Was wird aus Stuttgarts El Khannouss und Bouanani?

Mit viel Vorschusslorbeeren kamen Bilal El Khannouss und Badredine Bouanani im vergangenen Sommer nach Stuttgart. In diesem könnten sich die Wege wieder trennen.

Der Transfermarkt ruft

Sie kennen sich von Kindesbeinen an, haben schon in den U-Mannschaften Marokkos und Algeriens oft gegeneinander gespielt und in Stuttgart auf den nächsten Karriereschritt gehofft. Gemeinsam wollten die Nordafrikaner mit dem Traditionsklub vom Neckar für Furore sorgen. Ein Jahr ist mittlerweile seit ihrer Verpflichtung ins Land gegangen. Statt Furore gab es Momentaufnahmen. Der große Schritt lässt sowohl bei El Khannouss als auch – ganz besonders – bei Bouanani auf sich warten.

Stolze 20 Millionen hatte der Algerier gekostet, der vom OGC Nizza nach Stuttgart wechselte. Teurer war El Khannouss, für den die Schwaben erst eine Leihgebühr von rund fünf Millionen Euro und Anfang 2026 nach Ziehen der im Vertrag verankerten Kaufpflicht weitere 20 Millionen investierten. In diesem Sommer könnten sich die Wege von Klub und Spielern wieder trennen.

Die beiden Nordafrikaner gehören zu der Gruppe Spieler mit Leonidas Stergiou, Lazar Jovanovic, Ameen Al-Dakhil und Jeremy Arevalo, die bei einem angemessenen Angebot und dem ebenfalls passenden Klub, den VfB verlassen dürften. Bisher gab es bei allen lose Interessenslagen, die sich beim einen oder anderen bis zum anstehenden Ende der Wechselfrist Anfang kommender Woche noch konkretisieren könnten.

Spitzenfußball gab es immer seltener

Wie immer spielt hierbei der Preis eine große Rolle, der bei El Khannouss als Verhandlungsbasis sicher die 40-Millionen-Marke übersteigen dürfte. Der Nationalspieler und WM-Fahrer Marokkos hatte nach einer vielversprechenden Hinrunde und der kräftezehrenden Teilnahme am Afrika-Cup zu Beginn dieses Jahres in der Rückrunde mit seiner Form zu kämpfen. Spitzenfußball gab es immer seltener zu sehen.

Eine Negativspirale mit der Folge, dass ihn Cheftrainer Sebastian Hoeneß berechtigterweise des Öfteren auf die Bank setzte. Sogar im DFB-Pokalfinale Ende Mai in Berlin gegen den FC Bayern (0:3). Was der Spieler, der mit seiner technischen Begabung, seinen Dribblings und seiner Pass- und Spielstärke zu den Besten im Team gehört, seinerseits als Kränkung empfand. Eine verfahrene Situation.

Das Transferfenster schließt, die Zukunft ist offen

Newcastle, genau das Newcastle, das vor einem Jahr den Schwaben für rund 75 Millionen Euro Nick Woltemade kurz vor Schließung des Transferfenster abluchste, hat sich jetzt nach El Khannouss erkundigt, Galatasaray kürzlich Interesse gezeigt. Mit dem FC Everton, Tottenham und Crystal Palace wird der 22-Jährige ebenfalls in Verbindung gebracht wie auch mit der finanzstarken Saudi Pro League und den dazugehörenden Klubs. Das Transferfenster ist dabei zu schließen, seine Zukunft allerdings noch offen. Beim Ligaauftakt in München könnte der Offensivmann für den angeschlagenen Chris Führich in die Startelf finden und vielleicht seinen Frieden mit der Vergangenheit schließen.

München ist für Bouanani momentan weit weniger realistisch. Auch der Algerier, der z.B. im Pokal bei Hansa Rostock (4:0) ganz im Kader fehlte, hat mit mangelnder Konstanz in seinen Leistungen zu kämpfen. Allerdings schon die gesamte Zeit im VfB-Trikot. Der Flügelmann ist schnell, trickreich und immer auf Tore aus, verpasst dabei aber auch immer wieder den richtigen Zeitpunkt, den letzten Pass, den besser postierten Mitspieler oder den Abschluss zu finden.

Die Konkurrenz ist groß im Fall Bouanani

Durch die Verpflichtung von Leo Sauer, den starken Formkurven von Chris Führich und Tiago Tomas sowie der Tatsache, dass Jamie Leweling rechts gesetzt ist, stehen seine Chancen auf mehr Spielzeit, die er dringend braucht, schlecht. Eine Leihe steht im Raum. Hier spielt vor allem Frankreich eine Rolle, wo der 21-Jährige bei Nizza und dem FC Lorient positive Spuren hinterlassen hat. Weil man weiterhin an einen Durchbruch Bouananis glaubt, wird eine Leihe favorisiert.

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