Im vergangenen Herbst trat beim 1. FC Köln ein neues Präsidium sein Amt an. Nun zog der für den Sport zuständige Vize-Präsident Ulf Sobek ein umfangreiches Fazit über die Spielzeit 2025/26.
Über Kessler, El Mala und Co.
Ein Trainerwechsel, der El-Mala-Poker, die Neuaufstellung der Geschäftsführung und der Organisationsstruktur: Die ersten Monate von Vize-Präsident Ulf Sobek hatten es in sich. Am Donnerstag nun sprach Sobek über …
… sein Saisonfazit:
„Das Minimalziel ist erreicht worden, wir haben die Klasse gehalten. Das ist, was wir uns vorgenommen haben. Die Platzierung hat unser Leistungsniveau über die gesamte Saison abgebildet. In der Zusammenarbeit mit Thomas Kessler und der gesamten Mannschaft war ich sehr zufrieden. Trotzdem gibt es viele Stellschrauben, an denen wir in der nächsten Saison drehen wollen.“
… die Periode unter Lukas Kwasniok:
„Grundsätzlich sage ich erstmal: Danke. Er hat einen großen Teil dazu beigetragen, dass wir die Klasse gehalten haben. Es geht darum, alle soweit zu unterstützen, dass sie ihre Arbeit gut machen können – bis zu dem Punkt, an dem wir in der Analyse sagen, dass wir es nicht mehr guten Gewissens so verantworten können. Dann gilt es, Entscheidungen zu treffen. Der Prozess ist dann sehr gut und wertschätzend abgelaufen.“
…die Installation von René Wagner:
„Er hat uns mit seiner klaren, analytischen Art einen Weg aufgezeigt, auf dem wir die Klasse halten können. Deswegen haben wir ihm das Vertrauen als Interimstrainer ausgesprochen. Das Ergebnis stand über allem. Wir haben dann hinterfragt: Wie wäre es, wenn er Cheftrainer würde? Da hat er nochmal nicht nur Ziele genannt, sondern auch Wege dahin. Er hat aufgezeigt, wie er trainieren lassen will, wie das Team spielen soll und welche Rollen er zuweisen möchte. Danach waren wir alle der Überzeugung, dass er für diese Situation der Richtige ist.“
… die Stimmungslage:
„Es war keine Zeit, sich über das Erreichte zu freuen. Wir müssen uns aber nicht dafür entschuldigen, dass wir die Klasse gehalten haben. Wir wünschen uns, dass die Leute sich jetzt selbst von Renés Klasse überzeugen können. Wie er mit den Leistungen und den Ergebnissen umgegangen ist, mit welcher Energie und welcher Vision, hat mich zur Überzeugung gebracht, dass wir besser werden können. Denn wenn man in die Zahlen reinschaut, war Vieles schon echt überzeugend.“
… die Abstimmung im Gemeinsamen Ausschuss:
„Er musste nicht durchgedrückt werden. Das gesamte Gremium steht voll hinter René. Wir haben natürlich über verschiedene Szenarien diskutiert, alles andere wäre ja nicht seriös. Wenn du aber jemanden hast, der die Leute und das Umfeld kennt, gelangst du schnell zur Überzeugung, dass er der Richtige ist.“
… seine Zusammenarbeit mit Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler:
„Wir haben wöchentliche Meetings und diskutieren über Profile und Inhalte. Er ist aber operativ verantwortlich. Meine Aufgabe ist es, das zu hinterfragen. Es ist nicht so, dass ich ihm proaktiv Ideen unterbreite. Ich habe es aber so erlebt, dass Thomas diesen Austausch sehr schätzt. Es ist völlig normal, dass man mal unterschiedlicher Meinung ist. Nur so entsteht eine gute Zusammenarbeit. Da passt kaum ein Blatt dazwischen.“
… Kesslers erste Transferperiode:
„Er hat das Ziel erreicht. Wir hatten einen großen Umbruch und einen neuen Trainer. Das Wichtigste war, dass wir weiter in der Bundesliga sind. Das ist ihm gelungen. Bei den Transfers waren absolute Perlen dabei, auch charakterlich. Man darf nicht vergessen, dass keiner von denen vorher Bundesliga gespielt hat. Von daher bin ich sehr zufrieden.“
… die Ziele des FC:
„Ich wäre froh, wenn wir nächstes Jahr die Klasse halten. Das heißt natürlich nicht, dass ich etwas dagegen hätte, wenn wir besser sind. Wenn man aufs Kaderbudget schaut, ist der Abstand zu den Klubs, zu denen wir aufschließen wollen, ein zweistelliger Millionenbereich. Wir brauchen eine realistische Erwartungshaltung an die kommende Saison.“
… nötige Umbauten am Kader:
„Auch wenn es schon etwas her ist, spüren wir immer noch Auswirkungen von Corona und der Transfersperre. Das zu beheben wird sehr stark in die Transferpolitik einfließen.“
… Auswirkungen eines El-Mala-Verkaufs:
„Wenn man einen Transfer realisiert, hätte man mehr Geld zur Verfügung, müsste aber die Torquote verbindlich einkaufen. Natürlich hätte das aber einen großen Einfluss darauf, in welchen Regalen man einkaufen könnte. Kleinere Sachen kann man jetzt schon machen, für den Rest müssen wir schauen, wie sich das entwickelt.“
… die Zusammenarbeit mit Präsident Jörn Stobbe und Vize-Präsident Jörg Alvermann:
Durch den Wahlkampf haben wir uns schon sehr gut kennengelernt. Wir haben aber klare Zuständigkeiten und es macht sehr viel Spaß. Wir diskutieren offen und kontrovers, und es ist unglaublich, wie viel die alle arbeiten können. Mir macht es jeden Tag Spaß.
… das Verhältnis zu Lukas Podolski:
„Als ich ihn das letzte Mal bei seinem Kurzbesuch am Geißbockheim getroffen habe, haben wir uns nett unterhalten. Marketingseitig gibt es auch Ideen für mögliche Projekte. Der Austausch ist da so gut, wie lange nicht mehr.“
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