Sportvorstand Markus Krösche wird trotz des großen Interesses von der AC Mailand bei Eintracht Frankfurt bleiben. Das hat der 45-Jährige am Mittwoch vereinsintern mitgeteilt.
Lukratives Angebot abgelehnt
Tagelang herrschte dröhnendes Schweigen. Wechselt Markus Krösche zur AC Mailand oder bleibt er bei Eintracht Frankfurt? Der Sportvorstand wollte sich zu den seit Freitagabend wabernden Gerüchten nicht äußern. Auch deshalb rissen die Meldungen nicht ab. Ganz im Gegenteil, sie überschlugen sich geradezu. Vor allem in Italien, wo voreilig berichtet wurde, dass sich Krösche einig sei mit den Rossoneri. Sportdirektor Timmo Hardung hätte den Berichten zufolge seinen Chef nach Mailand begleiten sollen.
In einem Gespräch mit dem Hauptausschuss des Aufsichtsrats der Eintracht Frankfurt Fußball AG am Montag hatte der 45-Jährige zwar keinen Wechselwunsch hinterlegt. Vom Tisch war das Thema Milan aber nicht. Daran änderten auch die Aussagen des Präsidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden Mathias Beck nichts. „Von Seiten der AC Mailand gab es niemanden, der wegen Markus Krösche auf uns zugekommen ist. Wir haben nach Rücksprache mit Markus Krösche auch keinen Hinweis darauf, dass er Eintracht vor Ende seiner Vertragslaufzeit 2028 verlassen möchte“, hatte Beck betont.
Krösche sorgt am Mittwoch für Klarheit
Doch ausschließen wollte niemand, dass Krösche plötzlich doch noch auf einen Wechsel drängt. Auch wenn der bis 2028 unter Vertrag stehende Sportvorstand in diesem Sommer über keine Ausstiegsklausel verfügt, hätte man ihn kaum gegen seinen Willen halten können. Es hätte den auch bei Spielern üblichen Poker um die Ablöse gegeben, früher oder später wäre es wohl zu einer Einigung gekommen. Doch dieses Thema ist nun vom Tisch.
Nach einigen freien Tagen sorgte Krösche am Mittwoch vor Ort in Frankfurt für Klarheit, indem er sich intern gegenüber dem Aufsichtsrat zur Eintracht bekannte. Das Interesse aus Mailand war konkret. Krösche lag ein sehr lukratives Angebot vor, angeblich hätte er in Mailand 40 Millionen Euro in vier Jahren verdienen können. Das erfuhr der kicker aus Vereinskreisen. Überprüfen lässt sich diese Zahl nicht. Doch bei solchen Beträgen kann man schon mal ins Grübeln kommen.
Dementsprechend wuchs in den vergangenen Tagen auch intern die Nervosität, nachdem die ersten Meldungen am Wochenende noch mit einer gewissen Gelassenheit zur Kenntnis genommen worden waren. Da hatte Sven Janssen aus dem Hauptausschuss seinen 60. Geburtstag auf Mallorca nachgefeiert. Dabei waren auch Präsident Beck und andere Aufsichtsräte.
Gedanken über einen möglichen Nachfolger wurden in den vergangenen Tagen bereits intensiviert. Nun ist die Erleichterung groß, dass Krösche bleibt. Nach der komplizierten vergangenen Saison, dem Trainerwechsel und dem bevorstehenden Kader-Umbruch wäre ein Abgang des Sportvorstands zur Unzeit gekommen und hätte den Klub hart getroffen. Nun können alle einmal kollektiv durchatmen.

