Bekenntnis statt Abgang: Nelson Weiper hat seinen auslaufenden Vertrag beim 1. FSV Mainz 05 verlängert. Das Eigengewächs bindet sich bis 2029 an die Rheinhessen. Nach großem Wirbel – und mit versöhnlichen Worten.
Eigengewächs bleibt nach großem Wirbel
Was Christian Heidel am 1. Bundesliga-Spieltag bereits angekündigt hat, ist nun offiziell: Nelson Weiper bleibt dem 1. FSV Mainz 05 erhalten und unterzeichnet einen neuen Vertrag bei den 05ern, an die er ursprünglich nur noch bis zum kommenden Sommer gebunden war – und die eigentlich schon dabei waren, sich personell für einen Abgang des Eigengewächses zu rüsten.
Doch nachdem das Tischtuch bereits zerschnitten geschienen, der 20-Jährige sowohl im DFB-Pokal als auch in den Play-offs der Conference-League-Qualifikation gefehlt und alles auf einen Abschied spätestens im kommenden Sommer hingedeutet hatte, folgte zuletzt die Kehrtwende in der Causa Weiper. Der Stürmer kehrte in den Kader zurück, spielte beim 0:1 gegen den 1. FC Köln und unterschrieb am Donnerstag bis 2029.
Weiper fühlt sich wohl in Mainz
Nun schlägt Weiper versöhnliche Worte an. „Für mich ist Mainz 05 auch in der Zukunft der richtige Schritt“, sagt er in der Mitteilung zu seiner Vertragsverlängerung. „Ich fühle mich sehr wohl hier, sportlich und menschlich passt es einfach für mich. Die Verantwortlichen und der Trainer vertrauen auf mich, und dieses Vertrauen will ich auf dem Platz zurückzahlen. Ich bin gebürtiger Mainzer, liebe diese Stadt und den Verein und freue mich sehr, weiter vor meiner Familie, meinen Freunden und den überragenden Fans in der Mewa Arena zu spielen.“
Und auch Heidel freut sich über das Bekenntnis Weipers: „Nelson ist nicht nur ein herausragendes Talent mit unbestrittenen sportlichen Qualitäten, sondern vor allem auch ein echter Mainzer. Er ist hier geboren und mit vollem Herzen dabei. Nelson identifiziert sich mit dem Verein, der Stadt und seiner Heimat.“
Weiper kam bereits im Alter von sieben Jahren zum FSV und durchlief seither sämtliche Nachwuchsabteilungen des Klubs. Bereits in der Saison 2022/23 absolvierte er unter dem damaligen Trainer Bo Svensson seine ersten Einsätze in der Bundesliga, durch sein Debüt beim 1:2 in Freiburg am 1. Oktober 2022 wurde er zum jüngsten Spieler, der bis heute für die Mainzer im Oberhaus aufgelaufen ist.
Neustart nach Meniskusverletzung – U-21-EM mit dem DFB
In seinem zweiten Jahr bei den Profis drohte Weipers Entwicklung zu stocken, als ihn eine Meniskusverletzung für nahezu die gesamte Saison außer Gefecht setzte. In der vergangenen Runde aber kämpfte sich der hochgewachsene Stürmer zurück und spielte sich damit auch zurück in den Fokus von U-21-Bundestrainer Antonio Di Salvo, der Weiper bereits als 18-Jährigen erstmals nominiert hatte und ihn in diesem Sommer mit der Teilnahme an der Europameisterschaft in der Slowakei belohnte. In sechs Turnierspielen trumpfte Weiper mit vier Toren auf, auch im schlussendlich verlorenen Finale gegen England war Weiper erfolgreich.
Vom starken Turnier getragen sollte Weiper in Mainz in die großen Fußstapfen Jonathan Burkardts treten, der nach elf Jahren bei den 05ern zu Eintracht Frankfurt wechselte. Dafür hielt man dem gebürtigen Mainzer in der Kaderplanung extra einen Platz frei – den er nach dem Ende der Wechselposse nun einnehmen kann.