Rund um Leipzigs Shootingstar Yan Diomande ist ein Hauen und Stechen der Berater entbrannt – mit möglichen juristischen Folgen.
Drohen dem RB-Talent rechtliche Folgen?
So explosiv wie sein Antritt ist, so explosiv könnte sich die Situation um Yan Diomande in den nächsten Monaten gestalten. Denn um den Shootingstar von RB Leipzig, das an diesem Sonntag (15.30 Uhr, LIVE bei kicker) gegen den 1. FC Köln um Bundesliga-Punkte kämpft, ist ein Hauen und Stechen der Spielerberater entbrannt.
Hintergrund: Am Freitagabend begrüßte die international tätige Profisportler- und Künstlerberatungsagentur Roc Nation auf ihrem Instagram-Kanal Diomande offiziell. „Welcome to the family“, hieß es, willkommen in der Familie. Roc Nation hat sich zu einem wachsenden Player auf dem Markt entwickelt, betreut laut transfermarkt.de 141 Fußballer, darunter Topstars wie Vinicius Junior (Real Madrid) oder Gabriel Martinelli (FC Arsenal). Eine schillernde Firma, die ihren Ursprung im US-Musikbusiness nahm und gegründet wurde von Rapper Jay-Z, einem Megastar. Die Anziehungskraft für junge Talente ist entsprechend groß.
Maxidel reagiert auf Diomandes „Wechsel“
Allerdings soll Diomande einen gültigen Beratungsvertrag haben bei Maxidel, der Firma des ehemaligen Kapitäns der Elfenbeinküste, Max Gradel, der als Aktiver unter anderem für Leicester City, Leeds United, AS Saint-Etienne und AFC Bournemouth auflief. Maxidel und der deutsche Spielerberater Wolfgang Meier waren es auch, die im Zusammenspiel mit Diomandes Stiefvater dessen Transfer im vergangenen Sommer von CD Leganes nach Leipzig begleitet hatten. Stolze 20 Millionen Euro war der Ivorer den Sachen damals wert, heute dürfte sein Marktwert deutlich höher liegen nach einer starken Halbserie und aufsehenerregenden Darbietungen beim Afrika-Cup zuletzt.
Maxidel jedenfalls reagierte prompt auf den angeblichen Wechsel seines vermeintlichen Schützlings zu Roc Nation und stellte in sozialen Medien klar: „Wir sind überrascht zu erfahren, dass der Spieler Yan Diomande, der weiterhin vertraglich an unsere Agentur gebunden ist, ohne vorherige Information, Konsultation oder Benachrichtigung angeblich einen Vertrag mit einer anderen Struktur unterzeichnet hat – in klarer Verletzung der Verpflichtungen, die sich aus unserem Vertragsverhältnis ergeben.“ Klingt danach, als würde der 38-Jährige seinen Schützling nicht aufgeben, ganz im Gegenteil.
Zivilrechtlich ist die Lage in Deutschland etwas komplizierter
Diomande drohen nun womöglich rechtliche Konsequenzen. Die Rechtslage ist dabei interessant: Nach den FIFA-Regeln dürfen Spieler und Berater sogenannte Exklusivverträge schließen, die maximal zwei Jahre gelten. Das bedeutet, ein Spieler darf in diesem Zeitraum nicht parallel von einer anderen Agentur vertreten werden. Sportrechtlich wäre die Sache damit grundsätzlich klar.
Zivilrechtlich ist die Lage in Deutschland etwas komplizierter: Exklusivklauseln in Beratungsverträgen sind grundsätzlich zulässig, müssen jedoch angemessen und transparent sein. In der Vergangenheit haben Gerichte solche Verträge geprüft und in Einzelfällen für unwirksam erklärt, wenn sie den Spieler unangemessen benachteiligten – wie im Fall des Spielers Armindo Sieb.
Da Maxidels Agentur ihren Sitz in Frankreich hat, könnte im Streitfall französisches Recht Anwendung finden. Dort gelten Exklusivvereinbarungen im Sport ebenfalls als zulässig, solange sie zeitlich begrenzt und schriftlich fixiert sind. Ob ein Vertrag tatsächlich durchsetzbar ist, hängt aber letztlich von den konkreten Umständen und einer möglichen gerichtlichen Prüfung ab. Man darf also gespannt sein, wie sich der Kampf um Diomande entwickelt.

