung durch die sportlichen Verantwortungsträger bestmöglich ausfallen wird. „Sie wissen, was wir brauchen, gemeinsam haben sie die Entscheidungen getroffen, durch die wir aufgestiegen sind.“ Nun müssen sie entscheiden, wie viel Veränderung der Aufstiegskader benötigt, damit am Ende auch der Klassenerhalt steht.

Was seine eigene Rolle anbelangt, gibt sich Meffert ähnlich zuversichtlich wie Glatzel. „Ich fürchte Nullkommanull um meine Position und bin sehr zuversichtlich.“ Auch der Torjäger schließt einen Abschied aus, um andernorts womöglich eine Garantie auf Spielzeit zu haben. „Es war vier Jahre lang mein Ziel, mit dem HSV in der Bundesliga zu spielen. Ich nehme den Konkurrenzkampf an.“

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