Der VfL Wolfsburg hat Dieter Hecking nun auch offiziell zum zweiten Mal als Trainer verpflichtet – unter deutlich prekäreren Umständen als 2012.
Nach knapp zehn Jahren
Er wurde DFB-Pokal-Sieger, Vizemeister, Supercup-Gewinner und Trainer des Jahres mit dem VfL Wolfsburg, jetzt soll Dieter Hecking auch noch dessen Retter werden. Am Sonntagnachmittag machten die akut abstiegsgefährdeten Wölfe die Rückkehr des Trainers perfekt, über die der kicker bereits am Sonntagmorgen berichtet hatte.
Hecking, inzwischen 61 Jahre alt, kehrt fast zehn Jahre nach seinem Abschied zum VfL zurück – mit dem Ziel, diesen vor dem erstmaligen Abstieg aus der Bundesliga zu bewahren. Details zur Vertragslaufzeit gaben die Wölfe nicht an. Die 1:2-Heimniederlage gegen den Hamburger SV am Samstag hatte die Lage im Tabellenkeller weiter verschärft und nicht nur Daniel Bauer, sondern auch Geschäftsführer Peter Christiansen den Job gekostet.
Sportdirektor Schwegler lobt Heckings „Ruhe, Expertise und klare Linie“
„Dieter Hecking bringt genau die Erfahrung mit, die wir in der aktuellen Situation brauchen“, wird VfL-Sportdirektor Pirmin Schwegler in einer Stellungnahme der Wolfsburger zitiert. „Er kennt den Verein, das Umfeld und auch die Anforderungen der Bundesliga sehr genau. Wir sind überzeugt, dass er der Mannschaft mit seiner Ruhe, seiner Expertise und seiner klaren Linie die nötige Stabilität geben wird, um unser gemeinsames Ziel, den Klassenerhalt, zu erreichen.“
Hecking, der in der vergangenen Saison mit dem VfL Bochum abgestiegen war und nach einem Fehlstart in der 2. Liga im September schließlich hatte gehen müssen, soll seine Erfahrung aus mehr als 25 Jahren als Trainer einbringen. Neben 188 Partien in der 2. Liga und 34 in der Champions und Europa League kann er satte 443 in der Bundesliga vorweisen. Sein 444. steht für ihn bereits am kommenden Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) auswärts bei der drittplatzierten TSG Hoffenheim an. In den jüngsten sieben Ligaspielen holten die Wolfsburger nur einen Zähler, den letzten Sieg feierten sie am 14. Januar zum Hinrunden-Abschluss beim 2:1 gegen den FC St. Pauli.
„Zum VfL Wolfsburg zurückzukehren, bedeutet mir viel. Ich habe hier eine intensive und erfolgreiche Zeit erlebt und weiß, welche Qualität und Energie in diesem Verein steckt“, sagt Hecking. „Jetzt gilt es, den Fokus voll auf die kommenden Aufgaben zu richten und gemeinsam alle Kräfte zu bündeln, um in der Bundesliga zu bleiben.“
Als er kurz vor Weihnachten 2012 erstmals beim VfL übernahm, war Hecking zwar ebenfalls der bereits dritte Trainer der laufenden Saison, damals nach Felix Magath und Lorenz-Günther Köstner. Allerdings stand der Klub als Tabellen-15. mit sieben Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge und noch 17 ausstehenden Spielen damals nicht am Abgrund. Unter Hecking gelang noch der Sprung auf Rang 11, gefolgt von goldenen Jahren samt DFB-Pokal-Triumph und Champions-League-Viertelfinale. Diesmal bleiben ihm nur neun – größtenteils sehr anspruchsvolle – Spiele, um seiner Erfolgsbilanz beim VfL ein weiteres Kapitel hinzuzufügen: den Klassenerhalt.

