Rocco Reitz stand am vergangenen Samstag erstmals in der Leipziger Startelf. Aus dieser rutscht der Neuzugang aufgrund einer Verletzung jedoch gleich wieder heraus. Auch Brajan Gruda droht in Bremen auszufallen.
Auch Gruda angeschlagen
Ausgerechnet gegen seinen Jugendverein Borussia Mönchengladbach feierte Rocco Reitz seine Bundesliga-Premiere im Dress von RB Leipzig. Beim 3:0 war der Achter gleich einer der auffälligsten Spieler und krönte seinen Auftritt gar mit dem Treffer zum Endstand. „Er ist ein sehr intelligenter Spieler, hat sowohl mit wie auch gegen den Ball viel gemacht“, lobte Trainer Martin Demichelis.
Sein erstes Tor wird auch gleichzeitig für einen längeren Zeitraum sein letztes sein. Denn wie die Sachsen am Donnerstag bekanntgaben, zog sich der gebürtige Duisburger eine Muskelverletzung im linken Oberschenkel zu. „Wir hoffen, dass er nach der Länderspiel-Pause wieder zurück ist“, sagte Demichelis auf der Pressekonferenz am Donnerstag.
Reitz verpasst CL- und Nations-League-Auftakt
Damit verschieben sich gleich zwei Premieren für Reitz nach hinten. Zum einen verpasst er Leipzigs Auftakt in die Champions League am kommenden Donnerstag in Como und zum anderen sein mögliches Länderspieldebüt Ende des Monats. Jürgen Klopp beruft bereits in zwei Wochen seinen Kader für die ersten vier Spiele in der Nations League – die DFB-Auswahl spielt gegen die Niederlande, Serbien und zweimal gegen Griechenland. Den Sprung ins Aufgebot hatte er derweil schon einmal vor der Heim-EM 2024 gegen die Ukraine geschafft. Das torlose Remis in Nürnberg verfolgte Reitz jedoch nur von der Bank.
Aus der Startelf des vergangenen Samstags droht außerdem Brajan Gruda auszufallen. „Er hat Beschwerden im Sprunggelenk und Rippenprobleme“, berichtete Demichelis, der die Entscheidung über die Kader-Aufnahme vom Abschlusstraining am Freitag abhängig macht. Zumindest einen Kaderplatz hält der Coach auch bei Assan Ouedraogo für möglich, der nach auskurierter Schulterverletzung „seit zwei Tagen mit der Mannschaft trainiert“.
El Aynaoui vor Blitzstart?
Als Startelf-Vertreter von Reitz kommt der Jung-Nationalspieler freilich noch nicht in Betracht. Da zudem Christoph Baumgartner noch längere Zeit ausfällt, herrscht im zentralen Mittelfeld aktuell ein Engpass, der möglicherweise dem erst am Dienstag auf Leihbasis von der AS Roma verpflichteten Neil El Aynaoui einen Blitzstart beschert. „Mit ihm haben wir einen sehr erfahrenen Spielmacher geholt“, urteilte Demichelis über den Marokkaner.
Auch vom ebenfalls am Deadline Day vom FC Chelsea gekauften Stürmer Marc Guiu hat Demichelis eine hohe Meinung. „Er ist schnell, stark im Pressing. Er hat in seinem Paket viele Komponenten, mit denen er uns helfen kann“, so der Coach über den 20-jährigen Spanier, der allerdings bei Chelsea nur wenig Einsatzzeiten bekam: „Er hat nicht viel gespielt, ist aber viel gewachsen“, sagte Demichelis.
Mit dem nun finalisierten Kader gibt sich der Argentinier „sehr zufrieden“, wie er an die Adresse von Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer mitteilte: „Der Verein hat brutal gearbeitet.“ Dass er mit aktuell 28 Feldspielern und drei Torhütern ein zahlenmäßig voluminöses Aufgebot zur Verfügung hat, um die drei Wettbewerbe in Angriff zu nehmen, bereitet dem Coach nach eigenem Bekunden kein Kopfzerbrechen: „Ich habe das Gefühl, jeder kämpft um seinen Platz.“

