Der Kölner Führungstreffer sorgte auch nach dem Abpfiff für Diskussionen in Berlin. Schiedsrichter Daniel Schlager erklärt, warum das Tor zählte.
Diskussionen um Kölner Führung
Es lief die 33. Minute im Stadion An der Alten Försterei, als Kristoffer Lund einen Steilpass auf der linken Außenbahn spielte. Der aus dem Abseits gekommene Said El Mala eilte in Richtung Ball, überließ dann aber doch für Jakub Kaminski. Soweit, alles gut.
Am Sky-Mikrofon klärte Schiedsrichter Daniel Schlager zunächst auf, warum das vermeintliche Eingreifen von El Mala nicht aktiv war. „Damit hier eine strafbare Abseitsposition vorliegt, muss eines der drei Kriterien vorliegen: Zum einen muss er (El Mala, Anm. d. Red.) entweder den Ball spielen – tut er nicht. Er muss in einem Zweikampf mit einem Gegenspieler um den Ball sein – ist auch nicht der Fall, weil der Gegenspieler weit entfernt ist. Oder er muss den Gegenspieler beeinflussen beim Kampf um den Ball. Und das liegt auch nicht vor, weil der Ball einfach weit entfernt ist vom nächsten Abwehrspieler.“ Eine plausible Erklärung des 36-Jährigen.
„Das ist auch für den Assistenten immer schwer, aus einer großen Entfernung zu sehen, wer tatsächlich zum Ball geht.“ (Daniel Schlager über die Entstehung des Kölner 1:0)
Worum dann aber die ganze Aufregung? Der Linienrichter hob in dieser Situation fälschlicherweise seine Fahne – ohne dass ein Pfiff erfolgte, wodurch das Spiel korrekterweise weiterlief. Regeltechnisch ist das möglich, praktisch eine irritierende Situation für die Hintermannschaft des 1. FC Union Berlin. „Das ist natürlich ein Thema, das wir aufarbeiten. Da kam die Fahne in dem Moment etwas zu früh“, gab Schlager zu. Seit der Einführung des Video-Assistenten ist es üblich, dass die Abseitsfahne erst nach dem Ende eines Angriffs hochgeht, damit möglicherweise korrekte Tore doch noch Anerkennung finden können.
In diesem Fall war der Ablauf aber eben nicht optimal. „Das ist auch für den Assistenten immer schwer, aus einer großen Entfernung dann auch zu sehen, wer jetzt tatsächlich zum Ball geht. Für ihn war klar, dass El Mala an den Ball kommt, und er hat den Spieler, der dann noch zusätzlich kam, nicht gesehen. Den hatte ich auf dem Schirm, deshalb habe ich ihm dann auch gesagt, ‚das ist für mich keine strafbare Abseitsposition‘. Dann hat er die Fahne runtergenommen und so konnte es zum Tor kommen danach.“
Ein ärgerliches Missverständnis ist es allemal – und dennoch erarbeitete sich Union Berlin noch ein 2:2-Remis. Den Zwei-Tore-Rückstand holten die Eisernen dank Tom Rothes Kopfball und Livan Burcus Traumtor noch auf und sind dem Klassenerhalt damit ganz nahe. Voraussetzung ist, dass St. Pauli am Sonntag verliert und Wolfsburg maximal unentschieden spielt.

