Es ist noch schlimmer als befürchtet. Die TSG Hoffenheim wird derzeit von einer Verletzungswelle überflutet. Besonders hat es die Innenverteidigung getroffen, zudem schlimmer als bislang bekannt.
Alarmstufe Rot bei der TSG
Kein Wunder, dass Trainer Christian Ilzer am Samstag nach der 0:2-Niederlage in Bremen wie vor wenigen Wochen nun erneut die hohe Belastung vor allem für die Nationalspieler anprangerte und in diesem Zuge auch die Sinnhaftigkeit der Nations League als künstlich geschaffenen Wettbewerb kritisierte. Denn wie der kicker nun erfuhr, hat es die TSG schlimmer und härter getroffen als bislang öffentlich wurde.
Hajdari wurde am Meniskus operiert
So war etwa Albian Hajdari wegen Problemen im linken Knie sogar vorzeitig von der Nationalelf des Kosovo zurückgereist und hat seither kein Spiel mehr für Hoffenheim absolvieren können. Wegen einer Problematik im Fuß, demnach war die Plantarfaszie, die sich durch die Sohle zieht zumindest gereizt und beeinträchtigt. Wegen der gleichen Blessur war in der Vorsaison auch Oliver Baumann mal für einige Spiele ausgefallen. Doch das war nicht Hajdaris einziges Problem und wurde womöglich auch erst aufgrund von Fehlbelastungen wegen der Knieproblematik verursacht.
Jedenfalls ergaben kicker-Recherchen jetzt, dass der Innenverteidiger längst am lädierten Meniskus operiert wurde und deswegen für den Rest dieses Jahres komplett ausfällt. Erst im Verlaufe des Januar ist demnach wieder mit Hajdari zu rechnen.
Hranac ebenfalls unterm Messer
Doch damit nicht genug: Auch Kollege und Nebenmann Robin Hranac, der in Bremen bereits ebenfalls wegen Kniebeschwerden ausfiel, hat sich schlimmer wehgetan und fällt für geraume Zeit aus. Wie die TSG am Montag meldete, musste sich der Tscheche einer „kleineren Knie-Operation“ am Außenmeniskus unterziehen und fehlt fortan für einige Wochen. Damit wird der 26-Jährige nicht nur für die noch vor der Ligapause anstehenden Partien am Donnerstag in der Europa League bei Crystal Palace und kommenden Sonntag in der Liga gegen Schalke 04 ausfallen, sondern wohl auch für den Rest des Kalenderjahres.
Im Abwehrzentrum ist damit die Spielerdecke extrem ausgedünnt, Ilzer verbleiben mit Ozan Kabak und Koki Machida nur noch zwei gelernte Innenverteidiger, doch auch deren Belastbarkeit ist endlich. Zudem ergeben sich Optionen mit Bernardo oder Mats Rots. Beides sind linksfüßige Außenverteidiger, könnten aber zur Not auch mal innen verteidigen. Womöglich wird der Österreicher auch punktuell auf eine Dreierreihe umstellen, sollten Rots oder Bernardo mehr Richtung Zentrum rücken.
Auch der aus Bochum geholte Cajetan Lenz hatte in der Vergangenheit schon mal im Abwehrzentrum gespielt, aber nicht auf Erstliganiveau. Zudem fehlen dem 20-jährigen, der für die Sechserposition vorgesehen ist, Praxis und Rhythmus, in Bremen feierte auch Lenz sein Debüt. Bliebe vielleicht noch Sean Dulic, den die TSG im Sommer von 1860 München geholt hatte, auch mit einer gewissen Profi-Perspektive, allerdings durfte der 21-Jährige bislang nur in der Drittligamannschaft ran.

