Beim 1. FC Köln ist Marvin Schwäbe seit vier Jahren gesetzt. Vergangene Saison führte er den Traditionsklub erstmals auch als Kapitän auf den Rasen. Doch ein Jahr vor Vertragsende gibt es Fragezeichen zu seiner Zukunft.
Nächstes Jahr ablösefrei
Die Ansage nach dem Saisonfinale war eigentlich klar. „Grundsätzlich fühle ich mich sehr wohl in Köln, bin froh hier zu sein und kann mir das auch noch länger vorstellen“, sagte Marvin Schwäbe im Anschluss an das 1:5 beim FC Bayern. Angesichts von Schwäbes im kommenden Jahr auslaufenden Vertrags klang das wie ein Gesprächsangebot an die Sportliche Leitung. Da wurde Schwäbe deutlich: „Ich mache die Tür dafür auf.“
Etwas mehr als zwei Wochen später gibt es noch keine Gespräche und erst recht kein konkretes Vertragsangebot seitens des FC. Dabei hat Schwäbe – mit kurzen Ausnahmen – sein fünftes Jahr als Stammkraft hinter sich, erstmals auch als Kapitän. Gleich zweimal kämpfte er sich aus dem Status einer Nummer 2 zurück zwischen die Pfosten, gewann das Duell 2021/22 gegen den damaligen Platzhirsch Timo Horn und 2024/25 den Konkurrenzkampf mit der zwischenzeitlichen Nummer 1 Jonas Urbig.
Schwäbe sondiert den Markt
In jeder Saison war sein kicker-Notenschnitt besser als Note 3. Der Schlussmann hat sich auch im fortgeschrittenen Alter noch einmal verbessert und ist längst nicht mehr nur auf der Linie ein starker Rückhalt. Im Vergleich zu seiner letzten Spielzeit im Oberhaus 2023/24 war der Kapitän in der zurückliegenden Spielzeit deutlich mehr ins Kölner Spiel eingebunden. Schwäbe war 2025/26 über die vollen 34 Spieltage 413-mal häufiger am Ball (1873 Kontakte) und spielte 398 Pässe mehr (1594) als noch zwei Jahre zuvor.
Bleibt Schwäbe am Geißbockheim, geht er mit dem FC bereits in seine sechste Saison, nach aktuellem Stand belegt er gemeinsam mit Timo Hübers hinter Jan Thielmann Platz 2 der dienstältesten Spieler im Kölner Kader. Sein Stellenwert für den FC ist unbestritten – aber bleibt das auch so? Denn der 31-Jährige sondiert den Markt, in diesem oder dem kommenden Jahr könnte der Schlussmann schließlich seinen letzten großen Vertrag der Karriere unterschreiben.
Der Wunsch: Hoch spielen, „am liebsten mit dem FC“
Deshalb ist auch ein Wechsel in diesem Sommer nicht komplett ausgeschlossen. Konkretes Interesse an Schwäbe gibt es bereits für Engagements ab dem Sommer 2027, wenn er ablösefrei wechseln könnte. Auch England reizt da, wo Schwäbe eine Herausforderer-Rolle einnehmen könnte. Ein Profil, das dem ehrgeizigen Torhüter liegt.
Ausgeschlossen ist allerdings auch ein Verbleib in Köln keinesfalls, im Gegenteil. Schwäbe fühlt sich in Köln schließlich wohl, daraus macht er keinen Hehl. „Jeder ist ambitioniert, ich bin ehrgeizig. Jeder will so hoch und gut spielen, wie es geht“, betonte er nach dem Spiel gegen den Rekordmeister und fügte dann hinzu: „Und das will ich am liebsten mit dem FC.“
Ein klares Signal an die sportlichen Verantwortlichen, die darauf bislang allerdings noch nicht ansprangen. Gibt es den Schritt auf Schwäbe zu, könnte zwischen den Kölner Pfosten schnell Ruhe einkehren. Geschieht das allerdings nicht, wäre es der letzte Sommer, in dem der FC für den statistisch achtbesten Torwart der Liga in der abgelaufenen Saison (Note 2,99) noch eine Ablöse einstreichen könnte.

