Die Vision existiert in Hamburg seit Monaten, nun scheint die Umsetzung ganz nah: Tottenham Hotspur hat sich tatsächlich entschieden, Innenverteidiger-Juwel Luka Vuskovic (18) zum HSV auszuleihen.
Grünes Licht von Tottenham
Expertenmeinungen besagten schon vor rund zwei Jahren, der jüngere Vuskovic sei noch besser als der 23-jährige wegen Dopings gesperrte Mario Vuskovic. Da war Luka gerade 16, hatte sein Profi-Debüt für Hajduk Split gefeiert. Kurz darauf verpflichtete ihn der englische Top-Klub Tottenham Hotspur für 11 Millionen Euro, lieh ihn seitdem zweimal aus. Erst nach Polen zu Radomiak Radom, in der Vorsaison dann nach Belgien zu KVC Westerlo – und nun nach Hamburg.
Schriftlich fixiert ist der Wechsel noch nicht, nach konkreten Gesprächen am Wochenende und einem Tottenham-internen Gipfel – der kicker berichtete – hat nun auch der Hamburger SV klare Signale erhalten, dass er den Zuschlag bekommt. Damit endet eine wochenlange Hängepartie, nachdem sich der Spieler schon lange entschieden hatte, dass er, wenn er abermals verliehen würde, in die Hansestadt möchte.
Der Grund für seine Entscheidung: Die enge Verbindung, die zwischen dem HSV und der Familie Vuskovic besteht. Seit der Sperre seines Bruders Mario im November 2022 hatte der Verein, angeführt vom damaligen Sportvorstand Jonas Boldt, bedingungslos hinter dem Verteidiger, der seine Unschuld beteuert, gestanden. Unter Boldts Nachfolger Stefan Kuntz wurde der Kurs fortgeführt, Vuskovic nach der rechtskräftigen Verurteilung bis 2026 ein neuer Vertrag ab dem Ablauf seiner Sperre vorgelegt. Dass Mario Vuskovic sowohl für die Spieler als auch für die Fans weiterhin ein fester Bestandteil ist, hat die Bindung gestärkt.
Tottenham verfolgt einen klaren Plan mit dem Juwel
Luka war mit seinem Bruder und Vater auch im Mai beim letzten Heimspiel gegen Ulm (6:1) im Volkspark, danach inmitten der ausgiebigen Aufstiegsfeier mit der Mannschaft. Dass der Wechsel zum Poker wurde, lag an den Entscheidern in London. Der Grund: Sie hatten mehrere Anfragen für den Verteidiger, wollten zunächst in Ruhe abwägen, ob sie ihn überhaupt ein weiteres Mal verleihen möchten und erst dann entscheiden, wo er für den nächsten Schritt am besten aufgehoben ist.
Bislang ist der Tottenham-Plan mit Vuskovic komplett aufgegangen: Nach dem Schritt nach Polen hat er zuletzt in Belgien den nächsten Entwicklungsschritt vollzogen, machte in der Jupiler Pro League 28 Partien, erzielte in diesen sieben Treffer und bereitete drei vor – eine bemerkenswerte Quote für einen Verteidiger. Dazu feierte er im Anschluss an die abgelaufene Saison im Juni gegen Tschechien (5:1) sein Debüt für die kroatische A-Nationalelf.
Der nächste Schritt soll nun in Hamburg erfolgen. Und auch dem HSV zum Fortschritt verhelfen. Vuskovic ist für die rechte Innenverteidiger-Position eingeplant. Sobald schriftlich die Details fixiert sind, wird er zum Medizincheck in der Hansestadt erwartet.