Seit der vergangenen Woche und der Ausleihe von Bayerns Daniel Peretz wurde in Hamburg viel über Daniel Heuer Fernandes geschrieben und geredet. Am Dienstag sprach der Aufstiegs-Held des HSV selbst. Und formulierte klare Ansprüche.
Heuer Fernandes über den HSV-Umbruch, Peretz und seinen Anspruch
Daniel Heuer Fernandes hat epische Bilder produziert. Zum Beispiel jenen fotografisch festgehaltenen Augenblick, in dem der Keeper nach dem aufstiegsbringenden 6:1 gegen Ulm von den Fans auf Händen durch den Volkspark getragen wurde, nachdem sein gehaltener Elfmeter beim Spielstand von 1:1 einen ganz entscheidenden Wendepunkt markiert hatte. „Der Anspruch, den ich an mich selbst habe, ist nicht mit dem Applaus aus der Vorsaison zu Ende“, sagt der 32-Jährige.
„Konkurrenzkampf hatte ich auch in den letzten Jahren“
Sein Anspruch ist und bleibt es, im Tor zu stehen. Trotz der verschärften Konkurrenzsituation durch den 25-jährigen israelischen Nationaltorwart vom FC Bayern. „Es ist wie jede Saison“, sagt Heuer Fernandes, „einen Konkurrenzkampf hatte ich in den letzten Jahren, den habe ich auch in diesem Jahr, und den werde ich auch in den nächsten Jahren haben. Dem stelle ich mich.“
Dass er ihn in der Vergangenheit fast immer und selbst in der Vorsaison gewonnen hat, obwohl Konkurrent Matheo Raab vor dessen Lungenentzündung als Nummer 1 in die Vorbereitung gestartet war, nimmt der Deutsch-Portugiese nicht als zusätzlichen Energiespender. „Meine Energie ziehe ich aus dem Wissen um meine Qualitäten.“
Den Konkurrenzkampf im Tor haben die Verantwortlichen als offen ausgerufen, weder der prominente Neuling, der ganz offensiv das Ziel Stammplatz verkündet hat, noch der Aufstiegstorwart, sollen einen Bonus haben. „Letztes Jahr hat uns der Konkurrenzkampf auf ein Niveau getragen, auf dem einer den anderen gepusht hat“, verrät Heuer Fernandes und ist überzeugt: „Das werden wir wieder tun.“
Dass Peretz trotz klar formulierter Ansprüche betonte, wie wichtig ihm sei, dass die Torhüter untereinander „ein gutes Team bilden“, goutiert der Routinier: „Die Torwartgruppe hat im letzten Jahr gut zusammengearbeitet, wir hatten immer eine gute Harmonie und Chemie, das wird auch in Zukunft so sein.“
„Ich habe ein paar Namen im Kopf“
Die Frage, wie er die Dinge bewerten würde, wenn er am Ende der Vorbereitung nur die Nummer 2 würde, fängt Heuer Fernandes ab wie eine Flanke: „Diese Option kommt in meinem Kopf nicht vor, weil ich um meine Qualitäten weiß.“ Der frühere Darmstädter stellt sich einer Situation, die es grundsätzlich tatsächlich schon in der Vergangenheit, jedoch noch nie so zugespitzt wie aktuell gab, nicht mit gespielter Gelassenheit. Er verkörpert vielmehr gesundes Selbstbewusstsein. „Am Ende entscheidet es natürlich der Trainer, aber ich habe eine klare Sicht auf die Dinge. Ich will Leistung bringen wie zuletzt und ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft sein.“
Heuer Fernandes geht in sein siebtes HSV-Jahr und registriert natürlich sehr genau, dass der Aufstiegskader im Umbruch und gerade auf den zentralen Positionen Veränderung das Gebot der Stunde ist. Die Gefahr, dass sich eine neue Hierarchie gar nicht so schnell bilden kann, wie es die anstehenden Aufgaben erfordern, will er nicht in den Mittelpunkt rücken.
„Du kannst immer Gefahren in Dingen sehen, aber es steckt ja auch eine Überzeugung dahinter.“ Er sagt: „Wir haben immer noch Spieler da, die ein starkes Gerüst gebildet und auch den Anspruch haben, weiterhin voranzugehen. Dazu zähle ich mich, aber auch andere.“ Und er deutet an, dass er nicht an einen kompletten Austausch der Aufstiegs-Säulen glaubt: „Ich“, betont der Schlussmann, „habe ein paar Namen im Kopf.“ Dass seiner dazugehört, steht nach seinem ersten öffentlichen Auftritt seit Peretz` Verpflichtung außer Frage.