Der Unparteiische Timo Gerach musste sein Mitwirken an der Bundesliga-Partie zwischen Union Berlin und Schalke mit einer Verletzung an der Wade abbrechen – und fand einen Tag später emotionale Worte über seinen bitteren Abend.
Schiedsrichter mit emotionalen Worten
Das Flutlichtspiel am Freitagabend hielt neben Schalkes erstem Bundesliga-Sieg seit 1225 Tagen und Unions zu spätem Aufwachen auch eine besonders bittere Geschichte parat: Schiedsrichter Timo Gerach konnte die Partie verletzungsbedingt nicht beenden.
Am Samstagmittag äußerte sich der Unparteiische auf Instagram nun zu seinem Aus: „Ein Spiel als Schiedsrichter nicht zu Ende bringen zu können, fühlt sich schwer an“, beschrieb der 39-Jährige und fügte an: „vielleicht sogar ein Stück weit wie Versagen, obwohl ich weiß, dass eine Verletzung kein Grund ist, sich zu schämen.“
Gerach: „Bitte nicht! Nicht heute! Nicht bei diesem Spiel!“
Gerach, der am Freitagabend nach „acht Wochen Vorbereitung und viel Training“ seine erste Bundesligapartie der noch jungen Saison pfiff, hatte in der 60. Minute beim Stand von 2:0 für die Königsblauen auf einmal Probleme. „Plötzlich dieser Schmerz in der Wade – und im ersten Moment eigentlich nur der Gedanke: „bitte nicht! Nicht heute! Nicht bei diesem Spiel! Warum?“, schrieb Gerach. Der Referee musste in der Folge in den Katakomben behandelt werden.
Nach neun Minuten Unterbrechung, in der sich die Mannschaften den Ball auf dem Rasen zuspielten, um warm zu bleiben, war schließlich klar: Für Gerach geht es nicht weiter. Jarno Wienefeld, der vierte Offizielle des Spiels, sprang für die restlichen Minuten als Hauptschiedsrichter ein. Dadurch kam der 28-Jährige zu seinem Bundesliga-Debüt. Gerach bedankte sich bei seinem Kollegen und für die Genesungswünsche. Außerdem entschuldigte er sich bei Schalke und Union für die „ungewollte Pause“.
Länderspielpause zur Erholung nutzen
Der gebürtige Pfälzer stieg 2023 in den Erstliga-Kader auf und kam in der zurückliegenden Saison auf neun Einsätze (kicker-Note 3,56). In den nächsten Tagen soll nun geklärt werden, was genau mit Gerachs Wade passiert ist.
Passend dazu steht schon bald die Länderspielpause ins Haus. Diese wolle der Unparteiische nutzen, um sich zu erholen und um „Schritt für Schritt“ zurückzukommen. „Denn auch das gehört zum Sport. Hinfallen, Aufstehen. Arbeiten. Zurückkommen“, schrieb er abschließend ganz in Sportler-Manier.

