„Der Schmerz ist groß“: Hecking macht den zweiten bitteren Dreierpack voll

Mit 452 Bundesliga-Spielen als Trainer hat sich Dieter Hecking längst in die Geschichtsbücher des deutschen Oberhauses gespielt. Mit dem Wolfsburger Abstieg schnürte der Coach allerdings auch einen zweiten unrühmlichen Dreierpack.

Abstiege als Spieler und Trainer

Obwohl der ehemalige Profi Dieter Hecking nur 36 Bundesliga-Einsätze für Borussia Mönchengladbach und VfB Leipzig absolviert hatte, erwischte es ihn einmal als Aktiver mit dem Abstieg aus dem Oberhaus – am Ende der Spielzeit 1993/94 direkt nach dem Aufstieg zuvor. Zusätzlich war Hecking mit Hessen Kassel zweimal in die 3. Liga gegangen (1987 und 1990).

Und auch als Trainer war Dieter Hecking nicht vor dem Abstiegsgespenst gefeit. Direkt bei seiner zweiten Station VfB Lübeck am Ende der Zweitliga-Spielzeit 2003/04 erwischte es den Mann aus Castrop-Rauxel.

Champions-League-Abende und eine „respektlose“ Entlassung

Dass man als Beteiligter an solche Erlebnisse nicht gern zurückdenkt, unterstrich der frühere Polizeimeister einst in der Bundesliga-Saison 2008/09. Als Hecking nämlich damals mit Hannover 96 im Abstiegsstrudel gesteckt hatte, entglitten ihm zwischendurch Sätze wie: „Ich wehre mich gegen Angst-Szenarien wie: ‚Irgendwann geht das in die Hose.'“ Und auch: „Interessiert mich nicht, was in Lübeck gewesen ist. Das ist für mich Jahre weg.“

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Jahre sollten auch ins Land ziehen ohne Hecking-Abstieg. Vielmehr tauchte der heute 61-Jährige häufig mit positiven Errungenschaften auf der deutschen Fußballlandkarte auf – Bundesliga-Aufstieg mit Alemannia Aachen 2006, Bundesliga-Erfolge mit dem 1. FC Nürnberg wie der überraschend starke 6. Platz im Jahr 2011, Europa-League- und Champions-League-Teilnahme samt Pokalsieg 2015 (3:1 gegen den BVB) bei seiner ersten Amtszeit in Wolfsburg (2013 bis 2016) oder auch Königsklassen-Abende bei Borussia Mönchengladbach (2017 bis 2019). Alles starke Bilanzen als Coach.

Seither ging es allerdings wieder verstärkt nach unten – angefangen mit dem verpassten Aufstieg mit dem damals viele Jahre in der 2. Liga feststeckenden Hamburger SV (2019 bis 2020), dazu die überschaubar erfolgreiche Zeit als Sportvorstand beim 1. FC Nürnberg und in der Bundesliga-Saison 2024/25 der Abstieg mit dem VfL Bochum. Dem Klub von der Castroper Straße blieb Hecking damals treu, stürzte aber in der 2. Liga direkt ab und wurde nach nur fünf Spieltagen aus seiner Sicht „respektlos“ entlassen.

„Ich bin Trainer und hätte dafür sorgen sollen, dass wir den Klassenerhalt schaffen.“ (Dieter Hecking)

Dass der Coach dem Fußballgeschäft treu bleiben würde, hatte er damals direkt im selben Atemzug erklärt – und wurde schließlich am 8. März vom akut abstiegsbedrohten VfL Wolfsburg als Nachfolger von Daniel Bauer installiert. In der Folge fuhren die Wölfe tatsächlich wichtige Punkte ein, um sich am finalen Spieltag mit dem 3:1 im Kellerkrimi beim FC St. Pauli den Relegationsplatz zu sichern. Es half nur am Ende nichts, denn nach dem enttäuschenden 0:0 im Hinspiel gegen Paderborn – hier hatte Hecking noch frohen Mutes gen Klassenerhalt geblickt („Die Zuversicht ist nach wie vor da“) – setzte es im entscheidenden Rückspiel beim Zweitliga-Dritten trotz Führung und bitterem Platzverweis ein 1:2 nach Verlängerung.

Hecking stieg damit zum dritten Mal in seiner Trainerlaufbahn ab – und das sogar zum zweiten Mal hintereinander aus der Bundesliga. Das gab es zuvor in der Geschichte des deutschen Fußballs auch noch nicht. Was Hecking alles in allem ernüchtert zurückließ, wie aus seinem Interview nach dem Niedergang gegenüber Sat.1 herauszulesen war: „Ich bin Trainer und hätte dafür sorgen sollen, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Das ist uns nicht gelungen. Ein Abstieg tut natürlich weh, der Schmerz ist groß. Wir haben in den letzten zehn Wochen gemeinsam viel investiert, um das Ziel gemeinsam zu erreichen.“ Ohne Erfolg am Ende.

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