Noch zwei Abgangskandidaten finden sich im Freiburger Kader. Während es bei Maximilian Philipp eine klare Tendenz gibt, ist die Lage bei Noah Weißhaupt völlig offen. Das SC-Eigengewächs, das nicht konstant mit der Mannschaft trainiert, will schon lange weg. Die 2. Liga oder das Ausland könnten Auswege sein.
Klare Tendenz bei Philipp
Während es bei anderen Klubs auf der Zielgeraden der Sommer-Transferperiode noch hoch hergeht, ist beim SC Freiburg schon länger Ruhe eingekehrt. Die Hauptaufgaben sind längst erledigt. Schon Anfang Juli hatten die Sportchefs Jochen Saier und Klemens Hartenbach für sechs Zugänge die SC-Rekordsumme von 30,7 Millionen Euro ausgegeben.
Anschließend brachten die Abschiede von Kiliann Sildillia (Eindhoven), Ritsu Doan (Frankfurt), Florent Muslija (Düsseldorf) und Michael Gregoritsch (Bröndby) gut 27 Millionen ein und reduzierten den Kader auf 29 Profis. Das ist trotz der Teilnahme an drei Wettbewerben immer noch eine hohe Anzahl, die sich aber noch ein wenig verringern könnte. Zwei Abgangskandidaten stehen nämlich noch unter Vertrag: Noah Weißhaupt und Maximilian Philipp.
Philipp schöpfte sein Potenzial nach 2017 kaum noch aus
Bei Philipp gibt es allerdings eine sehr klare Tendenz Richtung Verbleib – vor allem mangels Angeboten. Der grundsätzlich sehr talentierte Offensivspieler war 2017 sogar mal nach jahrelanger Weiterbildung in Freiburg für 20 Millionen Euro nach Dortmund gewechselt, hatte danach aber nur noch selten sein Potenzial ausschöpfen können. Auch nicht nach seiner Rückkehr 2023 von Wolfsburg zum SC.
In der vergangenen Saison war Philipp nur noch in drei Pflichtspielen zum Einsatz gekommen, ein Last-Minute-Wechsel Anfang Februar 2025 zu Union Berlin platzte kurz vor dem Abschluss. Der gebürtige Berliner stand in den bisherigen zwei Pflichtspielen erwartungsgemäß nicht im Kader und wird auch danach, gerade mit Blick auf die Offensivkonkurrenz, sportlich kaum eine Rolle spielen. Philipp verhält sich jedoch tadellos und besitzt noch einen gültigen Vertrag bis Sommer 2026. Nach der jüngsten Entwicklung ist es fraglich, ob der 31-Jährige in seiner Profikarriere nochmal einen kleinen Aufschwung erleben wird.
Weißhaupt kam für St. Pauli immer zum Einsatz
Anders liegt der Fall bei Weißhaupt. Der Offensivspieler ist ein klassisches SC-Eigengewächs, startete als Zehnjähriger im Verein und verließ ihn Anfang Januar dieses Jahres erstmals als 23-Jähriger. Weißhaupt war unter dem neuen Trainer Julian Schuster nicht auf die gewünschten Einsatzzeiten gekommen und ließ sich für ein halbes Jahr zum FC St. Pauli verleihen.
Dort lief es grundsätzlich erfreulich für Weißhaupt, der in allen 19 noch ausstehenden Bundesliga-Spielen der Kiezkicker zum Einsatz kam, dabei unter anderem ein Tor und eine Vorlage zum Ligaverbleib beisteuerte. Schon während dieses Halbjahres hatte Weißhaupt öffentlich durchblicken lassen, seine Zukunft nicht mehr bei seinem Heimat- und Stammverein zu sehen.
Klarer Abschiedswunsch noch nicht umgesetzt
St. Pauli hat ihn allerdings nicht weiterverpflichtet und bisher auch sonst kein anderer Klub – obwohl Weißhaupt vor und seit seiner vertragsgemäßen Rückkehr nach Freiburg seinen unbedingten Abschiedswunsch gegenüber Verantwortlichen und Mitspielern deutlich zum Ausdruck gebracht hat.
Sportlich ist Weißhaupt nach seiner Rückkehr kaum in Erscheinung getreten. Im ersten Testspiel nach fünf Trainingstagen gegen den SV Sandhausen (2:1) war der Rechtsfüßer, der aus privaten Gründen danach verspätet ins Trainingslager einstieg, noch eine Hälfte lang zum Einsatz gekommen, gegen die folgenden vier Testgegner aber nicht mehr.
Die klaren Abgangskandidaten haben nachvollziehbarerweise bei Schuster keine Hauptrollen mehr gespielt bei der Einsatzverteilung, die anderen Betroffenen spielten jeweils bis zu ihrem Wechsel aber öfter, und konnten teilweise für sich werben, wie Muslija gegen den HSV. Auch Philipp hat mehr Minuten erhalten. Eventuell auch, weil Weißhaupt in den vergangenen Wochen nicht immer konstant am Mannschaftstraining teilgenommen hat. Auch an diesem Mittwoch absolvierte er nach SC-Angaben ein individuelles Programm.
Potenzieller Unterschiedsspieler in der 2. Liga
„Da haben wir jetzt noch ein paar Tage, wo was passieren kann und wenn bis dahin nichts passiert, dann ist auch er ganz normal Teil des Kaders und dann plane ich auch entsprechend mit ihm. Ansonsten ist er ganz normal dabei“, hatte sich Schuster am vergangenen Donnerstag diplomatisch zum Stand bei Weißhaupt geäußert.
Spannend ist nun, ob Weißhaupt bis zum Transferschluss noch den fest eingeplanten Absprung schafft – und wohin es ihn zieht. Bei St. Pauli hat er bewiesen, in der Bundesliga mithalten zu können. In der 2. Liga könnte der frühere U-21-Nationalspieler mit Stärken im Eins-gegen-eins auch ein offensiver Unterschiedsspieler sein.
Entsprechendes Interesse aus dem Unterhaus ist vorhanden, zudem gibt es Anfragen aus dem Ausland. Die vorhandenen Offerten gilt es nun mit den ursprünglich nicht gerade geringen Ansprüchen von Weißhaupt, der etwa zuletzt mit einem Wechsel nach Gladbach geliebäugelt hat, in Einklang zu bringen. Und eine Lösung mit dem Sport-Club zu finden. Der ist natürlich an einem fixen Verkauf interessiert, eine weitere Leihe ist angesichts des bisherigen Verlaufs der Transferperiode aber nicht auszuschließen.