Beim FC St. Pauli fand am Samstag die Mitgliederversammlung statt – mit erfreulichen Nachrichten: Der Kiez-Klub konnte im Geschäftsjahr 2024/25 nämlich einen Überschuss erwirtschaften.
Göttlich äußert sich zu Irvine
„Der FC St. Pauli hat das Geschäftsjahr 2024/25 mit einem Gewinn abgeschlossen. Zum 30. Juni wies der Konzern einen Jahresüberschuss in Höhe von 2.089.704 Euro aus. Bereits im vorherigen Geschäftsjahr hatte der Hamburger Bundesligist einen Überschuss erwirtschaftet“, teilte St. Pauli am Samstagmittag mit.
Die Umsatzerlöse und sonstigen betrieblichen Erträge stiegen im abgeschlossenen Geschäftsjahr auf 102.381.443 Euro (80.032.723 Euro im Vorjahr). Haupttreiber für die Steigerung sind im Speziellen erhöhte Fernsehgelder nach dem Aufstieg in die Bundesliga sowie eine signifikante Steigerung der Vermarktungsumsätze.
„Wir hatten uns für die abgelaufene Saison zwei große Ziele gesetzt: den Klassenerhalt sowie die erfolgreiche Umsetzung der FCSP-Genossenschaft. Durch eine großartige Leistung und Unterstützung auf und neben dem Platz konnten wir beide Meilensteine realisieren und somit die finanzielle Voraussetzung für wichtige zukünftige Investitionen in unsere Vereinsinfrastruktur schaffen“, erklärt Wilken Engelbracht, kaufmännischer Geschäftsleiter des FC St. Pauli, auf der Website des aktuell 16. der Bundesliga.
„Wir wollen Brücken bauen“
Ansonsten ging es eher ruhig zu auf der Mitgliederversammlung. Bei der Wahl des Präsidenten gab es nämlich nur einen Kandidaten – und so wird Amtsinhaber Oke Göttlich, seit 2014 Klubboss auf dem Kiez, in seine vierte und damit letzte Amtszeit gehen.
Jener Göttlich äußerte sich bei dieser Gelegenheit auch nochmal zur Causa Jackson Irvine. Es habe nach Gesprächen mit dem Kapitän „keinerlei Anzeichen“ gegeben, dass der Mittelfeldspieler menschenfeindliche Einstellungen vertritt. „Wir wollen Brücken bauen und keine Gräben vertiefen“, stellte Göttlich im gut gefüllten Audimax-Saal der Universität Hamburg klar.
St. Pauli konkretisiert Ausbaupläne für Millerntor-Stadion
Außerdem hat Göttlich die langfristigen Pläne des FC St. Pauli zur Erweiterung des Millerntor-Stadions konkretisiert. Das Ziel seien 40.000 bis 50.000 Sitzplätze, sagte der 49-Jährige. Der Verein freue sich über die Zusage der Politik, die Erweiterung des Millerntors zu unterstützen und gemeinsam anzugehen – im engen Austausch mit dem Stadtviertel und den Fans. Die Pläne gelten unabhängig von der Olympia-Bewerbung der Stadt Hamburg, hieß es.
Den Wunsch des Vereins gibt es schon länger, die Nachfrage der Fans ist groß, viele gehen oft leer aus bei der Ticketvergabe. Das Stadion des Erstligisten ist fast immer ausverkauft. St. Pauli erreichte in der Saison 2024/2025 einen Zuschauerschnitt von 29.506 Fans. Das entspricht einer Auslastung von 99,86 Prozent. Zuletzt hatte die neu gegründete Genossenschaft des Vereins die Mehrheit am Stadion übernommen.

