Kompanys Mut: Streichs Dankeschön ist wichtig

Vincent Kompany lieferte ein bemerkenswertes Statement zum Thema Rassismus im Fußball und erhielt dafür logischerweise einen persönlichen Dank von Christian Streich. Ein Kommentar von kicker-Reporter Thomas Böker.

Kommentar zum Rassimus-Statement

Nein, es hört nicht auf. Man hätte es ja hoffen können, gerade an diesem Wochenende, als die Aussagen von Bayerns Trainer Vincent Kompany zum Thema Rassismus im Fußball weltweit positive Resonanz fanden. Doch am Samstagabend holte einen die Realität wieder ein.

Der FC Chelsea veröffentlichte ein Statement, in dem er die rassistischen Anfeindungen im Internet gegen seinen Profi Wesley Fofana aufs Schärfste verurteilte. Viele Idioten hatten den Franzosen wegen seiner Hautfarbe verbal übel attackiert, nachdem er zuvor gegen Burnley vom Platz geflogen war und die Blues am Ende nur 1:1 spielten. Ähnliches mussten an diesem Wochenende allein in der Premier League auch Tolu Arokodare (Wolverhampton), Romaine Mundle (Sunderland) und Hannibal (Burnley) über sich ergehen lassen.

Vergangene Woche also Reals Vinicius Junior, nun dieses Quartett – und das nächste Opfer wird kommen. Weil es zu viel Dummheit gibt. Weil Rassismus ein seit Jahrhunderten währendes Problem ist. „Antirassismus ist eine Daueraufgabe“, so hatte es Professor Aladin El-Mafaalani von der TU Dortmund im Herbst im großen kicker-Interview gesagt, der Alltag bestätigt ihn viel zu oft. Eben auch in Stadien und im Netz. Es scheint ein Kampf gegen Windmühlen.

Und doch – oder deswegen – war und ist Kompanys Rede so wichtig. Dabei war es gar keine Rede. Eine Rede wird oft vorbereitet, abgelesen. Seine Aussagen indes kamen nicht von einem Blatt, sondern aus seinem Herzen. Dreierlei macht seinen bereits jetzt denkwürdigen Auftritt so stark.

Ein logischer Dank von Streich

Zum Ersten, was er sagte: Es war ein Plädoyer für Zusammenhalt, für Menschlichkeit. Zum Zweiten, wie er es sagte: Vor dem traurigen Hintergrund, dass er selbst und seine Familie mit afrikanischen Wurzeln Rassismus schon am eigenen Leib erfahren mussten, war er ein authentischer Absender, was seinen Worten natürlich eine emotionale Note verlieh. Zugleich aber schaffte er es, all das strukturiert vorzutragen und sachlich einzuordnen. Und zum Dritten, das Wichtigste: Dass Kompany überhaupt Stellung bezog, ist von unschätzbarem Wert. Der FC Bayern München, und damit einer seiner wichtigsten Angestellten, hat eine weltweite Wucht und Ausstrahlung.

Viele Menschen in vergleichbaren Positionen ducken sich weg. Aber Schweigen ist feige. Kompany schwieg nicht. Er redete mit Gefühl und Verstand. Vorbildlich, auch wenn man kein Bundesliga-Trainer ist. Christian Streich war lange einer. Einer, der bekanntlich oft über den Teller- und Stadionrand hinausblickt. Dass er nun am Sky-Mikrofon Kompany für dessen Worte persönlich dankte, ist also fast logisch. Aber so wichtig! Auch auf dem Kreisligasportplatz muss man die Stimme immer gegen Rassismus erheben. Aber wenn, dann können speziell Persönlichkeiten wie Kompany etwas bewegen.

Der von ihm ebenso klar und mutig angesprochene Benfica-Coach José Mourinho übrigens wollte am Samstag nichts mehr sagen und verpasste damit eine Chance, sein Fehlverhalten zu korrigieren. Es ändert sich also doch nichts? Kann sein. Aber es muss nicht sein. Denn Aufgeben ist keine Option.

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