„Dann kann ich performen“: Jung erfüllt sich internationalen Traum

Anthony Jung ist bislang der einzige der sechs Neuzugänge des SC Freiburg, der als direkter Ersatz für einen Abgang kam. Der 33-Jährige sieht sich zwar als Herausforderer, will aber seine Chancen nutzen.

Ex-Bremer sieht sich in Freiburg als Herausforderer

Als bislang einziger Profi wurde beim Sport-Club bisher Verteidiger Manuel Gulde verabschiedet, der im Frühjahr mit 34 Jahren seine Fußballkarriere beendet hat, nach neun Jahren in Freiburg. Der SC hat mit Anthony Jung (33) einen fast gleich alten Ersatz vom SV Werder Bremen verpflichtet.

„Wir wollten die Lücke füllen, die wir durch Manu hatten, und da passte er perfekt ins Profil“, sagt SC-Trainer Julian Schuster über Jung. „Er hat letztes Jahr sehr viel gespielt und er hat eine gute Quote in den Zweikämpfen.“ Außerdem bringe er viel Erfahrung mit, „und er ist nach wie vor richtig heiß und das war mir wichtig, wenn wir jemanden Erfahrenen holen, dass der richtig Bock hat, sich auch unabhängig vom Alter noch zu entwickeln und voranzugehen“.

Das kann der Neuzugang nur bestätigen. „Fit bleiben, gesund bleiben, Spaß haben – dann fühle ich mich wohl und dann kann ich performen“, antwortete er nach dem Trainingsauftakt am vergangenen Sonntag auf die Frage nach seinen Zielen mit dem neuen Verein. „Es war immer ein Traum, international zu spielen“, fügte er hinzu. „Es ist natürlich toll, dass sich jetzt für mich in einem etwas gehobeneren Alter – Fußballalter, muss man ja sagen -, diese Chance aufgetan hat.“ Das sei aber nicht der Hauptgrund für seinen Wechsel gewesen. „Nach den Gesprächen hier war es eine recht einfache Entscheidung.“

Er brauchte deshalb eigentlich auch keine Überzeugungshilfe durch ehemalige Kollegen aus Bremer Zeiten. Mit Maximilian Eggestein hat er sich aber vor dem Transfer ausgetauscht, auch Eren Dinkci und Maximilian Philipp kennt er bereits. „Es war fast schon erschreckend, wie viel Positives man von der Stadt Freiburg mitbekommen hat und auch vom Verein“, sagte er lachend. „Irgendwie verliert keiner ein böses Wort über Freiburg oder den SC. Und ich muss sagen, die ersten Eindrücke haben das eigentlich schon bestätigt.“ Er habe auch als Werder-Spieler gemerkt, „dass hier eine gewisse Energie herrscht, dass es sehr um das Miteinander geht und es sehr familiär zugeht“.

Sportlich sieht er sich bei dem Europa-League-Teilnehmer als „Herausforderer“, das sei aber auch schon bei seinem Wechsel von Bröndby IF zu Werder so gewesen. Die bisherigen Stammspieler würden „mit einem gewissen Vorsprung starten“, auch weil sie sich schon lange kennen und eingespielt sind. „Für mich geht es darum, mich in eine gute Verfassung zu bringen und mich schnell zu integrieren“, erklärte Jung.

„Nicht hier, um die Füße hochzulegen“

Außerdem würden sich durch die zusätzlichen internationalen Spiele die Einsatzchancen erhöhen. „Ich bin nicht hierhergekommen, um die Füße hochzulegen und zu gucken, dass ich irgendwie funktioniere, wenn ich gebraucht werde.“

In der vergangenen Saison kam der Verteidiger auf 32 Pflichtspieleinsätze für die Bremer und überzeugte seinen neuen Arbeitgeber auch mit seiner Flexibilität. „Ich habe in meiner Karriere links in der Viererkette gespielt, auch in der Viererkette innen, als Schienenspieler in der Fünferkette und linker Innenverteidiger in der Dreierkette“, zählte er auf. Dazu ist er der einzige Linksfuß unter den nominellen Innenverteidigern.

Das Einzige, was Jung den Start in Freiburg bisher erschwert, ist die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt. Da er seine Familie inklusive Hunden mitbringt, hätte er gerne auch einen Garten. Bislang wohnt der 33-Jährige noch im Hotel, und zunächst wird es wohl auch dabei bleiben, denn schon in der nächsten Woche geht es mit dem Sport-Club ins Trainingslager nach Schruns im Montafon.

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