Die Erinnerung an den tollen Saisonstart verblasst allmählich, seit sechs Spielen wartet der FC Augsburg in der Bundesliga auf einen Sieg. Das Problem: verspielte Vorsprünge durch späte Gegentore.
Sechs sieglose Ligaspiele in Folge
Eine B-Note für die Leistung gibt es im Fußball nicht, es zählt das nackte Ergebnis. Im Falle des FC Augsburg ein 1:2 gegen den SC Freiburg, die erste Heimniederlage der Saison und die erste nach einer Führung in der WWK-Arena seit dem 34. Spieltag 2024/25. Intern bewerten die Verantwortlichen den Auftritt der Mannschaft von Manuel Baum als gut. Hilft halt nichts bei diesem Ergebnis und zieht sich mittlerweile wie ein roter Faden durch diese Saison.
In fünf der vergangenen sechs Bundesligaspiele führte der FC Augsburg, gewonnen hat er keines davon. Dazu kam die völlig unnötige 3:4-Niederlage in Elversberg, als der FCA früh und bis zum Ende erfolglos einem Rückstand hinterherjagte. Das Hauptproblem: Späte Gegentore. Sechs seiner 15 kassierte Augsburg in den letzten zehn Spielminuten, Minus-Rekord aller 18 Bundesligisten.
Anders gerechnet: Die Fuggerstädter verspielten bereits zwölf Punkte nach einer Führung, auch das toppt keiner der 17 Konkurrenten. Hätte der FCA alle Vorsprünge ins Ziel gebracht, wäre er Tabellenführer. Klingt utopisch, ist aber so. Nur 1,29 Punkte im Schnitt nach einer Führung sind mies. Doch warum ist das so?
Die Werte stimmen, drei Partien stören
Spricht man mit den Verantwortlichen beim FC Augsburg, wollen diese nichts schönreden, sehen aber eher eine Ergebnis- als eine Leistungskrise. Anders als vor einem Jahr unter Sandro Wagner sei man zu guten Leistungen in der Lage, heißt es. Das sehr wohl erkannte Problem: Die Mannschaft bringt nicht zu Ende, was sie sich im Laufe eines Spiels erarbeitet hat.
Die Daten besagen, dass das Problem nicht läuferischer Natur ist, auch die Mehrzahl der Zweikämpfe gewinnt das Team. Es sind eher individuelle Fehler, die Erfolgserlebnisse verhindern. In der Entstehung des 1:2 gegen Freiburg hätte beispielsweise Marius Wolf die Flanke von Vincenzo Grifo verhindern müssen, Chrislain Matsima innen besser stehen, Torwart Finn Dahmen aus seinem Tor kommen können. Eine teure Fehlerkette.
Viel mehr als die zwei klaren Chancen, die zu den Gegentoren führten, gestattete der FCA dem Gegner nicht. Schon beim 1:1 gegen Union Berlin reichte den Gästen eine Möglichkeit für einen Punkt. Dieses Spiel sowie das 3:4 in Elversberg und das 2:3 in Bremen nach 2:0-Führung stört die sportliche Leitung.
Derzeit keine starke Bank
Die 2:2-Unentschieden gegen Leverkusen und Bayern kamen vom Spielverlauf her glücklich zustande, Führung hin oder her. Ein Grund, der intern ausgemacht wird, ist die im Vergleich zum Saisonstart „dünnere“ Ersatzbank. Durch die Ausfälle von Noahkai Banks, Calvin Brackelmann, Juma Bah oder immer wieder Alexis Claude-Maurice brechen Trainer Baum wichtige Optionen weg. Damit muss er auch am Samstagnachmittag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) bei RB Leipzig noch leben, höchstens Claude-Maurice könnte sich seiner Normalform mit einer weiteren Trainingswoche nähern, das Abwehr-Trio fehlt weiterhin.

