Beim Hinspiel zwischen den Bayern und dem BVB lief es aus Schiedsrichter-Sicht nicht erfreulich. Fürs Rückspiel in Dortmund am Samstag setzt Schiri-Chef Knut Kircher auf einen FIFA-Referee, den er zuletzt ausführlich lobte – auch wegen dessen starker Auftritte in der Champions League.
Das zweite Mal BVB gegen FCB für den FIFA-Schiri
Beim Hinspiel zwischen den Bayern und dem BVB lief es aus Schiedsrichter-Sicht nicht erfreulich. Der recht überraschend angesetzte Bastian Dankert fand beim 2:1-Hinspielsieg der Bayern gegen Dortmund keine passende Linie in seiner Spielleitung (kicker-Note 5). Obwohl ihm und seinem Team kein krasser Fehler unterlaufen war, musste sich der Unparteiische aus Rostock danach vor allem von BVB-Trainer Niko Kovac heftige Kritik anhören.
Dafür zeigte Schiedsrichter-Chef Knut Kircher einige Monate später im großen kicker-Interview Verständnis. „Bastian, da haben die Kritiker recht, lief dieses Spiel nicht von der Hand. Das finde ich schade, vor allem aus Sicht des Aktiven, weil er zu Recht als sehr guter Schiedsrichter in der Bundesliga gilt und als exzellenter VAR“, sagte Kircher und stellte schon Anfang Januar klar: „Das Rückspiel wird er sicher nicht gleich wieder bekommen.“
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Für dieses Rückspiel am kommenden Samstag im Dortmunder Stadion setzt Kircher stattdessen auf den Mann unter den deutschen Schiris, der derzeit die erfolgreichste Entwicklung vollzieht – auch auf höchstem internationalen Niveau: Sven Jablonski. Der Referee aus Bremen hat sich schon länger in der Bundesliga auch bei Klub-Protagonisten ein sehr gutes Standing erarbeitet und Anfang November 2025, zum Ende seines dritten Jahres als FIFA-Schiedsrichter, sein Debüt in der Champions League gefeiert.
„Für Sven ist es erst der Anfang eines Weges“
Kircher bedachte Jablonski im Interview Anfang Januar mit großen Komplimenten. „Diesen unbedingten Willen, der absolute Leistungssportler auszeichnet“, attestierte der Schiri-Chef Jablonski: „Sich einen Ernährungsberater an die Seite zu holen, einen Athletik-Trainer, um wirklich das Allerletzte herauszukitzeln. Und dann als Newcomer gleich drei Champions-League-Spiele kurz hintereinander so geräuschlos über die Bühne zu bringen, mit Roberto Rosetti (Schiri-Chef der UEFA, Anm. d. Red.) als Beobachter und Tabellenführer FC Arsenal auf dem Rasen, das verdient allerhöchsten Respekt.“
Ende Januar 2026 folgte direkt noch ein vierter Einsatz in der Königsklasse, als der deutsche Schiri bei ManCitys 1:3-Niederlage bei Bodö/Glimt unter anderem Rodri, den Ballon-D’Or-Gewinner von 2024, mit einer korrekten Gelb-Roten Karte binnen weniger Minuten vom Platz stellte. Vergangene Woche war Jablonski dann beim Play-off-Hinspiel der Europa League zwischen Lille und Roter Stern Belgrad (0:1) im Einsatz.
Bei allem internationalen Aufstieg stellte Kircher aber schon im Januar klar: „Zugleich ist es für Sven erst der Anfang eines Weges. Er darf den Erfolg punktuell genießen, aber er muss bei sich bleiben und immer wieder konsequent an seine Leistungsgrenze gehen. Dann hat er noch vieles vor sich.“
Erhöhter Fokus nach häufigen Schiri- und VAR-Fehlern
Jetzt gilt es für Jablonski, seine gute Form beim weiterhin auch weltweit beachteten deutschen Klassiker zwischen Dortmund und Bayern unter Beweis zu stellen. Auch, wenn es acht Punkte Abstand zwischen dem Primus aus München und dem Verfolger aus Westfalen sind, birgt dieses Duell Brisanz. Durch die jüngst ungewöhnlich häufigen Schiri- und VAR-Fehler in der Bundesliga samt entsprechender Kritik ist der Fokus auf die Leistung der Unparteiischen zudem zusätzlich erhöht.
Für Jablonski ist es der zweite Einsatz beim deutschen Prestige-Klassiker. Bei seiner Premiere in der vergangenen Saison, beim 1:1 des FCB in Dortmund am 12. Spieltag, überzeugte er mit einer guten Spielleitung (kicker-Note 2,0). In dieser Saison pfiff Jablonski beide Teams in der Liga bereits einmal. Die Bayern beim 6:2 gegen Freiburg (Note 2,0) und Dortmund beim 2:0 gegen Gladbach, als Jablonski seine bisher einzige schlechte kicker-Note (5,5) der Saison erhielt. Auch beim Pokalerfolg des BVB in der zweiten Runde in Frankfurt (4:2 i.E., Note 4,0) war für das Team um Jablonski nicht alles rund gelaufen.
Am Samstag wird hingegen wieder eine stabile Champions-League-Form von Jablonski und seinem Team nötig sein, damit Kircher seine diesmal im Vorfeld nachvollziehbare Ansetzung auch im Nachhinein als gelungen ansehen kann. Unterstützt wird Jablonski in Dortmund von seinen Assistenten Sascha Thielert und Eduard Beitinger sowie Schiri-Kollege Frank Willenborg (4. Offizieller). Als VAR fungiert Bundesliga-Referee Sören Storks, als VAR-Assistent Justus Zorn.

