Dieses Duell schien nur anfangs ein offenes zu sein. Hoffenheims Herausforderer Muhammed Damar hat das interne Rennen mit Andrej Kramaric klar verloren, der Star hat sogar seinen Vertrag erneut verlängert.
Veränderung wahrscheinlichste Variante
Gemeinsam mit Stürmer Fisnik Asllani war auch Muhammed Damar im vergangenen Sommer von einer erfolgreichen Leihe aus Elversberg zur TSG zurückgekehrt. Doch während Asllani auch in der Bundesliga durchstartete, musste sich Kreativspieler Damar dem Duell mit Hoffenheims alternden Star Andrej Kramaric stellen. Der stellte den Herausforderer klar in den Schatten.
Damar verliert auch den Platz in der deutschen U 21
Der 34-Jährige mit auslaufendem Vertrag spürte schnell, dass ihm wenig Spielraum und keine Atempause gegönnt werden würde in seinem mutmaßlich letzten Vertragsjahr in Hoffenheim. Und der in die Jahre gekommene Star, der sich in den Vorjahren sowohl in einzelnen Spiel- aber auch Saisonphasen durchaus mal eine Verschnaufpause genommen hatte, lieferte getrieben von der neuen Konkurrenz zuverlässig.
Dieses Rennen war deshalb nur anfangs der Saison ein offenes. Nur zweimal gönnte Trainer Christian Ilzer Damar einen Platz in der Startelf, das war beim 1:4 gegen den FC Bayern München am vierten Spieltag der Fall sowie auch im folgenden Heimspiel gegen Köln (0:1). Danach folgten nur noch Einwechslungen, meist in den Schlussphasen. Insgesamt musste sich Damar in der Liga mit 15 Einsätzen begnügen, im laufenden Kalenderjahr kommt insgesamt nur rund eine Halbzeit Spielpraxis zusammen.
Nur rund eine Halbzeit Spielpraxis in 2026
Viel zu wenig für einen Spieler in diesem Alter. Der 22-Jährige verlor im Verlauf der Saison auch seinen Status als deutscher U-21-Nationalspieler und verpasste eine Nominierung für die vorentscheidenden Länderspiele in der EM-Qualifikation gegen Nordirland und in Griechenland.
Kramaric dagegen untermauerte seinen Ruf als bester Offensivspieler der TSG. Der Routinier führt mit 14 Toren und sechs Assists erneut die interne Schützen- und Scorerliste an vor Asllani (10/9) und Vorbereiter Bazoumana Touré (5/12). Neulich erst verkündeten Kramaric und die TSG die erneute Vertragsverlängerung, der Kroate wird demnach zwei weitere Jahre bei der TSG spielen.
Damar war bereits zweimal verliehen
Keine guten Vorzeichen für Damar. Zwar ergeben sich in Hoffenheim aufgrund der zusätzlichen Europapokalspiele künftig mehr Bewährungsproben, dennoch ist der Platzhirsch fürs Erste gesetzt. Damar, dessen Vertrag bei der TSG noch bis 2029 datiert ist, müsste sich weiterhin hinten anstellen. Wohl keine Option für den Techniker, der dringend Spielpraxis auf angemessenem Niveau benötigt.
Deshalb scheint eine Veränderung in diesem Sommer die wahrscheinlichste Variante zu sein. Stellt sich nur die Frage: Ist eine erneute Leihe sinnvoll? Oder muss nun eine grundsätzliche Veränderung her, also ein Verkauf und ein kompletter Neustart anderswo? Beides kann aufgehen, schließlich hatte sich Kumpel Asllani auch zweimal von Hoffenheim ausleihen lassen, vor Elversberg war das von Union Berlin gekommene Talent bereits ein Jahr bei Austria Wien in Österreich gereift.
Allerdings war Elversberg auch schon Damars zweite Leihstation nach einer erfolglosen Episode in Hannover. Mal sehen, wie sich das Marktinteresse bei Damar entwickelt. Wie Asllani stammt auch Damar aus Berlin, allerdings aus dem Nachwuchs von Hertha BSC. Schon in der U 17 war Damar nach Frankfurt und dann wegen fehlender Perspektive bei der Eintracht für eine halbe Million Euro nach Hoffenheim gewechselt. Nun steht wohl die nächste kategorische Karriereentscheidung an.

