In Altach gab am Freitagabend ein Angriffstrio sein SC-Debüt – und ein etablierter Unterschiedsspieler seine Abschiedsvorstellung?
Freiburgs 8,5-Millionen-Einkauf setzt beim ersten Auftritt gleich Akzente
Aus dem Freiburger Trainingslager in Schruns (Österreich) berichtet Thiemo Müller
Julian Schuster war sichtlich zufrieden mit den zweimal 60 Minuten beim SCR Altach. Nicht nur, aber auch wegen des glatten Freiburger 3:0-Erfolgs gegen den österreichischen Bundesligisten, für den die Partie bereits eine Woche vor dem Pflichtspielstart die Generalprobe bedeutete.“Es ist hier einfach der perfekte Test“, resümierte der SC-Coach, „unter optimalen Bedingungen gegen eine Mannschaft, die körperlich von der Fitness her schon weit ist. Das ist genau das, was wir brauchen, um Schritt für Schritt voranzukommen.“
Matanovic und Suzuki mit verhaltenen Premieren im SC-Trikot
Dass nach knapp zwei Wochen Vorbereitung nicht alle Abläufe passen, zumal Schuster wie am vergangenen Freitag gegen Sandhausen (2:1) erneut auf gemischte Formationen setzte, „können wir akzeptieren“, so der Fußballlehrer. Natürlich auch mit Blick auf jenes Trio offensiver Neuzugänge, das in der Cashpoint-Arena seine Premiere im Trikot der Breisgauer feierte.
Yuito Suzuki (23) absolvierte die erste Stunde als nomineller Rechtsaußen in einer variablen Offensiv-Reihe gemeinsam mit Eren Dinkci und Derry Scherhant. Im zweiten Abschnitt gehörten dann Mittelstürmer Igor Matanovic (22) sowie Cyriaque Irié (20) gemeinsam für 30 Minuten zum Team.
„Es ist spannend, die Jungs kennenzulernen. Sie bekommen viele neue Inhalte mit, das merkt man dann auch. Es braucht Zeit, bis sich eine Selbstverständlichkeit einstellt – und die bekommen sie auch“, urteilt Schuster allgemein.
Wobei sich im Einzelnen durchaus Unterschiede zeigten: Suzuki stand noch recht klar im Schatten der Nebenleute Dinkci und Scherhant, deren Co-Produktion unter anderem der 1:0-Führungstreffer entsprang, während auch Matanovic später keine Torgefahr ausstrahlte.
Dagegen bewies Irié auf Anhieb, dass er Kraft, Dynamik und Risikofreude besitzt und auch auf eigene Faust Akzente setzen kann. Der für 8,5 Millionen Euro Ablöse geholte Zugang vom französischen Zweitligisten ES Troyes avancierte prompt zu einer Positiv-Erscheinung.
„Man sieht seine Qualitäten vor allem im offensiven Eins-gegen-eins schon ganz gut“, bestätigt Schuster. Um freilich auch festzuhalten: „Das ist ja nur ein Teil unseres Spiels. Deshalb bleiben schon noch ein paar Punkte, über die wir sprechen müssen.“ Was dem Trainer schon von Berufs wegen zum frühen Vorbereitungszeitpunkt gewiss nicht ungelegen kommt.
Letzter Vorhang für Doan? Beim Sport-Club hält man sich bedeckt
Abgelöst wurde Irié von Ritsu Doan, dessen Zukunft sich weiter im Schwebezustand befindet. Dass der speziell von Eintracht Frankfurt umworbene Japaner überhaupt noch mit ins Trainingslager reisen würde, war lange nicht abzusehen. Nun stellt sich die Frage, ob die 30 Minuten gegen Altach seine Abschiedsvorstellung markieren.
Beim Sport-Club hält man sich dazu bedeckt. So sei weder ein Angebot beim Verein eingegangen, noch habe sich Doan gegenüber den Verantwortlichen geäußert, seine persönliche Entscheidung für Frankfurt inzwischen tatsächlich getroffen zu haben. Auf einen Transfer des Unterschiedsspielers ist man gleichwohl weiterhin eingestellt.
Die Zwischenzeit in Bezug auf Doans Rolle in Tests und Trainingsformen möglichst sinnvoll zu überbrücken, lautet die Herausforderung für Schuster: „Wir versuchen für jeden die ideale Lösung zu finden“, kommentiert dies der Trainer. „In Spielen ist das nicht immer so einfach, weil nur elf auf den Platz können. Diesmal hat es mit den 30 Minuten für Ritsu genau gepasst.“