Eugen Polanski geht fest davon aus, auch in der nächsten Saison auf der Trainerbank von Borussia Mönchengladbach zu sitzen, wenn der Klassenerhalt gelingt. Ob er weitermachen darf, bleibt offen.
„Den Job angetreten, um Borussia in der Liga zu halten“
Ein letzter Schritt fehlt der Borussia noch für den Klassenerhalt nach dem 0:0-Unentschieden beim VfL Wolfsburg. Ungeachtet dessen steht Eugen Polanski in der Kritik, die Spekulationen um die Zukunft des 40-Jährigen auf der Gladbacher Trainerbank halten an. Polanski selbst scheint das Thema weniger zu beschäftigen. Auf die Diskussionen um seine Person reagierte er am Samstag mit Gelassenheit.
„Ich lese sehr wenig Presse, dementsprechend habe ich die Spekulationen bisher gar nicht so mitbekommen. Ich habe den Job angetreten, um Borussia in der Liga zu halten. Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg“, sagte Polanski in Wolfsburg. „Ich bin so selbstbewusst zu sagen: Wenn ich meinen Job erledige, dann bin ich nächstes Jahr Trainer. Ich wüsste nicht, warum nicht.“ Nach dem Saisonende wird bei den Fohlen die große Saisonanalyse angepackt. Dabei steht auch die Arbeit des Coaches auf dem Prüfstand. Polanski, der Gerardo Seoane nach dem dritten Spieltag abgelöst hatte, wurde im November mit einem Vertrag bis 2028 ausgestattet.
In der Rückrunde erst 13 Punkte gesammelt
Der frühere U23-Coach hatte zu dieser Zeit seine Bewährungschance genutzt und die Mannschaft stabilisiert. Dass Polanskis Zukunft im Sommer offen ist und über eine Trennung spekuliert wird, liegt an der fehlenden Weiterentwicklung. In der Rückrunde fuhren die Borussen in den bisherigen 14 Begegnungen nur zwei Siege und insgesamt 13 Punkte ein. Aktuell sind die Gladbacher auch schon wieder seit fünf Spielen sieglos. Dazu heizen die spielerischen Leistungen der Mannschaft und eine oft zu ängstlich wirkende Ausrichtung des Teams die Debatte an. Immer wieder verfällt die Elf in eine unerklärliche Passivität. Auch in Wolfsburg konnte die Mannschaft nach dem Seitenwechsel nicht mehr an die dominant geführte erste Hälfte anknüpfen.
„Wir haben sehr gut ins Spiel gefunden, druckvoll agiert und sehr wenig zugelassen. Schade, dass wir vor dem Tor nicht die Ruhe bewahren, um uns mit einem Tor zu belohnen. In der zweiten Halbzeit hat man bei uns und dem Gegner gemerkt, dass es auch Kopfsache ist: Wie viel investiert man, um aufs Tor zu gehen?“, sagte Polanski und sprach mit dem Blick auf die Ergebnisse der Konkurrenten von einem Punktgewinn. „Heute sind wir zufrieden.“ Der Klassenerhalt soll jetzt am nächsten Spieltag unter Dach und Fach gebracht werden. Am kommenden Sonntag empfangen die Fohlen Borussia Dortmund.
Mitgliederversammlung am Montag
Zeitnah, am morgigen Montag, steht im Borussia-Park erst einmal die Mitgliederversammlung auf dem Programm. Sportchef Rouven Schröder wird in seiner Rede dabei auch auf die aktuelle Situation im sportlichen Bereich eingehen. Beim Finanzbericht für das Geschäftsjahr 2025, den CEO Dr. Stefan Stegemann vorstellen wird, sind keine großen Überraschungen zu erwarten. Die Zahlen dürften sich im Bereich des Geschäftsjahrs 2024 bewegen, das hatten die Borussen mit einem Gesamtumsatz in Höhe von knapp 185 Millionen Euro und einem Minus in Höhe von 2,4 Millionen Euro abgeschlossen.

