Wie die Eintracht mit dem Hype um Ausnahmetalent Ilicevic umgehen will

Nur einen Tag nach seinem 16. Geburtstag debütiert Niko Ilicevic in der Bundesliga und stellt damit einen Rekord ein. Wie geht die Eintracht mit dem Hype um das Ausnahmetalent um? Und was sagt der Tempodribbler selbst zu seinen ersten Minuten im Profifußball?

Viel Lob nach dem Rekord-Debüt

Das historische Bundesligadebüt des Niko Ilicevic begann mit einer Geduldsprobe. Nach exakt 89 Minuten leuchtete die Rückennummer 23 grün auf der Anzeigetafel des Vierten Offiziellen. Ilicevic sollte Seite an Seite mit dem 34 Jahre alten Weltmeister Mario Götze eingewechselt werden – eine symbolhafte Szene.

Exner lässt Ilicevic warten

Doch daraus wurde nichts, da sich Can Uzun beim Verlassen des Feldes zu viel Zeit ließ, rund 20 Sekunden statt der erlaubten zehn. Schiedsrichter Florian Exner schaute streng auf die Uhr und drückte zu diesem besonderen Anlass kein Auge zu, hätte bei konsequenter Anwendung der neuen Regel aber auch Götze nicht aufs Feld lassen dürfen. Denn der für den Altstar ausgewechselte Noel Aseko ließ sich ebenfalls zu viel Zeit, um das Spielfeld zu verlassen.

Fast drei Minuten verstrichen, ehe Ilicevic nach einer Spielunterbrechung endlich die Bühne Bundesliga betreten durfte – im Alter von 16 Jahren und einem Tag. Damit zog er mit dem bisherigen Bundesliga-Rekordhalter Youssoufa Moukoko gleich. Der Stürmer hatte am 21. November 2020 für Borussia Dortmund debütiert.

Dank der gut achtminütigen Nachspielzeit blieb dem Teenager trotz der Verzögerung noch etwas Zeit, um sein Talent mehr als einmal aufblitzen zu lassen. Es dauerte nicht mal eine Minute, da setzte der offensive Mittelfeldspieler nach einem Pass von Ritsu Doan zum ersten Dribbling an. Der Abschluss aus gut 16 Metern sauste rechts am Tor vorbei (90.+3).

„Das war schon außergewöhnlich“

Kurz darauf spielte er einen Doppelpass mit Doan und steckt zu Jonathan Burkardt durch, der HSV klärte in höchster Not (90.+4). 20 Sekunden später gab es dann eine erste Standpauke von Burkardt, nachdem Ilicevic aus ungünstigem Winkel geschossen hatte, statt den am zweiten Pfosten mitgelaufenen Angreifer zu bedienen. Auch Trainer Adi Hütter hätte sich in dieser Situation ein Abspiel gewünscht.

Körperlich hielt der Neffe des früheren HSV-Stars Ivo Ilicevic ebenfalls dagegen: Mit dem deutlich robusteren Kofi Amoako lieferte er sich ein knackiges Duell und ging zu Boden, Referee Exner ahndete das Trikotziehen des Novizen mit einem Freistoß für den HSV (90.+7). „Er hat in diesen sechs, sieben Minuten weit mehr gezeigt, als man erwarten konnte, das war schon außergewöhnlich. Aber es hat mich nicht gewundert, weil er im Training genau das Gleiche macht“, resümiert Hütter.

Bei allem Hype möchte der Trainer seinen Schützling „behutsam“ an die Bundesliga heranführen. „Wir werden mit dem Jungen so umgehen, dass er eine gute Entwicklung macht. Ab und zu wird er auch in der U 21 spielen, da es ihm nicht hilft, wenn er immer nur ein paar Minuten reinkommt“, erklärt Hütter und betont: „Grundsätzlich haben wir eine Riesenfreude, so ein Talent zu haben. Aber wir sind auch gefordert, auf den Jungen aufzupassen.“

„Wir tun einem 16-Jährigen keinen Gefallen, wenn wir ihn zu sehr hypen.“ (Vorstandsboss Axel Hellmann)

Auch der Vorstandsvorsitzende Axel Hellmann mahnt zur Vorsicht im Umgang mit dem Ausnahmetalent. „Ich neige ein wenig dazu, die Kirche im Dorf zu lassen. Wir tun einem 16-Jährigen keinen Gefallen, wenn wir ihn zu sehr hypen. Dass er schon im Training ein herausragender Spieler war, wissen wir ja alle seit Wochen. Da müssen wir nicht drum herumreden. Aber lasst uns das Thema Stück für Stück angehen und mit einer gewissen Geduld“, sagt der 55-Jährige. Ilicevic solle sich „Schritt für Schritt entwickeln“.

Auch die Medien sieht er in der Verantwortung, „nicht nach Homestorys zu schreien“, sondern das Thema Ilicevic mit einer „gewissen Behutsamkeit“ anzugehen. „Wir werden fürs Erste ganz sicher auch keine Interviews zulassen“, betont Hellmann. Allerdings: Seine Mitarbeiter aus dem vereinseigenen TV scheuten nicht davor zurück, Ilicevic direkt nach dem Debüt vor der Kamera zu interviewen.

„Ein unglaubliches Gefühl“

Auch da gab der Youngster eine gute Figur ab. „Ich bin jetzt seit vier Monaten hier (bei den Profis, Anm. d. Red.), jedes Training fühlte sich total gut an. Mit so einem Spiel beschenkt zu werden, ist ein unglaubliches Gefühl. Vor diesen Fans zu spielen, vor 60.000, die deinen Namen schreien, das ist etwas komplett Neues“, schilderte Ilicevic seine Emotionen. „Ich bin dem Trainer, den Verantwortlichen und allen Mitspielern einfach dankbar, dass ich diesen Moment erleben darf.“

Bis zu seinem nächsten Einsatz wird sich der Tempodribbler wahrscheinlich nicht lange gedulden müssen. Vielleicht erhält schon am Samstag in Paderborn die nächsten Minuten. Mit seiner fußballerischen Klasse und Unbekümmertheit kann er der Mannschaft zweifellos helfen. Die gegen den HSV gezeigte Leichtigkeit will Ilicevic beibehalten: „Wenn ich reinkomme, gebe ich alles für meine Mitspieler und den Verein. Ich will mich so gut es geht zeigen, Spielfreude ausstrahlen und einfach das machen, was ich am besten kann.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Neue Wettanbieter
Prestige

BESITZER: Aurevia IT Group
LIZENZ: Curacao

SpinEmpire

JAHRESUMSATZ: 10.000.000€
BESITZER: GBL Solutions N.V.
LIZENZ: Curacao

SpinBetter

JAHRESUMSATZ: 20.000.000€
BESITZER: Sprut Group B.V.
LIZENZ: Curacao

Betista

JAHRESUMSATZ: 1.000.000€
BESITZER: Liernin Enterprises LTD
LIZENZ: Komoren (Anjouan)

QuickWin

JAHRESUMSATZ: 1.000.000€
BESITZER: Liernin Enterprises LTD
LIZENZ: Komoren (Anjouan)