Unter Xabi Alonso erlebte Jonas Hofmann vergangenen Saison frustrierende Monate als Reservist. Jetzt möchte der Routinier wieder angreifen. Die Frage ist, auf welcher Position sich die Chance dazu ergibt.
Routinier nach Frust-Jahr ambitioniert
Unter dem neuen Trainer wird alles anders. Zumindest soll dies so aus der Sicht von Jonas Hofmann passieren, der nach einem frustrierenden Jahr unter Xabi Alonso auf einen Neuanfang bei Bayer 04 unter Erik ten Hag hofft. Wobei der Niederländer trotz anderen Führungsstils als sein Vorgänger einen ähnlichen Ansatz wie der Baske verfolgt.
„Er will viel Sicherheit im Ballbesitz haben und ein gutes Positionsspiel. Das hat man jetzt in den ersten zwei Tagen gesehen“, sagt Hofmann, „wir versuchen, schnellstmöglich da reinzufinden in seine Grundprinzipien, die er aber sehr klar und deutlich formuliert und anspricht. Es macht Spaß, weil wir sehr, sehr viel mit Ball machen.“
„Die Marschroute ist ganz klar, wieder zur Startformation zu gehören.“ (Jonas Hofmann)
Ballbesitz und Positionsspiel, allein schon die beiden Schlagworte belegen, dass es bei Bayer 04 mit dem Trainerwechsel trotz des neuen Führungsstils keinen Stilbruch geben wird. „Der Trainer hat gesagt, dass er auf Xabis Arbeit der letzten zwei Jahre aufbauen will. Diese Grunddinge, die Basis unseres Spiels, das ist schon sehr, sehr ähnlich. Aber natürlich hat er trotzdem seine eigenen Vorstellungen. Und ich glaube, wenn er seine Vorstellung noch mit einbringt, dass wir dann auch noch mal was Neues dazulernen und hoffentlich auch noch besser werden.“
Das ist auch das Ziel für Hofmann, was seine persönliche Situation betrifft, die ihn zuletzt nur noch als Reservisten auswies. Diesen Status möchte er entscheidend verändern. „Die Marschroute“, sagt Hofmann nachdrücklich, „ist ganz klar, wieder zur Stammformation zu zählen. Neuer Trainer, neue Chance.“
Hofmann ist kein Flügelstürmer der niederländischen Schule
Deshalb habe er in der Sommerpause nicht die Beine hochgelegt, sondern „viel an mir gearbeitet, damit ich fit in die Vorbereitung starte.“ Für eine gute Physis hat Hofmann also gesorgt. Für eine bessere mentale Konstellation als zuletzt unter Xabi Alonso sieht er zumindest die Voraussetzungen gegeben. War der Draht zu Letzterem am Ende deutlich abgekühlt, so ist er jetzt, wen wundert es, kurz nach Trainingsstart zum neuen Trainer deutlich heißer. „Wir haben kurz natürlich schon gesprochen“, so Hofmann, „ich glaube, die Chemie, die stimmt erst mal.“
Der Routinier setzt auf seine Flexibilität
Bleibt noch die Frage, wo Hofmann seinen Platz finden will im System von Erik ten Hag, das sich irgendwo zwischen 4-2-3-1 und 4-3-3 bewegen wird. Einen klassischen, dribbelstarken Flügelstürmer der niederländischen Schule stellt Hofmann nicht dar. Vielmehr setzt er als Außen mehr durch seine Tiefenläufe Akzente. Ob der Rechtsfüßer als invers eingesetzter Linksaußen ten Hags Wunschvorstellung entspricht, kann man zumindest infrage stellen.
Doch Hofmann setzt darauf, nicht festgelegt zu sein. „Das Gute bei mir ist, glaube ich, dass ich flexibel bin, dass ich sowohl außen als auch mehr im Zentrum spielen kann“, sagt der 32-Jährige, der als Kombinationsspieler grundsätzlich eher auf einer der offensiven Halbpositionen ins System passen würde.
Doch da ist die Konkurrenz allein schon durch Ibrahim Maza (19, Hertha BSC) und Malik Tillman (23, PSV Eindhoven), der diese Woche bei Bayer unterschreiben wird, groß. Zumal Leverkusen auch noch einen Kreativspieler, der auch zentral spielen kann, dazu holen möchte.
Auf welcher Position kann Hofmann am Ende wirklich angreifen?
Die Frage ist: Auf welcher Position kann Hofmann am Ende wirklich angreifen? Wo ihn der Trainer einplant, hat dieser ihm noch nicht verraten. „Er hat aber gesagt, wir werden mit Sicherheit auch des Öfteren noch sprechen“, so Hofmann, „und ich glaube, dass es in den Gesprächen dann vielleicht auch noch genauer darum gehen wird.“
Bis dahin wird Hofmann Gas gegen und sich anbieten. „Ich versuche meine Erfahrung mit reinzubringen, für ein klares Spiel zu sorgen, für das ich stehe“, sagt er, „und ich hoffe, dass der Trainer darauf auch steht.“ Mehr steht nicht in seiner Macht. Trotz neuen Trainers wird die Situation für Jonas Hofmann nicht zwingend einfacher.