Fünfmal musste TSG-Schlussmann Oliver Baumann am Sonntag hinter sich greifen – und dennoch hat der 35-Jährige es in München geschafft, Werbung in eigener Sache zu betreiben.
TSG-Keeper stützt Sportchef Schicker
Schließlich geht es in den nächsten Wochen und Monaten um die Frage, wer das Tor der DFB-Elf bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko hütet. Verschlechtert haben sich die Chancen Oliver Baumanns mit der bitteren Verletzung seines Konkurrenten Marc-André ter Stegen, die der Kapitän der TSG Hoffenheim mitfühlend einordnete, sicher nicht. Auch Alexander Nübel vom VfB Stuttgart mischt noch mit.
Fünf Gegentore, dennoch kicker-Note 1,5
Baumann jedenfalls betrieb am Sonntag Werbung in eigener Sache, trotz der (zu hoch ausgefallenen) 1:5-Niederlage beim FC Bayern. Beispiele gefällig? Flugeinlage bei einem Abschluss von Michael Olise (9.), Paraden gegen Luis Diaz (27.) und Harry Kane (38., 67.), Top-Reflex gegen Lennart Karl (90.+2) – was ihm die bei fünf Gegentoren höchst selten vergebene kicker-Note 1,5 einbrachte.
Kann man sich bei so einem Ergebnis an der eigenen, gelungenen Darbietung ergötzen? „Ich freue mich grundsätzlich darüber, aber …“ suchte Baumann nach passenden Worten, als ihm einfiel: „Am Elfmeter war ich noch dran.“ Am ersten, beim zweiten tauchte er in die falsche Ecke. Klar ist: Schämen muss sich für den couragierten Auftritt, den eine diskutable Schiedsrichterentscheidung erschwerte, niemand in Hoffenheim.
„Wir werden viel zehren können von dem Spiel.“ (Oliver Baumann)
Das unterstrich auch Baumann: „Es hört sich komisch an: Wie die Mannschaft zusammensteht, ist brutal. Wir werden viel zehren können von dem Spiel.“ Was im Rennen um die internationalen Ränge kein Nachteil sein wird. Zumal es hinter den Kulissen hoch herging dieser Tage im Kraichgau und möglicherweise auch weiterhin hoch hergeht – schließlich steht erst am 9. März die womöglich richtungsentscheidende Vorstandswahl im e.V. an, der seit der Rückgabe der Stimmrechtsmehrheit von Geldgeber Dietmar Hopp formal das Sagen hat.
Hier positionierte sich Baumann am Sonntagabend in den Katakomben der Allianz-Arena klar für Sportgeschäftsführer Andreas Schicker: „Er und Chris (Trainer Christian Ilzer, d. Red.) haben diese Mannschaft aufgebaut, wir alle stehen hinter den beiden.“ Tatsächlich hat sich im Profiteam der TSG ein neuer Geist entwickelt in den vergangenen zwölf, 13 Monaten, was auch Baumann schätzt: „Wie wir da rangehen und jeder für den anderen viel investiert und kämpft. Die Jungs gehen durchs Feuer, das ist unsere Stärke.“ Die auch in München zum Tragen kam, wo mit den erkrankten, verletzten respektive gesperrten Wouter Burger, Tim Lemperle und Robin Hranac sogar noch drei absolute Leistungsträger passen mussten.

