Seit seiner Gelb-Roten Karte im Relegationsrückspiel erlebt Joakim Maehle schwere Stunden – und sogar offene Drohungen. Der VfL Wolfsburg stellt sich demonstrativ hinter seinen Verteidiger.
VfL äußert sich
Am Tag nach dem erstmaligen Abstieg aus der Bundesliga hat der VfL Wolfsburg Joakim Maehle gegen öffentliche Anfeindungen verteidigt. Der 29 Jahre alte Verteidiger hatte im Relegationsrückspiel beim SC Paderborn bereits in der 14. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen. In Überzahl machte der SCP aus einem 0:1-Rückstand noch einen 2:1-Sieg nach Verlängerung.
„Die Enttäuschung und der Schmerz nach unserem Abstieg sitzen tief – bei unseren Fans, bei allen Mitarbeitenden und natürlich auch innerhalb der Mannschaft. Gerade in solchen Momenten gehören Kritik, Wut und Diskussionen zum Fußball dazu“, schreibt der VfL in einem Statement auf X. „Was Joakim Maehle aktuell jedoch an persönlichen Anfeindungen, Beleidigungen und sogar Drohungen erfährt, überschreitet jede Grenze.“
„Unser Abstieg ist nicht die Verantwortung eines einzelnen Spielers“
Die Wölfe stellen klar: „Unser Abstieg ist nicht die Verantwortung eines einzelnen Spielers. Er ist die Folge einer enttäuschenden Saison, in der wir als Klub über Monate hinweg nicht gut genug waren. Dafür tragen wir gemeinsam die Verantwortung. Joakim Maehle hat in dieser Saison alles für den VfL Wolfsburg gegeben. Wer ihn am gestrigen Montag in den Katakomben des Stadions gesehen hat, der weiß, welche Schuld dieser Spieler sich ohnehin schon aufbürdet.“
Fehler gehörten zum Fußball, heißt es weiter, „persönliche Angriffe und Bedrohungen dagegen dürfen niemals Teil davon sein. Wir stehen geschlossen hinter Joakim und seiner Familie und verurteilen jede Form von Hass und Gewaltandrohung aufs Schärfste.“
Maehle war im Sommer 2023 für zwölf Millionen Euro von Atalanta Bergamo nach Wolfsburg gewechselt, sein Vertrag ist noch bis Sommer 2027 gültig. Weil er monatelang mit einer Schulterverletzung ausfiel, absolvierte er 2025/26 lediglich 16 Bundesliga-Partien (ein Tor, zwei Assists, kicker-Notenschnitt 4,14), gehörte seit Heckings Amtsübernahme im März aber stets zur Startelf.
Der Abstieg ist bereits die zweite schwere sportliche Enttäuschung für Maehle binnen kurzer Zeit. Vor rund zwei Monaten hatte der 57-malige Nationalspieler mit Dänemark in den Play-offs die WM-Teilnahme verspielt.

