Im 500. Bundesligaspiel seiner Geschichte kann der FC Augsburg einen Rekord einstellen. Den Trainer interessiert die „Baum-Tabelle“ nicht, vielmehr mahnt er Hunger statt Selbstzufriedenheit an.
Trainer lobt Kaderqualität
Zum 500. Mal bestreitet der FC Augsburg am Freitag ein Bundesligaspiel, gegen den 1. FC Köln am Freitagabend (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) stört im Vorfeld eigentlich nur der angekündigte Streik im Nahverkehr. Ob beim Jubiläum auch der 150. Sieg glückt? Zeit wär’s, nur Hannover 96 (511 Spiele), Arminia Bielefeld (515) und der Karlsruher SC (541) benötigten bis zu dieser Marke mehr Partien. Der FCA verlor schon 222-mal und trennte sich 128-mal unentschieden.
Gegner Köln lag den Augsburgern zuletzt allerdings nicht, in den jüngsten sechs Vergleichen gab es keinen Sieg, nach drei Niederlagen drei Unentschieden. „Ich bin kein Freund von Statistiken aus der Vergangenheit“, wischte Trainer Manuel Baum dies auf der Pressekonferenz am Donnerstag beiseite. Ihm steht bis auf die Langzeitverletzten Chrislain Matsima und Jeff Gouweleeuw der gesamte Kader zur Verfügung.
Mit seinem Kader ist Baum generell zufrieden: „Uns zeichnet aus, dass wir während eines Spiels nachlegen können. Ich finde den Kader richtig gut, die Breite in der Qualität und die Unterschiedlichkeit in den Stärken zeichnen ihn aus.“ Einem Vergleich mit den Aufgeboten aus seiner ersten Amtszeit von Dezember 2016 bis April 2019 wich er aus, er wolle niemandem von damals zu nahe treten.
Seit sieben Heimspielen ungeschlagen
Gegen den 1. FC Köln winkt die Einstellung eines Rekords. Seit sieben Heimspielen ist der FCA – bei vier Siegen und drei Remis – ungeschlagen, sechs davon verantwortete Baum. Achtmal in Serie ohne Heimniederlage blieb er nur in seiner ersten Bundesligasaison von November 2011 bis März 2012. Es läuft also.
Vier der jüngsten fünf Partien endeten siegreich, erstmals in seiner Klub-Geschichte holte der FCA aus den ersten sechs Rückrundenspielen 13 Punkte, in der „Manuel-Baum-Tabelle“ steht Augsburg auf Platz 5. Seit dem 13. Spieltag, als er auf die Trainerbank zurückkehrte, holten nur Dortmund (27), Bayern (26), Hoffenheim (23) und Stuttgart (21) mehr Punkte als der FCA (18).
Für Baum und seine Truppe kein Grund zur Selbstzufriedenheit. „Wichtig ist, dass wir ambitioniert bleiben und weiter Hunger auf drei Punkte haben. Wir sind noch nicht satt.“ Als Motivation nannte der Coach die Emotionen nach dem späten 3:2-Sieg in Wolfsburg, „das macht Spaß“.
Er selbst habe in Augsburg schon erlebt, dass man durchgeatmet habe, wenn es gut lief, der Hunger nachließ. Dafür muss man in der Geschichte gar nicht so weit zurückblicken, in den vergangenen beiden Saisons ließ Augsburg nach dem feststehenden Klassenerhalt dramatisch nach und verspielte eine bessere Abschlussplatzierung leichtfertig.
Und die „Baum-Tabelle“? Interessiert den Trainer nicht. „Es gibt weder eine Baum-Schule noch eine Baum-Tabelle. Der Trainer hat generell einen kleinen Anteil, man muss den Spielern Respekt zollen“, sagte er. Gegen Aufmerksamkeit, Jubel, Emotionen und ein Klettern im Ranking mit seinem Namen hätte er aber an sich nichts, wenn gegen Köln der anvisierte Sieg gelingt.

