Am kommenden Montag wird Serge Gnabry 30 Jahre alt, sein Vertrag beim FC Bayern läuft Ende der kommenden Saison aus, die Leistungen stagnieren. Kriegt er noch einmal die Kurve?
Münchner muss Skeptiker überzeugen
Spötter behaupten, das Auffälligste an Serge Gnabry seien mittlerweile die wechselnden Frisuren, sportlich sorge er nur noch selten für Aufsehen. Ob das insgesamt stimmt? Später mehr dazu. Fakt ist, dass der Offensivspieler des FC Bayern die Klub-WM nicht für Werbung in eigener Sache nutzen konnte, seine Leistung mit jedem Spiel in den USA schwächer wurde.
Zum Auftakt bekam er vom kicker beim 10:0 gegen Auckland die Note 3, ein Muster ohne Wert. Es folgten eine 3,5 gegen die Boca Juniors (2:1), eine 4,5 gegen Benfica (0:1) und zweimal die Note 5 in den K.-o.-Spielen gegen Flamengo (4:2) und PSG (0:2), als Gnabry zur Halbzeit für den verletzten Jamal Musiala ins Spiel kam, nach 15 ordentlichen Minuten total abtauchte und beim peinlichen zweiten Gegentor in doppelter Überzahl keine gute Figur abgab, allerdings nicht als Einziger.
Schon vor der Klub-WM, in der Nations League, gab Gnabry mit einem desaströsen Joker-Auftritt gegen Portugal keine gute Figur ab, verweigerte er die Defensivarbeit und brachte keine Impulse. Note 6. Noch allerdings steht Bundestrainer Julian Nagelsmann zu Gnabry.
Gnabry steht nun vor einer wichtigen Saison. Er ist sechsmal Deutscher Meister mit den Bayern geworden, hatte seinen Anteil am Champions-League-Sieg 2020, doch seitdem hat er bestenfalls stagniert. Schon im vergangenen Sommer galt er als Verkaufskandidat, auch jetzt zieht es ihm dem Vernehmen nach nicht weg aus München. Möchte er dort über 2026 hinaus eine Zukunft haben oder andernorts einen lukrativen Vertrag unterschreiben, dann muss er 2025/26 jedoch liefern.
Zum Henkelpott 2020 steuerte Gnabry neun Tore bei
Zuletzt mangelte es Gnabry vor allem an Konstanz, die vergangene Bundesliga-Saison dient als Beispiel. Zwar war sein kicker-Notenschnitt mit 3,0 nie besser in seiner Bayern-Zeit, allerdings wurde er 14-mal als Joker gebracht, so oft wie noch nie. Alle 103 Minuten lieferte er einen Scorerpunkt, nur 2020/21 war dieser Wert mit allen 110 Minuten schlechter. Ordentlich liest sich die Bilanz nur deshalb noch, weil er zum Saisonstart und am Ende lieferte, dazwischen jedoch lange überhaupt nicht.
Noch interessanter wird es, wenn man sich die Torbeteiligungen nach Gegner anschaut. Mit Ausnahme eines Tores beim 2:2 gegen Borussia Dortmund trifft und assistiert Gnabry kaum noch gegen starke Gegner. In der Champions League erzielte er keinen einzigen Treffer, beim Triumph 2020 waren es starke neun. Immerhin drei Tore legte er 2024/25 in der Königsklasse auf.
Auf auffallend viele Beobachter wirkte Gnabry zuletzt nicht völlig austrainiert. Fakt oder optische Täuschung? Es liegt nach dem dreiwöchigen Urlaub an ihm, seine Skeptiker – innerhalb des FC Bayern und außerhalb zu überzeugen. Zuzutrauen ist es ihm, schließlich hat er sein Talent und Können oft genug bewiesen, und es geht um einen neuen Vertrag. Darauf wetten sollte man mit Blick auf die vergangenen Monate eher nicht.