In Freiburg feiert Daniel Thioune am Samstagnachmittag seine Premiere in der Bundesliga. Viel undankbarere Aufgaben gibt es für einen Werder-Trainer allerdings aktuell nicht.
Werder gegen den SCF zuletzt chancenlos
Nach 187 Zweitliga-Spielen und 65 in der 3. Liga folgt an diesem Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) für Daniel Thioune sein erstes als Trainer in der Bundesliga. Großartig Hoffnung machen ihm seine Vorgänger dabei nicht. Den letzten vier Werder-Cheftrainern glückte beim Debüt kein Sieg.
Zu Saisonbeginn verlor Horst Steffen mit 1:4 in Frankfurt, dessen Vorgänger Ole Werner spielte in Wolfsburg im August 2022 nur 2:2. Florian Kohfeldt unterlag im November 2017 mit 1:2 in Frankfurt und Alexander Nouri verlor 14 Monate zuvor mit 1:2 in Mainz. Letzter Werder-Coach, der bei seiner Premiere jubeln durfte, war in der Saison 2014/15 tatsächlich Viktor Skripnik – dank eines 2:1 in Mainz am zehnten Spieltag.
Und auch die Aufgabe Freiburg an sich könnte für Thioune rein statistisch gesehen kaum undankbarer sein. Der Sport-Club gewann sechs der jüngsten sieben Begegnungen mit Bremen. Unter Julian Schuster siegten die Breisgauer gegen den SVW sogar jeweils zu null (1:0, 5:0 und 3:0).
Kann Thioune mehrere Serien brechen?
Um beim „Jubiläum“ – Bremen und Freiburg duellieren sich zum 50. Mal in der Bundesliga – etwas zu feiern zu haben, müsste Thioune mit seiner Mannschaft direkt mehrere Serien brechen. Die Freiburger nämlich sind seit acht Heimspielen, von denen sie fünf gewannen, ungeschlagen. Nur der Saison-Auftakt gegen Augsburg (1:3) ging in die Hose.
Werder ist dagegen mittlerweile seit zehn Spielen sieglos (vier Remis, sechs Niederlagen). Kein anderes Team wartet derzeit so lange auf drei Punkte, was Thiounes Vorgänger Steffen letztlich zum Verhängnis wurde. In fünf der jüngsten sieben Spiele blieben die Grün-Weißen sogar torlos.
Und wie sieht es eigentlich mit Thiounes Pflichtspieldebüts als Trainer aus? Das bei seiner ersten Station in Osnabrück ging im Oktober 2017 mit 0:2 gegen Magdeburg verloren, zwei weitere Pleiten sollten vor dem ersten Sieg folgen.
Die Premiere als HSV-Coach endete mit einer bitteren 1:4-Schlappe in der ersten Runde des DFB-Pokals bei Drittligist Dresden. Die ersten fünf Zweitliga-Partien mit den Rothosen gewann Thioune dann allerdings. In Düsseldorf führte der inzwischen 51-Jährige die abstiegsbedrohte Fortuna bei seinem Debüt zu einem 2:1-Heimsieg über Schalke. Es sollten zehn weitere ungeschlagene Zweitliga-Partien folgen, ehe sich F95 am 34. Spieltag bei St. Pauli (0:2) doch noch erstmals unter Thioune geschlagen geben musste.

