Schalke bleibt gegen Leipzig im vierten Pflichtspiel in Folge ohne Torerfolg. Da müsse man jetzt gemeinsam raus, findet Loris Karius. Der S04-Keeper und sein Trainer Miron Muslic waren sich nach dem Spiel bei der Bewertung der Elfmeter-Szene einig.
Karius und Muslic bei Elfmeter-Szene einig
0:1 gegen Mainz, 0:0 in Köln, 0:2 in Dresden (DFB-Pokal) und jetzt 0:2 gegen Leipzig: Schalke 04 hat ein Offensivproblem. Seit vier Pflichtspielen ist den Königsblauen kein Tor mehr gelungen. Gegen RB stellte Trainer Miron Muslic auf Viererkette um, was auch ordentlich funktionierte, nur stand am Ende bei den xGoals ein Wert von 0,49 bei Schalke und bei Leipzig einer von 3,24 – die Zahlen unterstreichen die Schalker Harmlosigkeit.
„Es ist eine Scheißsituation“, sagte Torhüter Loris Karius bei Sky: „Es wird nicht einfacher. Wir müssen arbeiten, arbeiten, arbeiten. Tore machen, Tore machen, Tore machen.“ Man müsse da zusammen raus. Und der 33-Jährige wollte nach der verdienten Niederlage auch nicht Schiedsrichter Max Burda in den Mittelpunkt stellen, der durch seinen harten Elfmeterpfiff das Leipziger 1:0 ermöglicht hatte. Karius sprach von einem „klaren Elfmeter“.
Ittrich hätte eher keinen Strafstoß gepfiffen
Damit ist der Keeper von der Einschätzung von Sky-Experte Patrick Ittrich ein Stück weit entfernt: „Die bessere Entscheidung wäre gewesen, den Strafstoß nicht zu pfeifen. Es ist wirklich sehr wenig und der Spieler (Romulo, Anm. d. Red.) macht sehr viel draus“, sagte Ittrich. Aufgrund des leichten Treffers sei es aber keine Situation für den VAR gewesen.
Dass der ehemalige Schiedsrichter in der Szene eher keinen Elfmeter gepfiffen hätte, hilft Schalke wenig und Trainer Muslic wollte bei der Analyse auch gar nicht auf den Schiedsrichter schauen: „Ich finde, wir sind in dieser Situation sehr ungeschickt und Leipzig maximiert diese Situation, weil sie einfach smart sind. Das ist – wow. Der Spieler will nur das. Aber wir müssen einfach vorher den Ball klären.“ Wenn derartiges im Leipziger Strafraum passiert wäre, hätte Muslic gesagt: „Sehr ungeschickt verteidigt, ist ein klarer Elfmeter.“
Muslic bemängelt, dass Schalke die Chancen nicht gut ausspielt
Der Trainer sprach nach dem 0:2 von einem Schritt nach vorne, der aber „sehr, sehr klein“ gewesen sei. „Aber in unserer Situation ist momentan vielleicht auch nicht mehr möglich. Wir müssen dranbleiben, wir müssen schnell lernen.“ In Bezug auf die Torflaute wollte Muslic nicht über die Qualität seiner Spieler sprechen, man müsse die Situationen einfach besser ausspielen: „Es geht darum, dass wir in Top-Situationen kommen und sie dann nicht fertigspielen. Das tut weh.“
Auch wenn es vorne nicht läuft, kann sich der S04-Trainer zumindest hinten auf seinen Torhüter verlassen, der durch seine Paraden mal wieder eine höhere Niederlage verhinderte. Von der Bundesliga wurde Karius zum Mann des Spiels gekürt. Für Muslic ist er sogar mehr als das. Auf die Frage, ob Karius aktuell der beste deutsche Torhüter sei, sagte der Österreicher: „Das ist er – mit Abstand.“
Damit es aber endlich mal wieder Zählbares auf Schalke zu bejubeln gibt, muss die Offensive unbedingt in Schwung kommen. Die nächste Gelegenheit dazu hat S04 nächste Woche Sonntag (19.30 Uhr) beim Auswärtsspiel in Sinsheim.

