Der VfB Stuttgart bejubelte das Remis in Hoffenheim wie einen Sieg. Welchen Stellenwert der Punkt hat, verdeutlichte Ermedin Demirovic, der die Champions League ohne das späte Tor wohl abgeschrieben hätte.
Nübel lobt die Mentalität
Stuttgarts Wochen der direkten Duelle begannen am Samstag in Sinsheim. Drei Spieltage vor dem Saisonende lag der VfB nur aufgrund der besseren Tordifferenz vor der TSG Hoffenheim. Doch die Wichtigkeit schien die Schwaben zunächst nicht zu motivieren. Sie eroberten kaum zweite Bälle und agierten auch nicht derart aggressiv wie die Kraichgauer. „In der ersten Halbzeit war es katastrophal“, gab auch Torwart Alexander Nübel zu.
Besonders eine Statistik stieß ihm dabei auf. „Ich glaube, in der ersten Halbzeit laufen wir auch vier Kilometer weniger, was nicht sein kann“, erklärte der 29-Jährige. Obwohl die Stuttgarter kurz nach dem Wiederanpfiff das 1:3 durch Andrej Kramaric kassierten, sah Nübel anschließend eine kleine Leistungssteigerung – zumindest was die Mentalität, die der Torwart hervorhob, betrifft. Erst verkürzte der VfB, ehe Tiago Tomas in Unterzahl – Atakan Karazor hatte für ein grobes Foulspiel an Fisnik Asllani die Rote Karte gesehen – mit der letzten Aktion noch zum 3:3 traf.
Aufgrund des Zeitpunkts und der zuvor nicht genutzten Hoffenheimer Konterchancen fühlte es sich jedoch nicht wie ein Remis an, sondern wie ein Sieg. „Wir haben das Ding heute mit einem Unentschieden gewonnen“, so Nübel. Demirovic bezeichnete den Punkt gar als den „wichtigsten“ der Saison, „um unsere Ziele zu erreichen und nächstes Jahr in der Champions League zu spielen“.
Sechs Punkte: Nübels einfache Rechnung für die Champions League
Der Bosnier ging sogar so weit, dass der VfB die Qualifikation für die Königsklasse ohne Tiago Tomas‘ Treffer wohl sicher verpasst hätte. „Ich sage auch, dass wir ohne den Punkt wahrscheinlich, so optimistisch ich auch bin, am Ende nicht mehr reinkommen“, sagte Demirovic. Den 4. Rang haben die Schwaben dabei allerdings nicht mehr in der eigenen Hand, da sie Leverkusen am Samstagabend mit einem überzeugenden 4:1-Erfolg über Leipzig mit dem besseren Torverhältnis überholt hat. So wird eventuell das kommende direkte Duell am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) über Wohl und Wehe entscheiden.
Am Ende ist die Rechnung für die Rückkehr in die Champions League ohnehin ganz einfach. „Wenn wir beide Spiele gewinnen (am letzten Spieltag steht noch das Spiel in Frankfurt an; Anm.d.Red.), sind wir in der Champions League“, erläuterte Nübel. Das nötige Selbstvertrauen dürften die Stuttgarter nach dem gefühlten Sieg dafür jedenfalls haben.

