Am Montag bekam der FC St. Pauli die offizielle Nachricht über das Strafmaß für Eric Smith. Der Abwehr-Chef muss nach seiner Roten Karte gegen Heidenheim (2:1) nur ein Spiel zuschauen, verpasst damit das wichtige Duell in Mainz. Spielt der Schwede danach nie wieder für den Kiez-Klub?
Wechselgelüste und ein Spiel Sperre – Gerüchte um Ando
Seit Wochen schon gibt es Wechselgerüchte um den Schweden, der nach kicker-Informationen auch einen Abschied im Winter für sich ins Auge gefasst haben soll. Schon in der Vergangenheit war der spielstarke Abwehr-Chef im Fokus größerer Klubs, weil er insbesondere in seiner Bundesliga-Premieren-Saison streckenweise fußballerische Glanzlichter gesetzt hat. Aber: In der laufenden Saison bleibt der 28-Jährige weit unter seinen Möglichkeiten, und der jüngste Auftritt gegen Heidenheim (2:1) war symptomatisch für seine bisherige Spielzeit.
Dass Eric Smith nur für ein Spiel gesperrt wurde, ist in gewisser Weise eine Bestätigung für die auf St. Pauli seit dem Wochenende vorherrschende Meinung, dass die Entscheidung auf Notbremse eine harte war. Zu jener Szene, in der der Blondschopf Heidenheims Marvin Pieringer als letzter Mann leicht an der Schulter hielt, gehört aber eben auch die Entstehung: Unter Druck hat der St.-Pauli-Profi über den Ball getreten, war erst dadurch in die Not-Situation geraten. Sein Trainer bringt zwar wenig Verständnis für die Entscheidung von Referee Sören Storks auf („Er hat ihn gestreichelt“), Alexander Blessin sagt aber auch: „Eric weiß selbst, dass er in der Szene mehr Spannung im Körper haben kann.“
Ando ist japanischer Nationalspieler und WM-Kandidat
Für Smith war der Verlauf des Samstags die konsequente Fortsetzung eines Halbjahres mit vielen Wacklern in seinem Kerngeschäft, nachdem er im Sommer offen bekannt hatte, dass er sich im zentralen Mittelfeld wohler fühle als in der Dreierkette. Am Sonntag in Mainz wird wie schon im zweiten Durchgang gegen den FCH Hauke Wahl in die Mitte rücken und Adam Dzwigala als rechter Innenverteidiger beginnen. Und im neuen Jahr?
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Bislang haben St. Paulis Entscheidungsträger ihren Unterschiedsspieler für unverzichtbar erklärt. War der vorzeitig beendete Auftritt vom Samstagnachmittag womöglich dennoch sein Letzter im St. Pauli-Trikot? Denn: Laut Informationen aus Japan befindet sich der Verein in intensiven Bemühungen um einen neuen Innenverteidiger: Tomoya Ando von Avispa Fukuoka.
Der 26-Jährige schaffte es in seiner Debüt-Saison in der J-League auf Anhieb in die japanische Nationalelf, ist ein WM-Kandidat und nach Angaben der Sportzeitung Sponichi grundsätzlich mit St. Pauli einig. Ando agiert in der Heimat zumeist als linker Innenverteidiger. Auf dieser Position hat sich nach der Adduktoren-Operation bei David Nemeth seit Herbst Routinier Karol Mets wieder festgespielt. Der Kandidat wäre also kein direkter Ersatz für Smith, ein Aufrüsten für die Dreierkette aber könnte zumindest ein Vorgriff für den Fall sein, dass der Schwede abermals seinen Wechselwunsch hinterlegt.

